Wer gehört dazu und wer nicht? Zu den Äußerungen des Tübinger Oberbürgermeisters

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Wer gehört dazu und wer nicht?

„Weil der Typ mit nacktem Oberkörper, Kopfhörer und einer unglaublichen Dreistigkeit um die Leute rum gekurvt ist. Das gehört sich für niemand und für einen Asylbewerber schon dreimal nicht."...

„Weil ich wette, dass es ein Asylbewerber war. So benimmt sich niemand, der hier aufgewachsen ist mit schwarzer Hautfarbe. Das wäre völlig missglückte Integration.“...

Diese beiden Beiträge stehen in einer langen Reihe von Äußerungen von Boris Palmer, die offen oder latent alle die gleiche Botschaft aussenden: Menschen mit nichtdeutschen Wurzeln, anderer Hautfarbe und anderer Nationalität sind wahlweise eine Gefahr, eine Bedrohung oder ein Problem.

Das ist schlichtweg diskriminierend. Diese systematische herabwürdigende Ungleichbehandlung, dieses Messen mit zweierlei Maß wollen wir nicht länger akzeptieren.

Wir wissen, dass Menschen, die neu hierher kommen von vielen Seiten unter besonderem Erwartungsdruck stehen. Diesen Druck erhöht Boris Palmer bewusst seit Jahren und stört so ein friedliches Zusammenleben.

Wir fragen uns: Wer darf dazu gehören und wer nicht? Und wer gibt Boris Palmer das Recht, das zu entscheiden? Die fortgesetzten Herabwürdigungen durch Boris Palmer gegenüber Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte und denjenigen, die Boris Palmer für solche hält, machen das Zusammenleben in unserer Stadt schwieriger und gehen auf Kosten der Akzeptanz von zugewanderten und geflüchteten Menschen.

Diese Äußerungen sind inzwischen sogar ein Integrationshemmnis, weil sie bei vielen, die als Migrant*innen nach Tübingen gekommen sind oder als Kinder und Enkel dieser Migrant*innen hier aufgewachsen sind, das Gefühl auslösen, nicht willkommen zu sein und nicht dazu gehören zu sollen. Das hinterlässt Verletzungen und reißt Gräben zwischen Menschen auf, deren Überwindung uns viel Kraft und Anstrengung kosten wird.

Wir sind der Meinung, dass die Menschen in unserer Stadt das Gefühl von Zugehörigkeit, Kontinuität und Vertrauen brauchen, damit sie sich heimisch fühlen und sich entfalten können.

 Die Haltung des Oberbürgermeisters wirft Fragen auf. Sie konterkariert die anerkennenswerten Integrationsbemühungen der Stadt, weil sich Migrant*innen fragen, wie unvoreingenommen ihnen Stadt und Stadtverwaltung begegnen.

Wir fordern, dass Boris Palmer seine Haltung und sein Auftreten überdenkt und künftig sein Amt als Oberbürgermeister aller Menschen in Tübingen ausübt, damit wir uns auch in Zukunft als „dazu gehörig“ fühlen können.



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