Petition update

Schluss mit den Öffentlich-privaten Partnerschaften!

Marianne Grimmenstein
Germany

Dec 7, 2019 — 

Liebe Unterstützerinne und Unterstützer,

das Landgericht Hannover hat entschieden, dass der ÖPP-Betreiber A1 mobil keine Entschädigung für entgangene Gewinne bekommt. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir die Steuerzahler nichts zahlen müssen. Die A 1 mobil GmbH hat schon in ihrem Geschäftsbericht 2014 dargelegt, dass ihre finanzielle Situation zur Zahlungsunfähigkeit und Insolvenz der Gesellschaft führt, wenn sie die Klage gegen den Bund verliert. Eigenkapitel hat die ÖPP nur eine lächerliche Summe: 36.000 Euro. Dafür hat die Gesellschaft hunderte Millionen von den Banken erhalten, die jetzt zurückgezahlt werden müssten. Der Bund hat zwar die Klage gewonnen, aber er ist mit der ÖPP in millionenschwere Verpflichtungen für den Betrieb der Autobahn eingegangen. Auf genau solche Geldflüsse warten jetzt die Hedge-Fonds, die durch die ÖPP-Konstruktion gut ihre Anteile kaufen konnten. Bei der Insolvenz wegen der Zahlungszusagen des Bundes werden die fehlenden Millionen bei dem Bund zwangsvollgestreckt. Das heißt: wir müssen wieder zahlen. Es ist an der Zeit, endlich alle ÖPP-Verträge aufzulösen.

https://www.gemeingut.org/gib-infobrief-endlich-die-lehre-ziehen-oeffentlich-private-partnerschaften-beenden/

Die Mehrheit der Deutschen lehnt 2019 die Privatisierungen der öffentlichen Leistungen ab. Fast alle vertreten die Ansicht, dass in den vergangenen Jahrzehnten zu viele öffentliche Leistungen in Deutschland privatisiert wurden. Die Mehrheit ist sogar besorgt über die sozialen Folgen der marktliberalen Politik. Die meisten Bürger*innen verlangen wieder eine stärkere Rolle des Staates  in der Wirtschafts- und Sozialpolitik.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutsche-wollen-mehr-staat-statt-allzu-freien-markt-a-1293966.html

Unsere Wirtschaft tötet rücksichtslos im wahrsten Sinne. Wir züchten die Habgierigen fortlaufend. Deshalb möchte ich Sie jetzt auf ein wertvolles neues Buch von zwei Professoren aufmerksam machen:

BWL - Blenden | Wuchern | Lamentieren. Es handelt sich um eine kritische Auseinandersetzung mit der herrschenden Meinung ("mainstream") des Faches BWL (Betriebswirtschaftslehre) und Volkswirtschaftslehre.

Der Untertitel lautet: Wie die Betriebswirtschaftslehre zur Verrohung unserer Gesellschaft beiträgt.

https://www.europa-verlag.com/Buecher/6528/BlendenWuchernLamentieren.html

Geld, Geiz, Gier – warum die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird: Das Weltbild der Betriebswirtschaftslehre – das gilt bedingt in gewissem Maß auch für die Volkswirtschaftslehre – lässt sich in einer Kernaussage zusammenfassen: Gewinnmaximierung. Sie gilt als höchstes Ziel auf Erden, praktisch das gesamte Lehrgebäude baut auf diesem Prinzip auf. Produktionsprozesse, Einkauf, Marketing, Personalwesen, Management, Rechtsform, Investition, Finanzierung, Besteuerung – alle Teilbereiche der Betriebswirtschaftslehre werden dem untergeordnet. Manchmal wird diese axiomatische Grundbedingung subtiler benannt: Economic Value Added (EVA), wertorientierte Unternehmensführung, Shareholder Value, Return on Capital, aber das Ziel ist immer dasselbe: Gewinne bzw. Renditen zu maximieren.

Die beiden Professoren, Christian Kreiß und Heinz Siebenbrock, schildern in Blenden, Wuchern, Lamentieren, welch gravierende Auswirkungen dieses Prinzip der Gewinnmaximierung auf die verschiedensten Bereiche unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens hat. Es fördert Konkurrenzdenken und egoistisches Verhalten und führt zu Umweltzerstörung, Sozialabbau und einer zunehmenden Verrohung der Gesellschaft. Doch die Autoren zeigen auch ermutigende Alternativen, wie jeder Einzelne dazu beitragen kann, die Probleme des menschenverachtenden Prinzips der Gewinnmaximierung zu überwinden und es durch menschengerechte Ziele zu ersetzen. Ein Umdenken ist möglich!

 • Das Weltbild der derzeitigen Betriebswirtschaftslehre hat viele schädliche Auswirkungen auf unsere Gesellschaft

• Konkurrenzdenken und Egoismus fördern Sozialabbau, Umweltzerstörung, Ausbeutung und führen zu Entmenschlichung

• Konkrete Vorschläge für ein erfolgreiches Umdenken: verantwortungsvoller Umgang mit Geld, Gütern und Lebenszeit“

Mit herzlichen Grüßen
Marianne Grimmenstein

 

 


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