Herr Heil,stoppenSie die Behinderung vonArbeitssuchenden bei derErlangung einer Anstellung

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Ich war von August 2016 bis Februar 2017 aufgrund eines befristeten Vertrages Anhörer beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und wurde wie alle damals befristet eingestellten Mitarbeiter gefragt, ob ich eine Verlängerung meines befristeten Vertrages wünsche. Ich habe dies im Hinblick darauf, dass ich in meinem Herkunftsland Österreich - ich lebe seit 1997 ständig in Deutschland  und habe hier eine 2003 geborene Tochter - und in meinem Zweitstudium neben Jura Geschichte/Germanistik mit einer interdisziplinären Dissertation zu einem Migrationsthema promoviert habe, bejaht habe.

Kurze Zeit nach meiner Interessenbekundung wurde mir mitgeteilt, dass man die Verlängerung meines Vertrages wegen meines ungeschickten Umgangs mit dem Computer- mir fehlen seit einem Arbeitsunfall ein Jahr vor dem Abitur die Endglieder von Zeige- und Mittelfinger der linken Hand - die Verlängerung meines Vertrages nicht empfehlen könnte.

Ich war gezwungen ein arbeitsgerichtliches Verfahren einzuleiten, um Ende August 2017 ein bereits im Dezember 2016 beantragtes Arbeitszeugnis zu bekommen, um mich sinnvoll auf neue Stellen bewerben zu können. Mein Bemühen, keine Sozialleistungen beziehen zu müssen, wurden dadurch in massiver Form behindert.

Während ich trotz ständigen Versendens von Bewerbungen bis zur Jahresmitte 2017 keinerlei Einladungen zu Vorstellungsgesprächen erhielt, bekam ich ab der Mitte des Jahres 2017 in regelmäßigen Abständen Einladungen zu Vorstellungsgesprächen, allerdings bemerkenswerterweise nur auf Bewerbungen im Bereich des öffentlichen Dienstes, obwohl ich mich keineswegs nur auf Stellen im Bereich des öffentlichen Dienstes beworben habe. So habe ich seit August 2017 insgesamt vier Vorstellungsgespräche beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge absolviert, ohne dass es bisher zur Abschluss eines neuen Arbeitsvertrages gekommen wäre.

Ich würde auch gerne - so man dies vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge noch zulässt - weiter beim Bundesamt arbeiten und mein Fachwissen in den Dienst dieser Behörde stellen.

Meine Petition richtet sich daher keineswegs gegen das Bundesamt, sondern gegen die Art wie Behörden und Politiker mit Arbeitssuchenden umgehen und die Art, wie durch Behörden und Politiker die Arbeitsaufnahme von Arbeitssuchenden verhindert wird.

Aufgrund irgendwelcher politischer Vorgaben von außerhalb des Bundesamtes kommt es beim Bundesamt zur Nichtverlängerung von Verträgen von Arbeitsverträgen eingearbeitete Mitarbeiter, während ständig die Stellen jener Mitarbeiter, deren Verträge nicht verlängert werden, neu ausgeschrieben werden.

Dieses Stellenkarussell ist nicht nur wirtschaftlicher Irrsinn, weil man das in die Ausbildung der Mitarbeiter, deren Verträge man nicht verlängert, investiertes Kapital gleichsam verbrennt, sondern es macht auch das Bundesamt anfällig für die unsachgemäße Behandlung von Asylanträgen, wie sie immer wieder von den Medien aufgedeckt wird.

Mein Anliegen geht jedoch über die Problematik Bundesamt weit hinaus. Nach dem Ende meines Anspruches auf Arbeitslosengeld I wurde ich von der Agentur für Arbeit auf einen Antrag auf Arbeitslosengeld II massiv hingewiesen.

Dass dies angesichts der Tatsache, dass meine Mutter im August 2016 kurz vor meinem Dienstbeginn beim Bundesamt verstorben ist und ich natürlich etwas - wenn auch wesentlich weniger als sich das Jobcenter vorstellt - geerbt habe, sehr schwierig war, war mir bewusst.

Wie erklärt man einem Jobcenter, daß man weit vorrangig Unterstütung bei der Erlangung einer neuen Arbeitsstelle benötigt?

Wie erklärt man einem Jobcenter, dass man das Teilerbe nicht nur erbt, sondern auch erhebliche Nachlassschulden bezahlen muss?

Hinzu kommt, dass man mit dem Ende des Anspruches auf Arbeitslosengeld eins auch keinerlei Anspruch auf Unterstützung bei der Erlangung einer neuen Stelle mehr besitzt, bis man Leistungen nach SGB II bewilligt bekommt.

Unglücklicherweise gab mein PC just zu dem Zeitpunkt, als mein Anspruch auf Arbeitslosengeld I endete, seinen Dienst auf und ich benötigte zwei Monate, bis er wieder ordnungsgemäß seinen Dienst versah. Während dieser Zeit wurde ich vom Jobcenter München an die Einrichtungen der Agentur für Arbeit München hinsichtlich der Unterstützung bei der Verfassung von Bewerbungen verwiesen, die mich postwendend wieder an die Einrichtungen des Jobcenters zurückverwiesen.

Erst durch meine nachdrückliche Intervention beim Bürgerbüro des Oberbürgergermeisters der Landeshauptstadt München gelang es mir vor wenigen Wochen durch das Jobcenter München in eine Maßnahme vermittelt zu werden, aufgrund der ich erstmals  auch Vorstellungsgespräche auf Bewerbungen außerhalb des öffentlichen Dienstes erhielt und hoffentlich kurz davor stehe, eine neue Stelle antreten zu können, worauf ich mich schon sehr freue.

Dennoch bin ich Lesern dieser Petition immer noch sehr dankbar, wenn  mich die Leser dieser Petition auf offene Stellen in München aufmerksam machen, damit ich endlich wieder bis zur Erreichung der Regelsaltersrente und darüber weit hinaus ohne weitere Unterbrechung arbeiten kann bzw. darf.

Aufgrund meiner persönlichen Erfahrung werde ich neben dieser Petition einen Gesetzes-vorschlag ausarbeiten, der fern jeder parteipolitischen Orientierung darauf gerichtet ist, Arbeitssuchende so schnell wie möglich wieder in sozialversicherungspflichtige Anstellungen zu bringen Die derzeitige Konstruktion, die auf die Agenda 2010 zurückgeht, ist geradezu darauf ausgelegt, (Langzeit)arbeitslose zu produzieren.

Dieser Vorschlag wird auch die sehr aufwendige Vermögensprüfung, wie sie bisher im Bereich des Arbeitslosengeld II besteht, beseitigen, da diese nur das Problem der Sozialausgaben auf zukünftige Generationen verschiebt.

Wer Arbeitssuchende in Zeiten stagnierender oder sogar sinkender Renten dazu zwingt, Vermögen aufzubrauchen, bevor sie Sozialleistungen beziehen können, legt den Grundstein für explodierende Sozialausgaben der öffentlichen Haushalte in der Zukunft, weil dann nicht mehr auf eventuelles Vermögen der Bedürftigen zurückgegriffen werden kann.

Sehr viel ökonomischer! für die öffentlichen Haushalte ist eine massive Verringerung der Dauer eventueller Arbeitslosigkeit, da in Beschäftigung vermittelte ehemalige Arbeitslose nicht nur keine Sozialleistungen (mehr) beziehen, sondern auch zusätzlich noch Steuern und Beiträge zu den entsprechenden Versicherungen (Arbeitslosen- Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung) leisten können.

Weitere Ergänzungen und Berichte folgen kurzfristig.

Helmut Matejka

 



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