Es reicht! Auch ich bin Carola Rackete und möchte mich hiermit strafbar machen.

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Ich werde nicht weiter zuschauen, wie Menschen im Mittelmeer ertrinken. Menschen, die ihr Leben riskieren, um in Europa einen sicheren Hafen zu finden. In einem Europa, das sich immer wieder als Wiege der Menschenrechte inszeniert. 

Ich werde nicht weiter tolerieren, dass Regierungschefs wegschauen, wenn Menschen an Europas Grenze in Seenot geraten. Dass sie immer wieder auf die anderen zeigen, anstatt selbst aufzunehmen. Dass sie Menschen im Meer sterben lassen und jene kriminalisieren, die sie retten und an Land bringen.

Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben. Es muss erlaubt bleiben, Menschen vor Tod und Folter zu retten.

Was Carola Rackete, ihrer Crew und den 53 Menschen, die aus Seenot geborgen wurden, zugemutet wurde, darf sich nicht wiederholen. Sie mussten 15 Tage vor der Küste Lampedusas hin und her fahren. Erst als Carola in die territorialen Hoheitsgebiete einfuhr, fingen die europäischen Staatschefs und Außenministerien an, nach einer Lösung zu suchen. Sie haben die Menschen an Bord in vollem Bewusstsein im Stich gelassen.

Ich hätte genauso gehandelt wie Carola. Ich möchte ein Europa, in dem alle Menschen in Zukunft so handeln dürfen wie Carola Rackete. 

Ich rufe mit der Unterzeichnung dieser Petition alle Kapitän*innen auf, unverzüglich sichere Häfen anzufahren und die aus Seenot geretteten Menschen in Sicherheit zu bringen. Ich rufe dazu auf, selbst wenn die Regierungen Europas zum dem Zeitpunkt noch keine politische Lösung zur gesetzlich geregelten Aufnahme dieser Menschen gefunden haben.

Ich bin bereit, mich mit diesem Aufruf strafbar zu machen. Denn weder die Tat von Carola Rackete, die 53 Menschen in Sicherheit brachte, noch dieser Aufruf, noch weitere Seenotrettungen dürfen in Zukunft eine Straftat bleiben. 

Die Unterzeichnung dieser Petition soll nicht nur ein Diskursbeitrag sein. Um das deutlich zu machen, rufe ich hiermit explizit die Kapitän*innen der Schiffe OpenArms und Alan Kurdi dazu auf, alle Menschen, die sie zwischen dem 30.06.2019 und 31.12.2019 retten werden, unverzüglich in den nächsten sicheren Hafen zu bringen. Auch dann, wenn keine Erlaubnis besteht.

Ich werde in Betracht ziehen, mich bei der örtlichen Polizei selbst für diesen Aufruf anzuzeigen. Denn je mehr solcher Anzeigen gestellt werden, desto dringender wird es, eine politische Lösung zu finden.

Ich unterzeichne, weil ich weiß, dass wir viele sind. Wir werden nicht weiter zusehen, wie Menschen auf der Flucht an unseren Grenzen sterben.

Wir alle sind Carola Rackete.