Klare Regeln für die Notbetreuung in den Kitas und Schutz der pädagogischen Fachkräfte!

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Die Corona- Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Uns ist bewusst, dass auch die Entscheidungen in der Politik was die Kontaktbeschränkungen etc. betrifft nicht leicht zu treffen sind. Dennoch fühlen wir pädagogische Fachkräfte uns nicht ernst genommen und berücksichtigt.

Verstehen Sie uns bitte nicht falsch, wir lieben unsere Arbeit mit den Kindern und geben jeden Tag unser Bestes und gerade deshalb, wünschen wir uns, dass man bei den ganzen Maßnahmen auch an uns denkt. Wir arbeiten Tag täglich mit kleinen Kindern, die gewickelt, gefüttert, getröstet oder auf die Toilette begleitet werden müssen etc.. Hierbei ist es nicht möglich Abstand zu halten. Wir können die Kinder nicht wegstoßen wenn diese traurig sind und schon gar nicht die Pflege verweigern. Doch genau das müssten wir tun, um uns selbst zu schützen. Denn wir haben,  in den Einrichtungen, keinerlei Schutzausrüstung, lediglich dünne Stoffmasken, welche nur die Kinder aber nicht uns schützen. 

Wenn die Kitas immer weiter öffnen und wir immer mehr Kontakte haben, steigt auch für uns pädagogischen Fachkräfte das Risiko einer Ansteckung. Hierbei dürfen Sie bitte nicht vergessen, auch wir haben eine Familie und Partner vielleicht sogar Kinder, die wir damit in Gefahr bringen, ganz zu schweigen von uns selbst. Denn niemand kann nach den aktuellen Erkenntnissen voraussagen, wie schwer eine Infektion bei den einzelnen Menschen verlaufen wird. So gehen wir alle jeden Tag mit der Angst zur Arbeit, dass heute die Nachricht kommt, eines der vielen Kinder oder Kollegen wurde positiv getestet.

Leider werden wir, die direkt betroffen sind, in die Entscheidungen der Kita- Schließungen nicht mit einbezogen. Es wird über unsere Köpfe hinweg entschieden und dabei lediglich an die Eltern gedacht.  Als es im Dezember hieß, die Kitas werden geschlossen, sind wir davon ausgegangen, dass wir in einen Lockdown wie schon im März/ April gehen. Das heißt, dass es eine Notbetreuung für Eltern in systemrelevanten Berufen gibt und nur zu der Zeit in der diese arbeiten müssen.  Die jetzige Regelung sieht jedoch lediglich vor, dass beide Eltern arbeiten müssen. Sogar Homeoffice zählt mit dazu. Durch diese Vorgaben, haben alle Eltern die Möglichkeit ihre Kinder in die Notbetreuung zu schicken, denn die Voraussetzung, in vielen Kitas überhaupt einen Platz zu bekommen ist, dass beide Elternteile eine bestimmte Stundenanzahl arbeiten. Außerdem dürfen Eingewöhnungen stattfinden, was bedeutet, dass die pädagogische Fachkraft mehrere Stunden mit einem weiteren Kontakt in einem Raum verbringt. Selbstverständlich wird hierbei eine Maske getragen, was aus pädagogischer Sicht jedoch die Eingewöhnung, vor allem von Kleinkindern, enorm erschwert.  

Zwar wird an die Vernunft der Eltern appelliert, jedoch scheint dies nicht zu funktionieren. Denn wenn uns die Pandemie eines gezeigt hat, dann dass die Menschen festgelegte Regeln brauchen. Warum sonst haben wir Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen. Wir können auch nicht nachvollziehen, warum im März bei  geringeren Infektionszahlen am 13.03 mit einer 7-Tage Inzidenz von 5,3 pro 100.000 Einwohner die Kitas vollständig in die Notbetreuung geschickt wurden und jetzt wo wir einen Wert von 172,4 haben, gelten für die Kitas nur so geringe Einschränkungen, jedoch im privaten umso mehr.

Vielen Eltern, so denken wir, ist gar nicht bewusst, in welche Gefahr Sie uns bringen, da diese von der Politik und den Medien leider auch nicht erwähnt wird. Privat schränken wir uns komplett ein, haben sehr wenige Kontakte und können teilweise unser Familien und Freunde nicht mehr sehen, weil diese zur Risikogruppe gehören und wir berufsbedingt eine zu große Infektionsgefahr darstellen. In der Arbeit treffen teilweise, allein die Kollegen gerechnet bis zu 15 Haushalte zusammen, die sich Beispielsweise zwei Toiletten und einen Pausenraum teilen, ganz zu schweigen von den vielen Kindern. Da kann man noch so oft lüften und Abstand halten. Überall in den Medien wird darüber berichtet, dass die Kitas geschlossen sind, doch in Wahrheit merkt man vor Ort nicht viel davon.

Auch Homeoffice von pädagogischen Fachkräften müsste unserer Meinung nach geregelt werden. Hierbei müsste es eine Grenze geben, wie viele Fachkräfte sich bei einer bestimmten Kinderanzahl in der Einrichtung befinden dürfen. Wenn es dann nämlich Gruppen gibt, die tatsächlich einmal weniger Kinder haben, müssen trotzdem alle Fachkräfte gleichzeitig anwesend sein.

Des weiteren würden wir uns regelmäßige Schnelltests für die pädagogischen Fachkräfte wünschen. In Altenheimen etc. ist dies doch auch möglich, warum also nicht die Fachkräfte in Kitas einmal wöchentlich testen? Oder geht es beim Testen in den Altenheimen lediglich um den Schutz der Bewohner und weniger um den des Personals und deren Angehörige? Wie kann es außerdem sein, dass Kinder, deren Eltern positiv getestet wurden, nach Ablauf der Quarantäne sofort und ohne nochmaligen Test wieder die Kitas besuchen dürfen, wo es doch immer wieder Fälle gibt in denen die Test bis zu 7 Wochen lang positiv ausgefallen sind.

Ein großes Problem sehen wir also darin, dass zum einen keine klaren und allgemein geltenden Regelungen getroffen werden, an die sich alle Träger und Einrichtungen halten müssen und zum anderen, dass der Schutz der pädagogischen Fachkräfte leider im Hintergrund steht.