Corona-Solidarfonds jetzt!

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Selbstverständlich sind die Maßnahmen zum Schutz von Menschenleben unverzichtbar und müssen bis zur Erlangung von Impfstoff oder Immunität eventuell bis zu 1-2 Jahre in weitreichender Form aufrechterhalten werden.

Inzwischen ist aber auch klar geworden, dass das Ausmaß der wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Lockdowns die üblichen Bewältigungsstrategien außerhalb von Kriegszeiten übersteigt. Die Haushalte von Bund und Ländern werden überfordert sein. Zahlreiche Menschen und Unternehmen stehen vor einem Scherbenhaufen.

Wir persönlich haben seit 23 Jahren mit viel Mühe und Liebe ein gut etabliertes Restaurant mit 30 Angestellten in Berlin aufgebaut. Unter den bisher angedachten Maßnahmen werden wir unsere Existenzgrundlage verlieren und in den nächsten Monaten massiv Schulden anhäufen, denn die Verluste durch weiterlaufende Mietzahlungen etc. sind horrend.

Dazu kommt die sich abzeichnende Perspektive:  Bis zu einer Impfmöglichkeit wird es in dieser und anderen Branchen mit Abstandsregeln und krisenbedingten Kaufkraftverlusten kaum mehr möglich sein, rentabel zu wirtschaften, was eine weitere Verschuldung zur Folge hat. Eine Insolvenz hätte durch die bestehende Rechtslage ähnliche Konsequenzen.

Und so wird es Millionen Menschen im Land gehen, Messebauern, zahllosen Einzelhändlern, selbstständigen Dienstleistern, Friseuren, Konzertveranstaltern, Technikverleihern, Landwirten ohne Erntehelfer - die Liste ist lang. Einen kompletten Neuanfang machen zu müssen ist ein Problem, dem sich auch andere schon stellen mussten. Plötzlich aber mit Schulden, die man nicht mehr abzahlen kann, und ohne Alterssicherung dazustehen, ist demütigend und inakzeptabel.

Individuelle Hilfsbereitschaft und vereinzelte Kreativität sind beeindruckend und tröstlich, angesichts der dramatischen Situation aber ein Tropfen auf den heißen Stein.

Es ist aus unserer Sicht geboten, die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen der erforderlichen Schutzmaßnahmen für die Gesundheit und das Überleben der gesamten Gesellschaft auch GEMEINSAM zu tragen. Statt einzelne Branchen und Menschen sollten alle nach ihren Möglichkeiten beteiligt werden.

Wir fordern deshalb die sofortige Einrichtung eines Solidarfonds, in den alle einzahlen, auch beispielsweise Beamte, Rentner und Pensionäre. Es braucht hier außerdem substanzielle Beiträge von großen Vermögen, aus Kapitalerträgen, Mieteinnahmen und Erbschaften sowie der Digitalwirtschaft. Auch hier ist die Liste lang. Weitere Vorschläge sind willkommen.

Wir erwarten dass die Lastenverteilung nicht dem Zufall oder Glück überlassen wird. Das verstößt gegen das Selbstverständnis unserer auf Leistungsgerechtigkeit und Fairness gegründeten Gesellschaft.

Andreas Fichtner & Torsten Schliestedt

Berlin am 30. März 2020