Die Qualität des Einbürgerungstests steigern lassen

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Es geht um unsere zukünftigen Mitbürger ausländischer Herkunft. Sie sollen alle einen Orientierungskurs besuchen, der sie angeblich in Sachen Deutschland aufklärt. Der Kurs ist aber eine riesige Baustelle mit vielen Lücken und man muss daran hart arbeiten. Er ist zu einfach, zu oberflächlich, der Vorbereitungskurs wird meiner Meinung nach sehr ineffektiv benutzt und die Inhalte sind unvollständig.

Ausgangssituation:

Die Integration der Ausländer und das Einbürgerungsverfahren erfordern, dass sie sich unter Anderem auch mit dem Erwerb der Kenntnisse über die Kultur und Geschichte des Landes, sowie über die politischen Strukturen im Land beschäftigen und Diesen nachweisen können. Als Nachweis gilt der Test „Leben in Deutschland“, den man nach dem Besuch eines Orientierungskurses vom BAMF bestehen kann.

  Problembeschreibung:

•        Der Test ist zu einfach

•        Die Motivation, den Test zu bestehen, ist gering.

•        Die Inhalte des Kurses sind mangelhaft, besonders in den Bereichen Geschichte, Kultur und soziales Miteinander.

•        Das Bestehen des Tests ist mit 50% der richtigen Antworten möglich

•        Eine Testversion mit einer Quizz-Struktur kann kein Nachweis der Aneignung des Verständnisses der deutschen Kultur darstellen. Das muss schon ein Aufsatz oder eine mündliche Prüfung erfolgen.

•        Der Test wird von den Teilnehmern logischerweise als weniger wichtig als der Sprachtest bestanden, daher sinkt das Lernniveau erheblich.

•        Die sprachlichen Formulierungen in dem Test sind so aufgebaut, dass das Niveau B1 (das Sprachniveau der Teilnehmer zu dem Zeitpunkt des Tests) nicht ausreicht, um die Fragen wirklich zu verstehen.

 

Ausführliche Begründung:

Momentan gibt es einen Orientierungskurs vom BAMF. Dieser wird aber von den Teilnehmern oft nicht ernst genommen – er ist zu leicht und zu unverbindlich. Viele der Teilnehmer meinen, sie bräuchten den Kurs gar nicht, denn sie würden auch nie einen Antrag auf die Einbürgerung stellen. Daher ist die Aufmerksamkeit der Teilnehmer sehr schwach und die Motivation ist so gut wie nicht gegeben. Dieser Kurs dauert 100 Unterrichtsstunden und reicht offensichtlich nicht aus, um den Menschen ein Bild von Deutschland zu vermitteln. Bis vor Kurzem waren es 60 Stunden, aber die zusätzlichen 40 Unterrichteinheiten haben nicht viel geholfen. Es geht aber nicht darum, die Stundenzahl zu erhöhen, sondern darum, die Effizienz der vorhandenen Stunden zu steigern.

a.      Im Integrationskursalltag bedeuten 100 Stunden etwa 6 Wochen. Diese Zeit wird zum Teil als Prüfungsvorbereitung benutzt. Somit haben wir es mit einem klassischen Crash-Kurs zu tun. Die Lernenden und die Lehrer konzentrieren sich auf die 330 Fragen, die sie schnell lernen müssen. Für eine Aufbauarbeit fehlt die Zeit. Die wichtigen Themen wie: „Die Rolle der Frauen in der deutschen Gesellschaft“, „Moderne deutsche Kultur“, „Zusammenleben mit den Deutschen“, „Respekt vor Minderheiten“, „Hassverbrechen“, „Sexualleben in Deutschland“ werden oft gar nicht angesprochen.

b.      Die Prüfung im Orientierungskurs an sich ist all zu leicht. Sie ist wie ein Test aufgebaut und die Antworten auf die Fragen sind in vielen Fällen offensichtlich.

Beispiel: Wie heißt die Bundeskanzlerin von Deutschland? 

  Wie Sie sehen, ist die Antwort ziemlich leicht und man muss mit 20 Jahren und mehr nicht unbedingt etwas dazu lernen, um Diese zu finden.

 

c.      Das muss man ändern. Die Prüfung soll in der schriftlichen Form stattfinden – die Fragen müssen komplexer und umfangreicher werden – es müssen viel mehr Fragen zur Rechtsordnung und Menschenrechten in Deutschland gestellt werden und es müssen offene Fragen sein.  Die Teilnehmer sollen verpflichtet werden, auch ihre Meinung zu den Themen zu äußern z.B. anhand der Beispielsituationen. Somit ist der Prüfer in der Lage nachzuvollziehen, ob der Kandidat die deutschen Werte verstanden und gelernt und akzeptiert hat.

 

d.      Die Prüfung im Orientierungskurs soll ein Bestandteil des Sprachkurses „B1“ werden und eine der Konditionen für die Zertifikatübergabe. D.h. ohne die bestandene Prüfung im Orientierungskurs soll es keinen erfolgreichen Abschluss des Sprachkurses geben. Auf diese Weise wird die Bedeutung dieses Einbürgerungstests erst richtig wahrgenommen und auch von denen, die keinen Antrag auf Einbürgerung stellen wollen. 

 

e.      Den Orientierungskurs soll man nur dann als „bestanden“ bewerten, wenn 80% der richtigen Antworten da sind (heute sind das 60%). Praktisch heißt es, Sie müssen 17 von 33 Fragen richtig beantworten, und dann bekommen Sie unter Umständen den deutschen Pass.

 

f.       Andererseits soll man die Fragen im Kurs so umformulieren, dass sie sprachlich-inhaltlich auf dem Niveau B1 sind und nicht wie heute auf dem Niveau B2. Solche Formulierungen wie „Staatsoberhaupt“, „Zensur“, „Rechtsstaat“ sind nicht der Bestandteil des Kurses B1. Sie sind für die Personengruppe zu abstrakt und sollen daher durch sprachentwicklungsgerechte Umschreibungen ersetzt werden.

 

g.      Die deutsche Geschichte beginnt heute im Kurs mit dem Jahr 1933. Das ist ein fataler Fehler. Somit entfallen wesentliche Kenntnisse über das Land und es entsteht ein falsches Bild. Deutschland ist ohne Martin Luther, ohne Goethe usw. nicht zu verstehen. Die deutsche Geschichte kann nicht mit Hitler beginnen.

 

h.      Es müssen auch bedeutende Einblicke in die deutsche Kultur ermöglicht werden: Musik, Kunst, Literatur, Kino usw. Momentan ist das gar nicht der Bestandteil des Kurses.

 

Lösungsvorschläge:

•        Der Test soll an die sprachliche Prüfung B1 gekoppelt sein, so dass das begehrte Sprachzertifikat erst nach Bestehen dieses Kurses ausgegeben wird.

•        Die Quizz-Form soll durch einen Aufsatz oder eine mündliche Prüfung ersetzt werden.

•        Die Geschichte Deutschlands soll besser erklärt werden und nicht im Jahr 1933 „beginnen“.

•        Die Fragen müssen so erstellt werden, dass man selbst die Antworten formulieren muss und nicht vorbereitete Antwortstrukturen findet.

•        Fragenkatalog muss entfallen. Die Prüfungsfragen sollen von entsprechenden Ämtern oder Gemeinden vorbereitet werden und individuell gestellt werden.

•        Es muss auch geprüft werden, ob der Kandidat die Werte, die er gelernt hat, akzeptiert.



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