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Petitioning Bundeswehr, Bleiberg-Kaserne, 53894 Mechernich/Eifel
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Bundeswehr, Bleiberg-Kaserne, 53894 Mechernich/Eifel

Bundeswehr lässt Katzen auf dem Kasernengelände verhungern

MECHERNICH. Die Anordnung kam überraschend, nicht nur für das Personal der Bleiberg-Kaserne: Ab sofort sei es verboten, verwilderte Katzen auf dem Kasernengelände zu füttern und mit Wasser zu versorgen. Eine Anordnung, die die Kasernenkommandantur auf Anweisung eines Bundeswehrveterinärs durchzusetzen habe, nachdem ein Soldat durch eine Katze verletzt worden sei. Außerdem spielten Hygienegründe eine Rolle.

Unter Tierschützern im Kreis herrscht deshalb große Aufregung. Auch der Vorsitzende des Mechernicher Tierschutzvereins, Reiner Bauer, ist geladen: "Wenn ich das höre, dann gerate ich in Rage. Wir haben in der Vergangenheit mit Steuer- und Spendengeld schon 17 Katzen auf dem Kasernengelände kastrieren lassen. Das hat mehr als 1700 Euro gekostet. Und jetzt will die Bundeswehr die Katzen einfach dem Hungertod aussetzen? Das ist für mich unverständlich und ich werte das als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz."

Ganz anders sieht man das bei der Kasernenkommandantur. Er habe den Auftrag, die Maßnahmen, die ihm auferlegt worden seien, umzusetzen. Und dazu gehöre das Fütterungsverbot. Er sehe sich mit der Umsetzung der vom Bundeswehrveterinär angeordneten Maßnahme im Einklang mit dem Tierschutzgesetz und dem Tierseuchengesetz, sagte der Offizier, der sich eine Namensnennung verbat. Er lade aber die Tierschützer ein, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, damit man bei diesem "Katzenproblem" eine Lösung finde. Er selbst sei kein Fachmann in dieser Angelegenheit.

Füttern, fangen und kastrieren

Tierheimleiter Reiner Bauer ist fassungslos: "Das ist Tierquälerei. Bisher wurden die Katzen dort angefüttert, damit wir sie einfangen und kastrieren können. Was jetzt geschieht, ist verantwortungslos den Tieren gegenüber."

Ähnlich sehen dies auch Sprecher des Vereins "Straßenkatzen im Rhein-Erft-Kreis", die sich intensiv mit der Betreuung von verwilderten Katzen befassen. "Es handelt sich hier nicht um Wildtiere, wie dies ja in manchen Fällen vorgeschoben wird, sondern um verwilderte Hauskatzen. Die haben einen ganz anderen Lebenszyklus als Wildtiere. Wildtiere bekommen einmal im Jahr Junge, Haustiere wie Hauskatzen aber bis zu dreimal. Wenn man nun verwilderte oder ausgewilderte Hauskatzen nicht mehr mit Futter versorgt, verändert sich der Paarungszyklus nicht. Und auch die Zahl der Katzenwelpen verändert sich nicht. Aber die Würfe krepieren elend."

Mit Hilfe der Zwangskastration freilebender Hauskatzen könne man das "Katzenproblem" sehr wohl im Sinne des Tierschutzgesetzes wirksam in den Griff bekommen. "Dann verringern sich die Katzenbestände automatisch."

Zur Einladung des Bundeswehroffiziers zur Mitarbeit bezüglich der Lösung des Katzenproblems angesprochen, reagierte Bauer irritiert: "Davon weiß ich nichts. Wir sind von der Bundeswehr noch nicht angesprochen worden." Tatsächlich habe man sich bereits intensiv um die Reduzierung der Katzenpopulation gekümmert, im Sinne der Bundeswehr und auf Kosten der Steuerzahler. "Jetzt suchen die Katzen nach Futter und vor allem ganz verzweifelt nach Wasser."


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Bundeswehr, Bleiberg-Kaserne, 53894 Mechernich/Eifel
Bundeswehr-Kommandeur lässt Katzen auf dem Kasernengelände verhungern