Erfolg

Keine Zweckentfremdung der Sporthalle der Dreilindengrundschule

Diese Petition war mit 261 Unterstützer/innen erfolgreich!


Sehr geehrter Herr Kopp, sehr geehrte Frau Richter-Kotowski, sehr geehrte Frau Markl-Vieto,​​​​​​ sehr geehrter Herr Sonnenschein, sehr geehrter Herr Schwan,

am Freitag, den 27.11.2015, erreichte uns ein Brief von der Leitung der Dreilinden Grundschule, in dem uns mitgeteilt wurde, dass der Berliner Senat zeitnah eine Zweckentfremdung der Sporthalle der Dreilinden-Grundschule und des Dreilinden Gymnasiums für eine Notunterkunft für Flüchtlinge plant. Hierbei soll die komplette Turnhalle, welche von der Grundschule und dem Gymnasiums genutzt wird, auf unbestimmte Zeit als Notunterkunft für 150 Flüchtlinge dienen.

Da die Turnhalle baulich direkt mit der Grundschule verbunden ist, soll dazu ein Eingang zur Grundschule geschlossen werden und die Turnhalle mit Bauzäunen umrandet werden. Ebenfalls sollen Sanitäreinrichtungen auf dem Bürgersteig entstehen und die Kontrolle an externe Betreiber übergeben werden.

Wir als Eltern haben große Bedenken, dass sich die Turnhalle durch die direkt angrenzende Schule von kleinen Kindern und Jugendlichen als Räumlichkeiten für eine Notunterkunft von 150 Flüchtlingen eignet.

Der Senat selbst hat eine Richtlinie für die Beurteilung der Eignung von Sporthallen als Flüchtlingsunterkünfte herausgegeben, welche sich in einigen Punkten mit den örtlichen Bedingungen der Turnhalle der Dreilindenschule überschneiden. Für die Nutzung von Berliner Sportstätten als Flüchtlingsquartiere hat der Senat inzwischen (Ausschluss-)Kriterien festgelegt. Nicht umfunktioniert werden dürfen Sporthallen, wenn sie:

  • dem Leistungssport dienen (außer Olympiapark)
  • der Berufsbildung dienen (Ballett- und Artistenschule)
  • innen auf dem Schulgelände liegen
  • klein sind (ohne konkrete Quadratmeterangabe)
  • wenn Aufwand der Umwidmung und Nutzerzahl in keinem Verhältnis stehen

"Möglichst nicht genutzt" werden sollen Hallen, in denen Schüler der Sekundarstufe II mit Sport als Abiturfach unterrichtet werden.

Außerdem werden vor einer Umwidmung die Ausweichmöglichkeiten in andere Sporthallen geprüft sowie die Frage, wie viele Flüchtlinge der Bezirk bisher schon untergebracht hat. (Quelle: Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, Stand 6.11.2015)

Aufgrund der baulichen Gegebenheiten, dass die Turnhalle direkt mit der Grundschule verbunden ist und einen gleichen Eingang benutzt und der Hof der Schule mehrfach direkt von der Turnhalle betreten werden kann, sehen wir die Turnhalle als nicht geeignet, da die Sicherheit der Kinder so nicht gewährleistet ist.

  1. Der gemeinsame Eingang der Turnhalle und der Schule dient auch dem Brandschutz und wird als Rettungsweg im Brandfall benötigt. Daher kann die Turnhalle demnach nicht vom Schulgelände separiert und die Sicherheit der Kinder gewährleistet werden, schon gar nicht durch das vorgesehene Aufstellen von Bauzäunen und durch die Überwachung von einer privaten Sicherheitsfirma.
  2. Eine Bereichstrennung von Schule und Flüchtlingsunterkunft ist nicht möglich, was ein Ausschlusskriterium darstellt.
  3. Eine Überwachung von privaten Sicherheitsdiensten ist äußerst bedenklich, da das Schulgelände sehr offen gestaltet ist und man problemlos von außen auf den Schulhof des Gymnasiums und der Grundschule gelangen kann.
  4. Die Empfehlung des Senats bezüglich der Belegung von Turnhallen geht dahin, dass abgeraten wird, Familien und/oder Frauen dort unterzubringen, wodurch davon ausgegangen werden muss, dass diese Sporthalle hauptsächlich von alleinstehenden Männern im Alter zwischen 20 und 30 Jahren belegt sein wird. Die Anbindung der Flüchtlingsunterkunft zur Schule ist unseres Erachtens zu nah, so dass der Senat keine Sicherheit für unsere Kinder gewährleisten kann.
  5. In der Schule wird Sport als Abiturfach unterrichtet und somit die Halle zur Vorbereitung auf die Prüfungen benötigt. Nach Empfehlung des Senats soll davon abgesehen werden, von Abiturienten benötigte Turnhallen zwangsmäßig einer Nutzungsänderung zuzuführen.

Darüber hinaus spielt der Schulsport eine wichtige Rolle im Schulalltag, da er Stress der Schüler abbaut und Abwechslung zum normalen Schulbetrieb bietet.

Der Senat gibt in seinen Ausschlusskriterien weiter an, dass vor der Zweckentfremdung einer Sporthalle Alternativen gesucht und geprüft werden müssen. Hier haben wir starke Bedenken, dass dies im Vorfeld wirklich geschehen ist.

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf bietet hier mehrere, wesentlich bessere Alternativen, als Schulkindern die Turnhalle wegzunehmen:

  1. Das leerstehende Krone-Werk im Beeskowdamm: das riesige Gebäude und Gelände ist bereits bestens ausgebaut, umzäunt und bietet im Inneren viele abgetrennte Räume und große Außenflächen zum Aufstellen von sanitären Einrichtungen. Die Begründung, dass es dort bereits eine Unterkunft gibt, kann aus unserer Sicht nicht dafür herhalten, Kindern die Schulsporthalle wegzunehmen und den Alltag der Kinder dadurch zu verschlechtern.
  2. Die Turnhalle des Turn- und Sportvereins Wannsee mit großen Außenflächen, gern kann der Verein nachmittags die Sporthalle der Dreilindenschule nutzen.
  3. Das Rathaus Wannsee kann problemlos in eine Wohnstätte für Flüchtlinge umgewandelt werden. Das Grundstück grenzt direkt an die alte Gymnastikhalle incl. der Wiese davor (Königstr.-Seite) und offenbar gehören sogar der kleine Sportplatz dahinter und die "Alte Feuerwache" Wannsee (beides zu sehen von der Chausseestr. aus, gegenüber von 'denns Biomarkt') dazu. Wohnraum auf mehreren Ebenen mit normalhohen Decken und sogar Freizeitangeboten wie Werkstätten etc. bietet sich viel besser als Unterkunft an als hohe Sporthallen, in der die Bewohner nur durch notdürftige Pappwände voneinander getrennt werden. Die möglichen Bewohner der Unterkunft im ehem. Rathaus könnten vielleicht sogar zusätzlich die angrenzende Gymnastikhalle für Sport o.ä. nutzen und direkt vor der Tür, an der B1, halten 3 Buslinien Richtung Potsdam und Berlin-City. Fußläufig sind Supermärkte, Turnhallen, Apotheken, die Conrad-Grundschule, Kitas, der Wald und vier Kirchen zu erreichen.
  4. Die Conrad-Grundschule hat sogar zwei intakte Turnhallen nebeneinander, die beide NICHT an das Schulgebäude anschließen.
  5. Leer stehende Gebäude der FU-Berlin
  6. Es gibt im Beeskowdamm ein weiteres leerstehendes 1800 m² großes Betriebsgebäude mit sanitären Einrichtungen und Außenflächen mit Zaun, in dem in kürzester Zeit Flüchtlinge untergebracht werden können.

Auch die Schulleitungen der Dreilinden Grundschule und des Gymnasiums schätzen die Auswirkungen einer eventuellen Beschlagnahme auf den Schulbetrieb und die Einschränkungen für die Erfüllung des Bildungsauftrages als erheblich, unangemessen und kontraproduktiv ein.

Hiermit bitten wir Sie, schnellstmöglich zu dieser Petition Stellung zu beziehen, da wir gern Zeit zur Überprüfung von rechtlichen Schritten hätten.

Wir sind besorgte Eltern und wollen von Ihnen ernst genommen werden. Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und hoffen bezüglich der Angelegenheit auf Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen,

Eltern der Dreilinden Grundschule und des Dreilinden Gymnasiums



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