Administrative Kapazitäten gesellschaftlich sinnvoll einsetzen - Grundeinkommen jetzt!

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Nicht erst "seit Corona" ist das bedingungslose Grundeinkommen Gegenstand zahlreicher Petitonen und "Debatten". Diese wurden und werden Seitens der Politik mehrheitlich unkonstruktiv da halbherzig geführt: Jemand soll etwas bekommen ohne zuvor oder im Gegenzug etwas zu leisten? Unvorstellbar. Ende der Diskussion. Eine fast schon dünkelhafte Haltung, die auch unter "normalen" Umständen uneinsichtig und kurzsichtig erscheint (Stichworte: soziale Ungleichheit, ausufernde Bürokratie, Digitalisierung). In Anbetracht der aktuellen Situation kann man das Beharren auf einer eingehenden Überprüfung der "individuellen Bedarfe" aber nur noch mit einem Wort beschreiben: absurd!

Dieser administrative Irrsinn muss aufhören! So schnell wie möglich! Denn einerseits führt er dazu, dass Millionen Menschen eben NICHT zeitnah und unbürokratisch geholfen werden kann und andererseits werden personelle Kapazitäten gebunden, die an anderer Stelle weitaus effektiver eingesetzt werden könnten. Und sollten - um nicht zu sagen "müssen".

Ein Beispiel: Am 27.3. wird in Berlin das Antrags-Procedere für die "Corona-Soforthilfe" eröffnet. Der Server der Investitionsbank Berlin (IBB) ist umgehend "down". Beim eigentlichen Antragsverfahren treten massive Probleme mit dem Datenschutz auf. Nun ruht es. Über 150.000 Menschen befinden sich in der digitalen "Warteschlange". Nichts geht mehr. Mal abgesehen davon, dass es offensichtlich nicht gelingt, den Beantragungsprozess funktional und rechtssicher zu gestalten: All diese "Anträge" werden laut IBB erst einmal "geprüft". Bei den anderen Landesbanken, in den Jobcentern und bei allen weiteren amtlichen Stellen, bei denen wir, die wir üblicherweise Steuern entrichten, um finanzielle Unterstützung "bitten" dürfen, wird es kaum anders aussehen. Gleichzeitig FEHLEN in Deutschland personelle Kapazitäten - nicht nur unmittelbar im Gesundheitswesen oder in der Landwirtschaft, sondern durchaus auch in der Administration. Noch ein Beispiel? Die konsequente Nachverfolgung und Dokumentation von Infektionsketten: Kann dieses Land, das sich weiterhin den Luxus leistet, den Bedarf auf "Grundversorgung" anhand eines Konvoluts von Anträgen, Anlagen und Nachweisen "individuell prüfen" zu wollen, NICHT leisten. Schon jetzt nicht. Und wenn in absehbarer Zeit die Zahl der Corona-Tests von derzeit +/- 200.000/Woche auf 100.000 - 200.000/Tag hochgefahren wird gar nicht mehr...

Was sich auf administrativer Ebene aktuell zeigt mag oberflächlich betrachtet durchaus "bemüht" aussehen - aber es geht sowas von ABSURD an der Realität vorbei! Die Verschwendung personeller Ressourcen in einer für die gesamte Gesellschaft herausfordernden Situation muss aufhören! Und es könnte ganz einfach sein: Ein bedingungsloses GRUNDEINKOMMEN - und sei es auch "nur" ein befristetes. Für ALLE. JETZT.  Es gibt SO VIEL zu tun - und ALLES, wirklich ALLES ist sinnvoller, als Anträge zu bearbeiten oder Bedarfe zu prüfen.

Unabhängig von meinem persönlichen Erleben: Ich verstehe es einfach nicht! Und ich kenne niemanden, dem es anders geht. Ich fordere die Zuständigen, also all diejenigen, die in Entscheidungspositionen sitzen auf, sich umgehend und ohne Einschränkungen für eine gesamtgesellschaftlich sinnvolle und klar lösungsorientierte Nutzung bestehender personeller wie finanzieller Kapazitäten einzusetzen und zeitnah funktionale, unbürokratische, nicht an Bedingungen geknüpfte Hilfe bereitzustellen.