Petition update

CEZ erteilt Journalisten Foto- und Filmverbot

Brigitte Artmann
Germany

Oct 3, 2017 — Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
am Samstag waren wir zusammen mit Reportern des Bayerischen Fernsehen und der Chamer Zeitung im Hochsicherheitstrakt des AKW TEMELÍN in Südböhmen. Der von CEZ am 26. September 2016 versprochene Besuch des Zwischenlagers für abgebrannte Brennstäbe entfiel.*
Wir haben unseren Besuch auch in diesem Video zusammengefasst: https://www.youtube.com/watch?time_continue=103&v=ZmEph22kG24
Bitte verbreitet das Video nach Kräften!

Der Temelin-Betreiber CEZ sprach für die Journalisten und Teilnehmer ein totales Film-und Fotografier-Verbot aus. Selbst am Eingang des völlig öffentlich zugänglichen Informationszentrums hing ein neues Schild: Filmen, Fotografieren und Hunde verboten. Nur in einer extra für Handy-Selfies hergerichteten Ecke im Souterrain durfte gefilmt und fotografiert werden und eine CEZ-Mitarbeiterin machte von den Besuchern ein Foto vor den Kühltürmen, das diese aber bisher nicht erhalten haben. Der BR machte schließlich vor der Tür des Informationszentrums mit laufender Kamera Interviews mit Jan Haverkamp von Nuclear Transparency Watch und mir (für die BI STOPPT TEMELIN). CEZ schritt nicht ein.

Wenn ein 80 cm dickes, unter Hochdruck stehendes Rohr direkt am Reaktor abreißt, dann geht es dahin wie in Fukushima, deswegen verlangen unabhängige Experten, bayerische Landräte und 80.000 Unterzeichner einer Petition eine umfassende Aktenuntersuchung aller Schweißnähte im atomaren Kreislauf von Temelin 1 durch die deutsche Atomaufsicht und externe Experten.“

Es gibt einen Vertrag zwischen Deutschland und Tschechien, der diese umfassende Aktenuntersuchung ermöglicht. Im Oktober hat das Bundesumweltministerium anlässlich des Treffens der Deutsch/Tschechischen Kommission in Nordböhmen die erneute Gelegenheit danach zu fragen.

Gründe dazu gibt es einige: Von vier 80 cm dicken Rohren am Reaktorfass wurde ein Rohr mit der Nummer 1-4-5 um 180 Grad verkehrt herum angeschweißt, illegal ohne Einbeziehung der Aufsichtsbehörden brachial abgeschnitten und wieder angeschweißt. Die Schweißer informierten Greenpeace, sie wurden dafür Repressalien ausgesetzt. Es gibt kein Zeugenschutzprogramm in Tschechien. Die ermittelnde Inspektorin der tschechischen Atomaufsicht bestätigte die Glaubwürdigkeit der Zeugen, sie bekam einen Maulkorb, bleibt aber bis heute bei der Aussage „Die Schweißnaht hält nicht unter Stress.“ In der dazugehörigen Akte (15/2001/SUJB) verweigerten deshalb verantwortliche Personen die nötige Unterschrift. Die Akte wird bis heute unter Verschluss gehalten. Ein zweites Rohr wurde laut den zwei einzigen öffentlich zugänglichen Unterlagen am selben Tag am Reaktor angeschweißt und auch an das folgende Rohr angeschweißt, welches aber zu dem Zeitpunkt in einer weit entfernten Montagehalle lag.

Greenpeace-Dokumentation und Expertise von Dieter Majer, dem ehem. Techn. Leiter der dt. Atomaufsicht betreffend Temelin 1 Schweißnaht im atomaren Kreislauf (CZ/DE/EN)
https://gruene-fichtelgebirge.de/the-risks-of-skoda/

Die Rundschau berichtete bereits am Samstag.
BR Rundschau - 21.45 - Min. 12.41 - 14.38 – Noch 6 Tage online http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/nachrichten/rm-mediathek-148.html

Vielen Dank für Eure Unterstützung!
Brigitte Artmann


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