Keine Chance für ältere Arbeitsuchende

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Sehr geehrte Damen und Herren,

nach wie vor schwebt das Damokles-Schwert der Arbeitslosigkeit über vielen Menschen, z.B. den ehemaligen Opelanern in Bochum. Nicht nur, dass sie unschuldig in die Arbeitslosigkeit und damit in wirtschaftliche Probleme gerutscht sind. Nun scheint es auch noch zu Unregelmäßigkeiten bei der Transfergesellschaft gekommen zu sein, da das beauftragte Weiterbildungsinstitut (TÜV Nord) ca. EUR 7 Mio. von insgesamt EUR 10 Mio. an Fördergeldern nicht abgerufen hat.

Aber auch hier im Kreis Unna kämpfen die Menschen ums Überleben, oft mit mehreren Minijobs. Seit Einführung der Ich-AG bzw. der Gründungsoffensive wurden zahlreiche Menschen in eine nicht-tragfähige Selbständigkeit gelockt, die damit völlig überfordert sind. Als ehemaliger Gründungsberater habe ich mit vielen verzweifelten Menschen gesprochen, deren ALG1 ausgelaufen ist oder die sich noch mit dem Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit einige Zeit über Wasser halten wollten. Würde man zur offiziellen Statistik über ältere Arbeitssuchende (Arbeitslose klingt für mich diskriminierend) die Personen mit ausgelaufenem ALG1 sowie die “Selbständigen” hinzurechnen, so sähe die Lage auf dem Arbeitsmarkt deutlich trüber aus. Die Menschen in diesem Land wissen das. Warum ignoriert es die Politik? Dies ist entwürdigend und beschämend für unsere Gesellschaft.

 Gerade im fortgeschrittenen Alter wird die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz aus vielerlei Gründen immer schwieriger, manchmal sogar aussichtslos. Ich kenne Menschen, die über 550 Absagen erhalten haben. Da mutet es fast wie Ironie an, wenn die “Flexirente” eine Wahl lassen soll, ob man über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus weiterarbeiten möchte. Diese Wahl wurde den Betroffenen bereits abgenommen, da sie erst wieder in Lohn und Arbeit kommen müssen. Von zusätzlicher Altersversorgung (Betriebsrente, Pensionszusage, Riester o.ä) sind sie zudem meilenweit entfernt.

 Oft handelt es sich um hervorragend ausgebildete und erfahrene Menschen (Fachkräftemangel ??), die zuletzt ein gutes Gehalt bzw. guten Lohn bezogen haben. Dieses Geld haben sie verantwortungsbewusst genutzt, um zu konsumieren bzw. zu investieren. Auch haben sie davon einen Teil “auf die hohe Kante” gelegt, für Eventualitäten oder schlichtweg als Ergänzung ihrer Rente. Mit Einkünften zwischen EUR 50.000 bis 80.000 im Jahr bildeten sie die Mitte unserer Gesellschaft. Wie die Bertelsmann-Stiftung nun herausgefunden hat, fehlt diese Mitte immer mehr und die Schere zwischen arm und reich geht weiter auseinander als im Armutsreport der Regierung dargestellt.

 Man kann die Situation auch unter dem Aspekt der Steuerverschwendung sehen. Wenn immer mehr Menschen eine Rente beziehen, die kein menschenwürdiges Leben erlaubt, werden Transferleistungen (HARTZ 4) fällig, die mit zunehmender Anzahl von Empfängern jährlich steigen. Diese Leistungen aus Steuertöpfen werden künftige Haushalte in unkalkulierbarer Höhe belasten. Ob wir das dann immer noch schaffen?

Ich fordere daher ein Eingreifen der Bundesregierung, um hierfür eine Lösung zu finden. Wenn Vorgaben für Arbeitgeber (Altersquote, bevorzugte Einstellung älterer Menschen 50+) aus diversen Gründen nicht gewollt sind, so sollte eine steuerfinanzierte Lösung bis zum Erreichen des Rentenalters ermöglicht werden. Hierbei sind z.B. Kombilösungen denkbar, wie das Aufstocken eines Niedriglohns bzw. der Einkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit auf das zuletzt bezogene Einkommen. Alternativ müsste mindestens ein Grundeinkommen geboten werden.

In der Hoffnung, dass sich endlich jemand des Themas annimmt, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Ralf Wendland



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