Rettet Menschenleben. Entkriminalisiert Drogen während Corona

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Ich arbeite als Sozialarbeiter in der Wohnungslosenhilfe in Stuttgart. Ein Teil unserer KlientInnen ist substanzabhängig und hat bereits oder wird in der näheren Zukunft durch Corona und die damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens erhebliche Probleme haben, an "Stoff" zu kommen. Übergaben im Alltagsgewusel sind derzeit unmöglich, das Risiko für die Kleindealer steigt und damit natürlich auch der Preis. Auch ist unklar, ob die Verfügbarkeit von Substanzen gegeben sein wird. Die ersten Konsumenten sind bereits verzweifelt auf der Suche, Dealer kündigen Preiserhöhungen an etc.

Was auf den ersten Blick wie eine tolle Gelegenheit zum "clean werden" aussieht, stellt leider ein großes Problem dar. Entzügige Personen werden medizinisches Personal binden, das an anderer Stelle dringend gebraucht wird, alternativ erleben wir zusätzlich zu Corona ein großes Junkiesterben. Auch werden Übertragungsmöglichkeiten beispielsweise durch den Transport von Drogenpäckchen im Mund vergrößert, Dealer und Konsumenten könnten zu sogenannten Super-Spreadern werden, denn sie werden trotz Ausgangssperre unterwegs sein.

Daher bitte ich die Bundesregierung darum, die Strafverfolgung des Straßendrogenhandels (es geht explizit nicht um die Großdealer) für die Dauer der freiheitseinschränkenden Corona-Maßnahmen auszusetzen und die Polizei zum Wegsehen anzuweisen, um die Infektionsgefahr zu senken und medizinisches Personal nicht zusätzlich durch vermeidbare Intensivfälle zu belasten.