Misshandlungen gefangener Armenier stoppen! Gefangenenaustausch sofort umsetzen!

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Nach dem blutigen Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien um Nagorno Karabach kam unter russischer Vermittlung am 10. November 2020 eine Vereinbarung über einen Waffenstillstand zwischen beiden Seiten zustande.

Das Dokument sieht auch einen Austausch von Kriegsgefangenen vor, überwacht von russischen Friedenstruppen, die jetzt in der Region stationiert sind. Doch mehr als einen Monat nach dem Abkommen sind immer noch zahlreiche Armenier in aserbaidschanischer und einige wenige Aserbaidschaner in armenischer Kriegsgefangenschaft. Aserbaidschan wird beschuldigt, den Gefangenenaustausch absichtlich zu verzögern.

Mittlerweile mehren sich Berichte über schwere Misshandlungen armenischer Gefangener in Aserbaidschan. Im Internet kursieren zahlreiche Videos, die solche Misshandlungen und Grausamkeiten zeigen. Amnesty International fordert eine sofortige Untersuchung von Videos, die Enthauptungen und andere Kriegsverbrechen zeigen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat die Vorwürfe eingehend untersucht und erklärt, dass an der Echtheit mancher Videos, die Misshandlungen und Demütigungen zeigen, kein Zweifel besteht. Zum Schicksal armenischer Gefangener in Aserbaidschan sagte eine Vertreterin von HR wörtlich: „Wir sorgen uns ernsthaft um ihr Leben und ihre Gesundheit."

Das ohnehin schwer belastete Verhältnis zwischen Armeniern und Aserbaidschanern hat sich durch die Kriegshandlungen zu hasserfüllter Feindseligkeit gesteigert. Angeheizt wird das Triumphgefühl der aserbaidschanischen Kriegssieger auch von ihrem Präsidenten Ilham Alijew, der Armenier als zu vertreibende "Hunde und Ratten" bezeichnet hat. Diese Rhetorik wurde in einer Siegesparade am 10. Dezember vom türkischen Präsidenten Recip Erdogan aufgegriffen, der davon sprach, dass noch nicht alle Aserbaidschan zustehenden Gebiete „befreit“ worden seien. In einer solchen Atmosphäre müssen armenische Gefangene um ihr Leben fürchten. Sie sind in ernster Gefahr!

Wir appellieren an die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation sowie an die Europäische Union und an das Internationale Rote Kreuz

sich für die sofortige Beendigung von Misshandlungen und Folterungen von armenischen Kriegsgefangenen in Aserbaidschan einzusetzen und

auf einen sofortigen Austausch der armenischen und aserbaidschanischen Kriegsgefangenen zu drängen!