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Bleiberecht für Familie Gholami!

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Wir bitten, dass die Familie Gholami aus Bielefeld, ihr Asylverfahren in der Bundesrepublik Deutschland durchführen darf. Die Bundesrepublik Deutschland soll ihr Selbsteintrittsrecht im Dublin III-Verfahren ausüben.

Die Familie Gholami (2 Erwachsene und ein 14-jähriger Junge) kommt aus Teheran. Der Vater, Asad, geb. 1967, ist Fotograf und Filmemacher. Er hat an der Universität Teheran Fotografie studiert und zuletzt nach Dienstreisen in Afrika als Regieassistent gearbeitet. Die Mutter, Samira, geb. 1973, ist studierte Buchhalterin in der Stadtverwaltung von Teheran gewesen. Arshia das einzige Kind der Familie geht mittlerweile auf die Laborschule und ist im Bielefelder Schwimmverein aktiv.

Nach Inhaftierung des Vaters und Auferlegung eines Film-, Fotografier- und Schreibverbots sowie nach Drohung mit der Entführung des Sohnes entschloss sich die Familie Anfang September 2014 zur Ausreise. Mithilfe eines Schleppers, dem sie ca 45.000 € gezahlt hat, wollte die Familie nach Kanada. Sie sind mit einem Schengen-Visum über Frankreich eingereist. Der Schleuser hat sie dann in Düsseldorf alleingelassen. Nach Aufenthalten dort und in Wickede ist die Familie nach Bielefeld gekommen, hat zunächst in der Teichsheide gewohnt und bewohnt nun seit Januar dieses Jahres eine sehr schöne Wohnung in Quelle.

Die Familie möchte in Deutschland bleiben. Alle drei lernen eifrig Deutsch (die Eltern besuchen mehrmals pro Woche einen Sprachkurs im IBZ). Der Junge ist klug und lernt schnell in der Schule und von Freunden. Auch mit ihm ist eine einfache Verständigung gut möglich. Er erhält weitere Unterstützung von der Laborschule und von privater Seite. Sie hat sich bereits gut integriert.

Nach der ablehnenden, in der Sache wohl nicht zu beanstandenden Entscheidung des Gerichts im Eilverfahren droht ihnen nun die Rückführung nach Frankreich. Die Rücküberstellung nach Frankreich war für den 21. Juli 2015 geplant und ist nach Aussetzung zum Zwecke der Reisefähigkeitsprüfung weiter zu befürchten. Ich halte die Rückführung nach Frankreich für völlig inhuman. Gerade für den 14-jährigen Arshia wäre eine Überstellung nach Frankreich eine besondere Härte. Er hat sich bereits gut sozial und sprachlich integriert. Die Laborschule und das SchwimmTeam machen ihm Freude, und er hat hier auch schon Freunde gefunden.


Neben den weit reichenden psychischen Folgen, die im Falle einer Rückführung der Familie nach Frankreich zu vergegenwärtigen wären (beide Elternteile sind bereits in psychologischer und psychiatrischer Behandlung), hieße eine Überstellung nach Frankreich für Arshia auch, dass er wieder - wie dann auch seine Eltern - eine andere Sprache lernen müsste. Zudem würde Arshia noch ein weiteres Schuljahr verlieren, obwohl er gerade an der Laborschule Fuß gefasst hat und seine schulische Entwicklung hier positiv bewertet wird.

Zu meiner Person: Ich bin im Bielefelder Bündnis gegen Rechts aktiv und habe in dessen Namen in Kooperation mit dem Bielefelder Lichtwerkkino im vergangenen Winter einen kostenfreien Kinonachmittag für geflüchtete Kinder veranstaltet. Bei dieser Filmveranstaltung, gezeigt wurde "Paddington", sprach mich Arshia, der Sohn der Famile an, und wir haben uns eine Weile unterhalten. Aus diesem ersten Kontakt hat sich eine gute Freundschaft zur Familie entwickelt. Dies nicht zuletzt auch, weil mein Vater selbst aus Teheran stammt. So helfe ich nun der Familie bei der Integartion und diese hilft mir, meine persischen Wurzeln besser kennen zu lernen. Also, eine echte Win-Win-Situation. Arshia ist mir über die Zeit ganz besonders ans Herz gewachsen. Er ist mein "Adoptivkind im Herzen" geworden, und ich wünsche ihm, eine gute Zukunft in Deutschland. Ich finde er hat sie verdient!



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