Aufstockung der Intensivbetten in Deutschland

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Angesichts der Corona-Epidemie ist die Verunsicherung in der Bevölkerung groß. Die Einschätzung der sich abzeichnenden Gefahrenlage ist sehr unterschiedlich. Familien, die ein chronisch krankes  oder immunsupprimiertes  Mitglied haben, sind jedoch oft bestürzt über die Tatsache, dass die Ausbreitung des Virus offensichtlich nicht einschätzbar ist und für Geschwächte eine ernstzunehmende Gefahr darstellt, da diese Bevölkerungsgruppe mit einem ernsten Verlauf bei Covid 19 rechnen muss. Auch meine Familie ist davon betroffen. Mein  Sohn, der achtzehn Jahre alt ist, leidet an einer Autoimmunerkrankung, 

Chronisch kranke Menschen oder Menschen mit einer Immunschwäche infolge von Krankheit oder medizinischer Behandlung sind keine Seltenheit. Man findet sie in allen Altersgruppen unserer Bevölkerung. Sie gehen mit unseren Kindern in die Kita, in die Schule. Sie sind Kommilitoninnen und Kommilitonen an den Universitäten. Sie gehören zu unseren Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen oder wohnen in unserer Nachbarschaft. Sie stehen mit uns an der Kasse im Supermarkt oder sitzen neben uns im Bus. Sie haben Diabetes, rheumatische Erkrankungen oder eine andere Autoimmunerkrankung. Sie haben Krebs oder haben den Krebs bereits überstanden. Sie haben ein neues Organ erhalten. Sie sind herz- oder lungenkrank, Dialysepatienten. Oder sie haben bereits ein höheres Lebensalter erreicht. Sie finden sich unter unseren Freunden, Partnern, Kindern, Geschwistern, Eltern und Großeltern. Sie haben in diesen Tagen nicht nur unsere Solidarität und Mitverantwortung bezüglich Alltagshygiene und Freizeitgestaltung verdient, sondern auch, dass wir uns für ihre medizinische Behandlung im Ernstfall stark machen. 

Italiens momentane Lage führt deutlich vor Augen, dass ein Gesundheitssystem in einer derartigen Situation mehr als an seine Grenzen gerät. Besonders Menschen mit Vorerkrankungen und im erhöhten Alter sind immer wieder auf intensivmedizinische Behandlungen durch Beatmungsbetten und ECMO-Geräte angewiesen. Diese Behandlungen retten Leben. 

Führende Ärzte haben in diesen Tagen wiederholt auf die Notwendigkeit einer Bereitstellung weiterer Intensivbetten hingewiesen. Die Tatsache, dass Deutschland über 28.000 Intensivbetten verfügt, scheint im ersten Moment eine Beruhigung zu sein, auch im Vergleich zu anderen Ländern. Vergegenwärtigt man sich allerdings diese Zahl im Hinblick auf die Gesamtbevölkerung,  gelangt man schnell zu der Erkenntnis, dass auch 28.000 Betten knapp bemessen sind. Zudem wird eine erneute und starke Ausbreitung des Corona-Virus für den kommenden Herbst von epidemiologischer Seite erwartet. Angesichts der Ungewissheit, wie die kommenden Monate sich gestalten werden, bitten wir Herrn Minister Spahn, die kommenden Wochen zu nutzen und die Bettenzahl auf den Intensivstationen ( Beatmungsbetten, ECMO-Geräte) zu erhöhen. Dazu zählt auch die Forderung, dass die Situation des Pflegepersonals und der Ärztinnen und Ärzte verbessert wird. Zudem bitten wir darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das für die Intensivstationen notwendige Material und die Schutzkleidung der Mitarbeitenden in Deutschland produziert werden kann.