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10 Stunden sind genug - keine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes

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10-Stunden-Obergrenze pro Arbeitstag sind genug!
Keine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes! 

Sehr geehrte Frau Ministerin Nahles,

der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) fordert seit der Einführung des Mindestlohns verstärkt und öffentlichkeitswirksam die Ausweitung der täglichen Arbeitszeit an drei Tagen in der Woche auf bis zu 12 Stunden. Anlass dieser Forderung des DEHOGA ist offensichtlich auch, dass ein Teil der Branchenvertreter(innen) befürchtet, dass bestehende Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz bei den anstehenden Mindestlohnkontrollen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) aufgedeckt und geahndet werden.

Es wird Sie nicht überraschen, dass die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), als die Vertretung der betroffenen Arbeitnehmer(innen), eine Verlängerung der Arbeitszeit strikt ablehnt. Insbesondere im Interesse des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten sollte auf eine weitere Ausweitung der Arbeitszeit verzichtet werden.

Die Arbeit im Gastgewerbe ist von vielen widrigen Faktoren beeinflusst. Neben den zum Teil hohen physischen Belastungen (durch z.B. stehen, schwer tragen, arbeiten bei Hitze und Kälte oder hoher Lärmbelastung) wirken zusätzlich noch viele psychische Belastungen auf die Beschäftigten ein. Hierzu gehören insbesondere die speziellen Herausforderungen an die Beschäftigten, die sich auf Grund der Lage und der Organisation der Arbeitszeit ergeben.

Bereits bei der Überschreitung der Regelarbeitszeit von 8 Stunden am Tag steigen die gesundheitlichen Risiken der Beschäftigten stark. Ebenso weisen mehrere nationale und internationale Expertisen nach, dass das Unfallrisiko nach sieben bis acht Arbeitsstunden rasant ansteigt. Ab der zwölften Arbeitsstunde verzeichnen die Berufsgenossenschaften gar eine Verdoppelung der meldepflichtigen Arbeitsunfälle.

Die aktuelle 10-Stunden-Obergrenze pro Arbeitstag ist dazu da, die Beschäftigten zu schützen.

Ferner ist eine Forderung nach einer Verlängerung der täglichen Arbeitszeit und damit nach einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten auch nicht im Interesse der Branche. Bereits heute beklagen die Betriebe des Gastgewerbes, dass nicht mehr ausreichend qualifizierte Arbeitnehmer(innen) zur Verfügung stehen. Längere Arbeitszeiten würden nur dazu führen, dass die Branche, die ohnehin schon unter einem enormen Fachkräftemangel leidet, weiter an Attraktivität verliert. Noch längere Arbeitszeiten würden die Branchenflucht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiter verstärken

Aus unserer Sicht kann das Gastgewerbe sein Image nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen, fairen Löhnen, hoher Ausbildungsqualität und einer Wertschätzung der Arbeit der Beschäftigten verbessern. Längere Arbeitszeiten sind hier absolut kontraproduktiv.

Die Bedürfnisse der Gäste und die Interessen der Arbeitnehmer(innen) lassen sich durch eine vernünftige Planung der Arbeitszeit in den Betrieben in Übereinstimmung bringen. Darüber hinaus haben DEHOGA und NGG im Manteltarifvertrag genügend Spielraum für eine Arbeitszeitflexibilisierung geschaffen, um auf den branchentypisch schwankenden Geschäftsverlauf reagieren zu können. Die immer wieder als Begründung genannte Hochzeitsfeier fällt nicht spontan vom Himmel, somit kann auch der erhöhte Personalbedarf entsprechend geplant werden. Für eine wöchentliche Arbeitszeit-Obergrenze fehlt jede Notwendigkeit. Sie ginge zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Sehr geehrte Frau Ministerin Nahles, wir bitten Sie, sich dafür einzusetzen, dass es zu keiner Öffnung des Arbeitszeitgesetzes kommt. 10 Stunden Arbeit am Tag sind schon jetzt mehr als genug und belastet schon jetzt das soziale Leben und die Gesundheit der Gastronomiebeschäftigten.

 



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