Fortbidlungsbezeichnung "Bachelor/Master Professional in ..." auch für Abschlüsse vor 2020

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Durch die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) im Jahr 2019 werden drei einheitliche Fortbildungsstufen und drei griffigen Abschlussbezeichnungen eingeführt:
Geprüfter Berufsspezialist
Bachelor Professional
und Master Professional.


Nach dem aktuell Rechtsstand regelt das BBiG nur künftige Vergabe von Abschlussbezeichnungen. Diejenigen, die sich vor dem 31.12.2019 zur Fortbildungsprüfung angemeldet haben, werden nach "alten" Verordnungen geprüft und haben keinen Anspruch auf neue und aufwertende Fortbildungsbezeichnung "Bachelor oder Master Professional in ".

Die BBiG-Novellierung setzt ein Zeichen, dass die Höhere Berufliche Bildung keine Bildung der zweiten Klasse ist und gleichwertig mit Hochschulbildung angesehen werden soll. Dennoch werden durch die Novellierung de facto Fortbildungsabsolvente der zweiten Klasse kreiert, und zwar diejenigen die sich zur Fortbildungsprüfung vor dem 31.12.2019 angemeldet haben. Es ist anzunehmen, dass die Lehrgangs- und Prüfungsinhalte in den alten und neuen Verordnungen vergleichbar bleiben werden, insofern dürfen diejenigen nicht benachteiligt werden, die mehrere Jahre auf Ihren Abschluss auch vor der BBiG-Reform hart hingearbeitet haben und auf mehrere Hundertstunden gemeinsamer Zeit mit Ihren Kleinkindern und Partnern verzichtet hatten, um die Fortbildung erfolgreich zu absolvieren.

Laut Frau Bundesbildungsministerin Anja Karliczek "werden Zeichen für mehr Internationalität, für mehr grenzüberschreitende Zusammenarbeit gesetzt. Wir schaffen Transparenz – mit drei einheitlichen Fortbildungsstufen: Geprüfter Berufsspezialist, Bachelor Professional und Master Professional. Da wird schon an der Sprache deutlich: die berufliche Bildung in den Betrieben ist vergleichbar im Wert mit der Ausbildung an den Universitäten. Und auch im Ausland werden die neuen Bezeichnungen gut verstanden. Das ist gerade in den weltweit operierenden Unternehmen und an Landesgrenzen wichtig. So stärken wir die berufliche Bildung als Marke. So stärken wir Karrierechancen. ..." und „Durch die attraktiven, international anschlussfähigen Abschlussbezeichnungen wird ein wichtiges Signal für die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung gesetzt und die Mobilitäts- und Karrierechancen der Absolventen werden gestärkt.“

Wir fordern Frau Bundesbildungsministerin Anja Karliczek auf, eine kulante Regelung in den Verordnungen für Fortbildungsprüfungen einzuführen, die eine Rückwirkung sicherstellt und den Aufstiegsfortbildungsabsolventen vor der BBiG-Novellierung es ermöglicht die neue, aufwertende, leicht verständliche Berufsbezeichnung "Bachelor / Master Professional in " zu führen und eine Benachteiligung auszuschließen.

Alex Gruber

geprüfter Betriebswirt (BBiG)