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Aus Menschlichkeit & Solidarität: Lasst uns weiteren Schmerz für diese Familie verhindern

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Armenische Flüchtlings-Familie braucht Hilfe!!!!

 

Seit November 2015 bin ich Mitarbeiter einer Flüchtlingseinrichtung.

Im Oktober letzten Jahres (2016) wurde uns eine Familie aus Armenien zugewiesen.

Die Mutter: Narine, 30 Jahre
Der Junge: Agvan, 11 Jahre
Das Mädchen: Larisa,10 Jahre

Es dauerte eigentlich nicht lange bis die Mutter mir (Marco Hoffmeister) vertraute und ihre Geschichte erzählte:

„Meine Kinder haben auch einen Vater, meinen Mann Gagik. Nur: Er ist zurzeit im Krankenhaus in Bielefeld und er dürfe dort nicht raus, um zu uns zu kommen“.
Ich fragte warum? Was hat er gemacht, was hat er?
Sie sagte: „Marco, er ist sehr krank und ich weiß nicht was ich machen kann, um ihm zu helfen. Er hat Krebs.“
Das Gespräch war intensiv und dauert lange, da ich alles wissen wollte und musste, um Ihr helfen zu können.
Nachdem mir bewusst wurde wie krank der 34jährige Ehemann und Vater ist, habe ich alles mir mögliche getan, um die Familie wieder zusammen zu bringen. Beim Vater war der Krebs bereits metastiert -  die Knochen, die Lungen und die Lymphen bereits stark angegriffen.

Mit der zuständigen Gemeinde und auch dem BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) habe ich gesprochen, um zu erreichen den Vater wieder mit seiner Familie zusammenzuführen (Umverteilungsantrag).


Jeder der sich damit auskennt, weiß: Dies kann lange dauern.
Da der Vater aber so krank war und auch die Ärzte mir sagten, dass er die Krankheit nicht überleben wird, wurde nicht locker gelassen.
Mir und auch der Familie war es wichtig, dass der Vater bei seiner Familie ist.
Natürlich gab es Auflagen die zu erfüllen waren: Einen Pflegedienst bestellen, ein Taxiunternehmen finden die ihn zu notwendigen Behandlungen bringen, ein Krankenbett organisieren, vertrauensvolle Ärzte finden, die im Notfall auch nachts rauskommen.
Es ließ sich alles organisieren und so konnte der Vater zu seiner Familie kommen.

 


Einige Zeit konnte die Familie so noch mit Gagik verbringen. Einige Krankenhausaufenthalte waren notwendig. Viel gemeinsame Zeit konnten sie noch in einem Wohncontainer im Flüchtlingsheim zusammen verbringen, in dem ein Pflegebett untergebracht werden konnte. Am 18.01.2017 ist der Vater leider im Krankenhaus verstorben und die Familie musste wieder und diesmal für immer Abschied nehmen.
Jeden Tag wurde der Vater von seiner Frau und den Kindern im Krankenhaus besucht, bekam Blumen oder aber die Geschichten des Tages erzählt. Narine und ich waren bei seinem letzten Atemzug dabei. Ich holte die Kinder von der Schule ab und diese konnten ihren Vater noch ein letztes Mal sehen.

In der Folge dieser schweren Zeit entwickelte sich bei Narine eine Posttraumatische Belastungsstörung, dies wurde durch eine Klinik diagnostiziert. Das Gefühl, nicht helfen zu können, einen starken Verlust verarbeiten zu müssen und trotzdem der Fels für die Kinder zu sein, war ein zu massiver Druck.

Nun muss die Familie Deutschland verlassen!!!! (Abschiebung)

Es wird davon ausgegangen, dass sich die traumatische Verarbeitung dadurch verschlimmern wird. Das wir eine Familie in Deutschland aufgeben, aus unserem Blickfeld lassen und uns deren Zukunft damit egal ist. Zumindest mehr Zeit für die Verarbeitung sollte möglich sein. Es sollte möglich sein, wann immer der Familie danach ist, das Grab des Vaters besuchen zu können und so langsam und im eigenen Tempo Abschied zu nehmen.

Wir sollten einer Familie helfen, die sich hier mit größter Mühe integriert. Die Kinder besuchen die Schule, sprechen mittlerweile sehr gutes Deutsch. Narine besucht wochentags täglich einen Deutschkurs, beschäftigt sich mit unserer Kultur und ist dankbar dafür, dass unser Land in schweren Zeiten helfen konnte.


Ich finde es Unerträglich wissen zu müssen, dass die kleinen Kinder ohne ihren Papa weiter leben müssen – dies war ein zu früher Abschied. Aber: Muss man ihnen nun auch noch die Grabstätte nehmen und nach kurzer Zeit erneut seelische Schmerzen zufügen? Wir werden alles in Bewegung setzen, um zumindest einen Aufschub zu erreichen und dafür wäre eure Hilfe großartig!

Bitte unterstützt die Familie


Danke Marco

„Jeder Mensch ist nicht nur er selber, er ist auch der einmalige, ganz besondere Punkt, wo die Erscheinungen der Welt sich kreuzen, nur einmal so und nie wieder. Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig und jeder Aufmerksamkeit würdig.“ (Hermann Hesse – Demian)

 

 



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