Ein Recht auf Chancengleichheit!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 500.


Hinweis: mit "Durchschnittsabitur" ist ein individuelles Vornotenabitur (berechnet aus den vier Zeugnisnoten der gymnasialen Hauptphase) gemeint. Kein einheitliches Abitur für die gesamte Stufe! Die Forderung bezieht sich auf ein optionales -kein verpflichtendes- Durchschnittsabitur!

Gründe:

Noch etwa 60 Schultage lang werden wir Abiturienten die Schule besuchen. Nach einer einmonatigen Lernphase im April soll es dann an die ersten schriftlichen Prüfungen gehen. Und das mitten in einer globalen Pandemie. Weitgehend bildungsgerechte Rahmenbedingungen gibt es unserer Ansicht nach dabei nicht.

Nachdem im März die Schulen geschlossen wurden, wurde der Unterricht bestmöglich ins Digitale verlegt. An einigen Schulen erfolgreich, an anderen weniger. Nicht jedes Fach konnte überall weiter unterrichtet werden und SchülerInnen waren weitestgehend auf sich selbst gestellt.

In den vier Wochen nach dem Lockdown ging es jedoch nicht regulär weiter. Und auch nach den Sommerferien stellte sich noch keine Normalität ein. Stattdessen teilweise getrennte Kurse, ausfallende LehrerInnen, erschwerende Hygienemaßnahmen und immer wieder Quarantäne für einzelne SchülerInnen. Die permanente Mischung aus Präsenz- und Distanz-unterricht sorgt seitdem für ein großes Chaos und ein Motivationstief bei vielen Schülern / Schülerinnen. Kein Wunder, denn unter diesen Umständen ist es schwerer, dem Unterricht zu folgen, im Lernstoff mitzukommen und entstehende Defizite aufzuarbeiten. Wir sind dazu angehalten, bei dem kleinsten Schnupfen zu Hause zu bleiben, sollen in Kursarbeiten eine Maske tragen und müssen deutlich selbstständiger arbeiten als die vorherigen Abiturjahrgänge. Zudem erschweren manch einem die fehlenden Arbeitsgeräte das Lernen von zu Hause aus. Es gibt SchülerInnen, die andauernd in Quarantäne sind, andere nehmen überwiegend am Präsenzunterricht teil. So variiert der Leistungsstand nicht nur von Schule zu Schule, sondern auch von Kurs zu Kurs (Chancengleichheit!). 

Durch die Ausgangsbeschränkungen fallen viele Hobbies und soziale Interaktionen, wie beispielsweise das Spielen in einem Fußballverein weg, welche für die SchülerInnen einen wichtigen Ausgleich bieten und zu einem gesunden und effektiven Lernen beitragen.

Wir wissen nicht, wie es nach dem Abitur für uns weitergehen soll. Lang ersehnte Reisen fallen zu großen Teilen flach, viele Unternehmen stellen kein neues Personal ein. Zu wissen, wie die Prüfungen im Frühjahr aussehen werden, könnte uns da wenigstens etwas Sicherheit geben. Nur lassen sich aktuell die Prüfungen nur schwer planen. So fühlen sich viele SchülerInnen dem schon bald bevorstehenden Abitur nicht gewachsen und sehen diesem mit sehr viel Sorge entgegen.

Alles, was zu unseren Gunsten bisher getan wurde, sind Kürzungen des Lehrplanes. Bitte nicht falsch verstehen, es ist absolut sinnvoll, dass wenigstens die Zeit der komplett geschlossenen Schulen auf diese Weise ausgeglichen werden soll, allerdings haben die neuen Lehrpläne den ungünstigen Nebeneffekt, dass sie uns das selbstständige Vorbereiten mit alten Abituraufgaben erschweren. Denn ohne Rücksprache mit den Fachlehrern / -lehrerinnen ist es uns Schülern / Schülerinnen beim Bearbeiten einer Aufgabe oft nicht möglich zu erkennen, ob deren Inhalt noch abiturrelevant ist oder zum gestrichenen Stoff gehört. So ist es verständlich, dass der Versuch, Aufgaben zu üben, deren Inhalt nicht besprochen wurde, in Frustration endet. Auch wurde nicht selten Unterrichtsstoff, der dann nachträglich gestrichen wurde, bereits behandelt. Somit erschweren selbst Maßnahmen, die uns grundsätzlich zugutekommen sollen, die Vorbereitung auf die Prüfungen.

Die logische Konsequenz, die ich und auch viele andere SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern sehen, ist ein Durchschnittsabitur mit der Möglichkeit zu optionalen Abiturprüfungen für die SchülerInnen, die ihre Vornoten aus der schwierigen Zeit aufbessern möchten. Schließlich sind die besten Anhaltspunkte über den Leistungsstand der Schüler die aktuellen Noten, welche ein Großteil der Lehrer nach besten Möglichkeiten fair und mit viel pädagogischem Feingefühl geben.

(Der Text stammt aus der Petition zum Durchschnittsabitur in Saarland. Die Gründe treffen allerdings auch auf das Schulleben in NRW zu!)

http://chng.it/5f6qHXYn