Abd Alrahman muss bleiben!

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Unser Patensohn, Abd Alrahman AL ABACHEE (jetzt 17 Jahre) ist im Jänner 2015 als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling, nach einer gefährlichen Flucht, auf der er Schlimmes erlebt hat (unter anderem Haft in Bulgarien) aus dem Irak nach Österreich gekommen. Ich kenne seine Fluchtgeschichte, ich kenne die Schilderungen aus seiner Heimat und dennoch kann ich bei aller Empathie nur erahnen was er mitgemacht und was diese Erfahrungen in ihm angerichtet haben. Oft halten mich diese Gedanken und Bilder wach...und ich bin jeden Tag dankbar, dass er es lebend hierher geschafft hat.

Wir haben im August 2015 die Patenschaft für ihn übernommen, nicht ahnend wie sehr dies unser aller Leben verändern würde. Ich kann mich noch gut an der Tag erinnern, an dem ich mich für eine Patenschaft entschieden habe, an das erste Gespräch mit der Volkshilfe, an meine Unfähigkeit aus einer Mappe von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen einen auszuwählen. Ich konnte es nicht. Dann kam Abd Alrahman zufällig zum Gespräch hinzu und die Entscheidung war gefallen. Wir haben uns nicht gesucht aber gefunden! Ich erinnere mich noch an unser erstes Treffen, an das Strahlen, die Hoffnung und das Glück in seinen Augen! Abd Alrahman ist in dieser Zeit in unsere Familie gewachsen, er gehört zu uns, wie unsere leiblichen Kinder und genauso lieben wir ihn. Ich nenne Abd Alrahman auch gerne unseren Bonus-Sohn, weil er unsere Familie nicht nur vergrößert sondern unheimlich bereichert! Alles was wir geben bekommen wir zigfach zurück - mit Momenten des Glücks und der Unbeschwertheit in denen er seine Situation für kurze Zeit vergessen kann, mit einem aufrichtigen Lachen, einer Umarmung.

Wir alle wünschen uns für unsere Kinder, dass sie sicher, geborgen und glücklich aufwachsen können. All dem wurde Abd Alrahman aufgrund seiner Flucht beraubt. Seit er bei uns ist, bemühen wir uns ihm Geborgenheit, Sicherheit und soviel Normalität wie möglich zu geben. Eine normale Jugend erleben zu können. Eine brüchige Sicherheit, belastet von der Zeit des Wartens auf das Interview und dann das Bangen wie die Entscheidung ausfallen würde.

Wir lernen, kochen, essen, einkaufen gemeinsam - normaler Alltag einer Familie mit allen Höhen und Tiefen. Wir begleiten ihn auf Wegen zu Ämtern und Behörden, zum Arzt. Wieviele Stunden haben wir schon in Wartezimmern verbracht! Wir waren an seinem Bett als er operiert werden musste. Wenn er nachts Alpträume hat, beruhigen wir ihn und sitzen an seinem Bett bis er eingeschlafen ist. Wir machen Ausflüge, fahren gemeinsam auf Urlaub...Gut erinnere ich mich an die ersten Wochen und Monate, als wir uns noch mit Händen und Füßen und mit Hilfe eines Arabisch-Deutsch Wörterbuches verständigt haben. Heute diskutieren wir über Umweltschutz, Religion, Politik und Gott und die Welt. Wir lernen voneinander - so sollte Integration doch sein! Er hat so viel über unsere Lebensweise, unsere Werte gelernt - er schätzt sie und versucht sie auch jenen weiterzugeben, die noch völlig fremd hier sind.

Wir geben ihm jegliche Unterstützung um sich weiterentwickeln, um sein Leben hier auf- und weiterzubauen, sei es in finanzieller als auch in jeder anderen Weise.  

Abd Alrahman hat in Linz die NMS abgeschlossen, anschließend die Deutschprüfungen A2 und B1 absolviert und bestanden und eines unserer großen Ziele haben wir endlich erreicht: Ab Herbst 2017 haben wir nun den langersehnten und hart erkämpften Platz im Gymnasium für ihn. Sobald er einen positiven Asylbescheid hat, will er neben der Schule arbeiten um nicht auf Kosten seines Gastlandes oder seiner Pateneltern leben zu müssen (etwas das ihn sehr belastet). Er ist so klug, ehrgeizig, zielstrebig und hilfsbereit. Selbst Flüchtling versucht er zu helfen wo es geht - so hat er zB im Sommer 2015 Nachmittage und Nächtelang am Linzer Bahnhof gedolmetscht.  Und immer wieder überrascht er mich mit seiner Klugheit und einer Weisheit, die nicht seinem Alter entspricht!

Er liebt Österreich, schätzt die Chancen und Möglichkeiten, die ihm hier gegeben werden und will alles tun um etwas davon wieder zurückzugeben.

Wir haben noch so viele Pläne, Ziele und Träume...

Der negative Asylbescheid zerstört alle Hoffnungen und beschwört wieder die Angst herauf, bringt die Alpträume zurück, abgeschoben zu werden in ein Land, eine Stadt (Mossul), die völlig zerstört ist, wo es keinerlei Sicherheit, keinen Frieden, keine Existenz gibt. Wie kann man zulassen, dass jemand in diese Hölle zurückgeschickt wird?

Wir haben so viel Glück in einem Land wie Österreich geboren zu sein, auch wenn uns das oft selbstverständlich scheint und wir uns dessen gar nicht bewusst sind. Ist es nicht hoch an der Zeit etwas von diesem Glück an andere Menschen weiterzugeben, mit ihnen zu teilen. Niemand sagt, dass das leicht ist, aber wo ein Wille ist, da ist ein Weg.

Wir haben viel erlebt in dieser Zeit, aber auch mit dem Wissen von heute würden wir keinen Augenblick zögern und uns wieder so entscheiden.

Wir sammeln Unterschriften, um die Aufmerksamkeit der Entscheidungsträger und der Öffentlichkeit auf das Schicksal von Abd Alrahman AL ABACHEE zu lenken. Bitte unterstützen Sie unsere Aktion mit Ihrer Unterschrift!

Wir wollen unseren Sohn nicht verlieren!!!

Danke!



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