Verjährung bei sexuellem Missbrauch

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Ich wurde im Alter von 13 bis 15 Jahren von meinem kath. Jugendgruppenleiter, späterem Küster, hunderte Male heftig sexuell missbraucht. Darüber zu sprechen,  war mir aus Scham und Schuldgefühl  unmöglich. Bis heute leide ich unter gesundheitlichen Störungen, die mir mein Leben sehr erschweren. Dies ist ein Ergebnis des Stresses, der mich nicht zur Ruhe kommen lässt. Inzwischen bin ich selbst Mutter einer Tochter, durch sie erlebe ich erneut Ängste, wenn Männer wie z.B auch Väter anderer Kinder, mit ihr alleine sind. Das vermeide ich möglichst. Ich habe erlebt, wie es ist, wenn man jemanden alles anvertraut und dann körperlich und seelisch missbraucht wird. Nach mehr als 20 Jahren ist es mir nun möglich, mich mit meiner Geschichte auseinanderzusetzen. Ich habe Unterstützung bei der kath. Kirche gesucht und wurde ermutigt, Strafanzeige bei der Stastsanwaltschaft zu stellen. Dies brauchte erneut Zeit, mich damit auseinanderzusetzen. Das Ergebnis war niederschmetternd. Da das Verfahren wegen Verjährung eingestellt wurde. Ich frage: Wie kann eine solche Straftat verjähren? Ich habe den Täter durch eine Anwältin anschreiben lassen, aber er reagiert nicht. Bis zum heutigen Tag, finde ich keinen Frieden mit dem Geschehenen. Er verkehrt durch Zusammenlegung der Gemeinden, in der gleichen Kirche. Schon dadurch werde ich erinnert. Die letzte Möglichkeit ist, ihn zivilrechtlich zu verklagen. Dabei geht es mir nicht um Geld, denn Geld kann das Geschehene nicht im geringsten wieder gut machen. Es kann allenfalls dabei helfen,  diverse Kosten für Therapien wegen posttraumatischen Erkrankungen unter denen ich leide, leichter zu bewältigen. Diese werden mich mein Leben lang begleiten. Auch meine Familie und Partnerschaft leiden darunter. Mich quälen bis heute die Fragen: Was ist mit ihm? Was hat er sich dabei gedacht? Ich möchte meine Ruhe finden und abschließen können. Aus diesem Grunde möchte, ich dass die Verjährung für sexuellen Mißbrauch - vor allem bei Kindern gekippt wird. Sollte es auch für mich nicht mehr gelten, so soll es keinem Menschen ergehen müssen, wie mir. Es soll Gerechtigkeit geben für diejenigen, wenn sie  sich trauen über das was sie erlebt haben, zu sprechen. Seit mehr als einem Jahr, denke ich darüber nach, ob ich ein zivilrechtliches Verfahrengegen ihn, in die Wege leiten soll. Der Punkt ist, dass ich  in der Beweispflicht bin. Das ist Hohn. Das Scheitern ist nahezu vorprogrammiert.  Mit dem Verfahren werde ich jedoch erreichen,  dass er sich stellen muss und ich damit zur Ruhe finde. Ich danke euch, dass ihr euch die Zeit genommen habt, dies zu lesen und mir bei meinem Vorhaben zu helfen. Das auf dem Foto bin ich im Alter von 12 Jahren. Da war meine Welt noch in Ordnung. Liebe Grüße.