Petition geschlossen.

1. Gesetzliche Regelung des Opferbegriffes 2. Änderung des Leitfadens der Selbsthilfe zur 3. Anerkennung des Bundesverbandes ANUAS e.V. als Interessenvertretung der betroffenen Angehörigen von Mordfällen 4. Erstellung einer Forschungsstudie

Diese Petition hat 504 Unterschriften erreicht


1. Entsprechend der Richtlinie 2012/29/EU v. 25.10.2012 über Mindeststandards für die Rechte, die Unterstützung und den Schutz von Opfern von Straftaten sowie zur Ersetzung des Rahmenbeschlusses 2001/220/JI haben Angehörige von Mordfällen den Opferstatus (Erwägung 19) und sollen alle möglichen Hilfen und Unterstützungen erhalten, die sie benötigen, um den Leidensdruck zu minimieren und um ihr Leben nach dem schlimmen Schicksalsschlag weiter leben zu  können.

--> Forderung 1:

. Gesetzliche Festlegung des Opferbegriffes entsprechend der EU-Richtlinie 2012/29/EU vom 25. 10. 2012 *

. Anerkennung der Angehörigen von Mordfällen als "Primäropfer" (= Opfer psychischer Gewalt)

Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung sieht eine gesetzliche Regelung des Begriffes "Gewaltopfer" nicht vor. Damit wird gegen den Mindeststandard der EU-Richtlinie ein Gesetz erstellt, welches den betroffenen Angehörigen von Mord-/Tötungsfällen keine optimalen Hilfen ermöglicht. Das Opferentschädigungsrecht hat freien Entscheidungsspielraum und die Betroffenen werden weiterhin jahrelang durch ein Labyrinth der Institutionen und Behörden gescheucht und erhalten kaum oder keine Hilfen, die benötigt werden.

. Eine bessere Einbeziehung der betroffenen Angehörigen von Mordfällen -- stellvertretend durch den Bundesverband ANUAS e.V. -- in Bundesentscheidungen, zur besseren Umsetzung der Menschen- und Grundrechte und gegen eine weitere zukünftige Stigmatisierung und Diskriminierung der betroffenen Angehörigen.

2. Es handelt sich nicht um "kompliziert Trauernde" oder "Hinterbliebene" im herkömmlichen Sinne, sondern um schwerst Traumatisierte, die jahrelangen Stress durch fehlende gesetzliche Bestimmungen erleben und durchkämpfen müssen.

Ein Mord an einem Kind / Angehörigen ist keine "Lebenskrise" (Definition des BMG), sondern ein Trauma mit schlimmen Auswirkungen, die schwere gesundheitliche Folgen haben, bis hin zu massiven psychischen Erkrankungen und / oder Suizidgefahr.

Angehörige Betroffene erhalten zur Zeit nur Unterstützung zur Selbsthilfe über Krankenkassen, wenn sie sich in Selbsthilfegruppen organisieren -- lt. Leitfaden der Selbsthilfe der GKV. Das geht bei diesen Betroffenenfällen nicht: der eigene Mordfall ist so schlimm, dass die betroffenen Menschen nicht in der Lage sind, sich weitere Mordfälle anzuhören. Desweiteren gibt es Ritualmorde, Morde in Kinderpornoringen,  Morde an Prominenten, Morde mit laufenden Ermittlungen  -- alle diese Beispiele lassen keine Selbsthilfegruppenaktivitäten zu. 

Weiterhin wird im Leitfaden der Selbsthilfe gefordert, dass die Gruppen, Termine und Gruppenleiter öffentlich auf der Webseite benannt werden. Hier wird die Möglichkeit der Anonymität nicht mehr gewährleistet und der Datenschutz wird verletzt.

--> Forderung 2:

. Änderung des Leitfadens der Selbsthilfe, unter Berücksichtigung der Angehörigen von Mordfällen mit all ihren gesundheitlichen Symptomen nach ICD10 (Posttraumatische Belastungsstörungen und Komplexe Posttraumatische Störungen)

. Unterstützung und Finanzierung der gesundheitspräventiven Projekte und Hilfsangebote für Angehörige von Mordfällen der bundesweiten (einzigen) Selbsthilfeorganisation ANUAS e.V.

. mehr Einbeziehung  und Akzeptanz im BMG der betroffenen Menschen bei gesundheitspräventiven Entscheidungen - Präventionsgesetz, Leitfaden der Selbsthilfe, Landes - und Bundesverbänden der Selbsthilfe

3. Die betroffenen Angehörigen, deren Kind / Angehöriger ermordet wurde haben oft nicht die Kraft, den jahrelangen Kampf durchzustehen. Dafür steht die bundesweit einzige  gemeinnützige Betroffenen-Hilfs-Organisation ANUAS e.V. (Bundesverband) und

. vertritt als Hilfsorganisation auf politischer Ebene die Interessen der Betroffenen *

. organisiert als Selbsthilfeorganisation bundesweit die Hilfe zur Selbsthilfe

.  ist als Selbsthilfekontaktstelle in Berlin Themen übergreifend für Angehörige von Mord-, Tötungs-, Suizid- und Vermisstenfällen als Anlaufstelle wirksam

--> Forderung 3:

. Anerkennung des Bundesverbandes ANUAS e.V. - Hilfsorganisation für Angehörige von Mordfällen als Betroffenen-Opfer-Hilfeorganisation

. Unterstützung und Finanzierung der Betroffenen-Opfer-Hilfeorganisation bundesweit von durch die Bundesregierung und die einzelnen Bundesministerien sowie Landesministerien

. Einbeziehung (beratend) des ANUAS-Bundesverbandes, als Interessenvertretung für Angehörige von Mord- und Tötungsfällen in bundes- und landesweite Entscheidungsgremien und Institutionen

4. Bisher gibt es keine Forschungsstudien zum Trauma bei Angehörigen von Mordfällen und deren Auswirkungen auf das gesundheitliche, psychische, soziale und finanzielle Feld der Betroffenen. Diese betroffenen Menschen werden über Jahre Gutachtern vorgestellt, sind immer wieder im "Geschehen" drin und die Gefahr der ständigen Re-Traumatisierungen besteht. Vorschnell wird diagnostiziert, dass diese Betroffenen "kompliziert Trauernde" oder "Hinterbliebene" sind. Dadurch entfällt der Anspruch auf Entschädigungsleistungen, weil eine "Trauer" nach dem Gesetz nicht finanziell entschädigt wird.

Die Strapazen, die die Angehörigen über Jahre durchmachen müssen (Schock-Stress-Trauma), um zu einem Abschluss zu kommen, sind unmenschlich, werden nicht erkannt und laufen im Endeffekt in Diskriminierungen und Stigmatisierungen hinaus.

Um Verbesserungen für diese Menschen zu erreichen, auf allen Gebieten, ist es nötig, dieses fachkundig zu erforschen.

--> Forderung 4:

. Erstellung einer Forschungsstudie zu allen Auswirkungen betroffener Angehöriger nach einem Mord, unter Einbeziehung des ANUAS e.V. als Vermittler und Interessenvertretung für betroffene Angehörige von Mordfällen.

 



Heute: Marion verlässt sich auf Sie

Marion Waade benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Bundesministerium für Gesundheit: 1. Gesetzliche Regelung des Opferbegriffes 2. Änderung des Leitfadens der Selbsthilfe zur 3. Anerkennung des Bundesverbandes ANUAS e.V. als Interessenvertretung der betroffenen Angehörigen von Mordfällen 4. Erstellung einer Forschungsstudie”. Jetzt machen Sie Marion und 503 Unterstützer/innen mit.