Straßenkinder vor Corona und sexuellem Missbrauch schützen. SOFORT in leerstehende Hotels!

Straßenkinder vor Corona und sexuellem Missbrauch schützen. SOFORT in leerstehende Hotels!

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Andre Neupert
Andre Neupert hat diese Petition unterschrieben.

Sehr geehrte Frau Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey,

sehr geehrte Verantwortliche in den Ländern und Kommunen,

bundesweit sitzen rund 20.000 Jugendliche auf der Straße. Wir wissen wovon wir reden, viele von uns haben selbst auf der Straße leben müssen. Es ist auch ohne Corona- Virus schwer genug auf der Straße zurecht zu kommen. Viele Menschen gehen einfach an obdachlosen Menschen vorbei und sehen sie gar nicht mehr. Für minderjährige und jugendliche obdachlose Menschen gab es schon vor der aktuellen Krise viel zu wenig spezialisierte Angebote, jetzt sind die wenigen Hilfen zumeist geschlossen oder nur sehr eingeschränkt verfügbar. Oftmals blieb und bleibt auch jetzt nur der Weg in Unterkünfte, die eigentlich für Erwachsene gedacht sind, worin es oftmals nur Mehrbettzimmer gibt und kein Schutz für Jugendliche garantiert ist.

Das Leben auf der Straße ist hart, es zerrt an einem, es zerrt an der Gesundheit. Vorerkrankungen und ein immer schwächer werdendes Immunsystem sind keineswegs die Ausnahme. Deshalb sind obdachlose Jugendliche in besonderen Maße dem Ansteckungsrisiko durch das Corona-Virus ausgesetzt. Sie dürfen aber aufgrund von traumatisierenden Erfahrungen (sexueller Missbrauch, Gewalt im Elternhaus) nicht zusammen mit Erwachsenen untergebracht werden. Deshalb brauchen sie jetzt sofort eine Unterbringung in zur Zeit leerstehenden Hotels oder ähnlichem unter Leitung erfahrener Jugendhilfeträger.

Viele dieser Jugendlichen gehen ohne einen sicheren Ort Zwangsbeziehungen ein, nur um ein Dach über den Kopf zu haben, was unter diesem Dach alles passieren kann, möchten wir uns gar nicht vorstellen. Die häusliche Gewalt steigt in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen an, Schutzräume sind rar. Es ist zu befürchten, dass nun auch viele Jugendliche vor der Gewalt im Elternhaus auf die Straße flüchten. Derzeit gibt es in Berlin einen Anstieg der häuslichen Gewalt um etwa 10%!

Wenn nichts getan wird ist das unterlassene Hilfeleistung! Wir fordern mit dieser Petition daher die sofortige Öffnung von ohnehin leerstehenden Hotels/Hostels und Jugendherbergen für Jugendliche von der Straße!

Dies hätte für die Betreiber*innen von Hotels u.ä. den Vorteil, dass durch die Corona ausbleibenden Einnahmen kompensiert werden könnten.

Bund und Länder müssen sofort eine Corona- Soforthilfe bereitstellen, um ein Jugendnotprogramm umzusetzen. Der Infektionsschutz darf nicht vor der Obdachlosigkeit halt machen! Frau Bundesministerin Giffey, verantwortliche Landesministerinnen und -minister: Spannen sie jetzt einen Rettungsschirm für Straßenkinder auf! Jeder Tag kann Leben kosten!

Unterschreiben sie deshalb diese Petition!