Versteckte Lebensmittelzusatzstoffe - Initiative für ehrliche Zutatenlisten

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Mein Name ist Svenja Andreas, ich bin 24 Jahre alt und Kommunikationsdesignerin. Während der Recherche zu einem meiner Projekte, habe ich mich mit Zusatzstoffen in Lebensmitteln, ausgedrückt durch die sogenannten E-Nummern, auseinandergesetzt.

Bei der Herstellung unserer Lebensmittel werden bereits über 360 Zusatzstoffe verarbeitet, Tendenz weiter steigend. Sie machen unsere Lebensmittel haltbarer, farbenfroher, aromatischer, erleichtern und reduzieren die Kosten des Herstellungsprozesses.

Auf der Zutatenliste industriell gefertigter Lebensmittel finden sich häufig eine Reihe von E-Nummern wieder. Diese sind für den Verbraucher meist unverständlich gekennzeichnet und werden folge dessen von ihm ohne Bedenken verspeist. 

Eine Überdosierung von Zusatzstoffen kann gesundheitliche Risiken hervorrufen, worüber der Konsument nicht ausreichend informiert wird.


Ich habe mich also gefragt: 
Ist uns bewusst, was den Produkten, die wir tagtäglich konsumieren, beigefügt wird? Verstehen wir die Zutatenliste wirklich? Wäre es nicht toll, einzukaufen und ganz genau zu wissen, was sich in unseren Lebensmitteln befindet?


Das Lebensmittelrecht lässt zu, dass viele wichtige Informationen, über die Inhaltsstoffe sowie die Zusammensetzung unserer Lebensmittel, für die Konsumenten im Verborgenen bleiben. 

> Ich fordere deshalb mehr Transparenz und Ehrlichkeit bei der Deklaration von Lebensmitteln. Alles, was in Lebensmitteln drin ist, muss auf der Zutatenliste stehen und für den Endverbraucher verständlich dargestellt werden. <

Ich setze mich für das Recht der Verbraucher ein, zu 100% über die Zusammensetzung der Lebensmittel aufgeklärt zu werden.

Deswegen richte ich meine Petition an die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Frau Julia Klöckner und fordere das Lebensmittelrecht in den folgenden Punkten zu ändern, um die Verbraucher nachhaltig vor Fehlleitungen und Irreführungen zu bewahren:


1. Vollständige Auflistung aller Lebensmittelzusätze.

Alles, was in Lebensmitteln enthalten ist, muss auch auf dem Etikett oder zumindest auf der Internetseite des Herstellers stehen.

Begründung und Hintergrund:

Nach geltendem Recht müssen Zusatzstoffe in Zutaten nicht im Endprodukt deklariert werden, wenn sie dort keine „technologische Wirkung“ haben.

Ein Beispiel: Margarine enthält immer Emulgatoren und fast immer Farbstoffe und Aromen. Diese Zusätze müssen auf der Margarinepackung deklariert werden. Ist in einem Fertiggericht Margarine enthalten, so müssen Emulgator, Farbstoff und Aroma auf der Zutatenliste des Fertiggerichtes nicht deklariert werden, obwohl sie im Produkt enthalten sind. 

Auch Konservierungsmittel und zahlreiche andere Zusätze sowie die meisten technischen Hilfsstoffe verschwinden auf diese Weise vom Etikett. 

Die Verbraucher haben ein Recht darauf, zu 100% zu wissen, was in Lebensmitteln enthalten ist. Sollte der Platz auf der Verpackung nicht ausreichen, dann sollten interessierte Verbraucher diese Informationen im Internet nachlesen können.


2. Verbraucherfreundliche Kennzeichnung von aromatisierten Lebensmitteln.

Bei Lebensmitteln, denen ein Aroma zugesetzt wurde – egal welches – gehört in die Verkehrsbezeichnung sowie auf die Verpackungsvorderseite der gut lesbare Hinweis: AROMATISIERT.

Die Vielzahl der Aromabegriffe ist irreführend und muss deshalb abgeschafft und durch den einheitlichen Begriff AROMA ersetzt werden.

Begründung und Hintergrund:

Es gibt über 2000 zugelassene Aromastoffe, die nach geltendem Recht zur Aromatisierung unserer Lebensmittel verwendet werden dürfen. 

Über die Zusammensetzung, die Ausgangsstoffe und die Gewinnung dieser Aromen erfährt der Verbraucher nichts.

Insbesondere der Begriff „natürliches Aroma“ ist für die meisten Verbraucher missverständlich. Er suggeriert, dass das Aroma aus der Frucht oder der Zutat gewonnen wurde, nach der es schmeckt. Dies wird aber vom Gesetzgeber nicht verlangt. Ein Aroma darf den Zusatz „natürlich“ tragen, wenn der Ausgangsstoff und der Herstellungsprozess „natürlich“ sind. So kann also zum Beispiel ein „natürliches Aroma“ Typ Himbeere aus dem Naturprodukt Zedernholz extrahiert werden, wie es bei Joghurts meist der Fall ist.

Die unterschiedlichen Begrifflichkeiten und Abgrenzungen der Aromen („natürliches Erdbeeraroma“, Erdbeeraroma“, „natürliches Aroma Typ Erdbeere“, „Aromaextrakt“ – hinter allen vier Begriffen steht ein völlig anderes Produkt), sind selbst für überdurchschnittlich gut informierte Verbraucher unverständlich, nicht nachvollziehbar und damit irreführend.

Die Verbraucher sollten die Aromatisierung deshalb auf einen Blick erkennen können, ohne die einzelnen Aromadefinitionen aus der Zutatenliste heraussuchen zu müssen.

"Lasst uns gemeinsam für mehr Transparenz und Ehrlichkeit bei der Deklaration von Lebensmitteln diese Petition unterschreiben, um in Zukunft mit einem guten Gefühl einkaufen gehen zu können."

Vielen Dank, 
Svenja Luise