Halbe Miete in 2020: Vermieter-Solidarität für kleine Läden, Cafés, ... in Corona-Zeiten

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Mich bedrückt der Gedanke an verödete Innenstädte und verwaiste Straßenzüge, die es zukünftig nicht mehr ermöglichen, sich in der Freizeit etwas Gutes zu gönnen oder andere Menschen in angenehmer Umgebung zu treffen. Damit meine ich nicht die aktuell notwendigen Einschränkungen aufgrund des Corona-Virus - sondern die langfristigen Folgen der derzeitigen Krise.

Die im März 2020 angeordneten Schließungen von vielen Ladengeschäften sowie allen Restaurants, Cafés, Kneipen, Bars, Kinos, Konzertsälen, Veranstaltungs- und Schulungsräumen, usw. werden viele der betroffenen Einrichtungen in bedrohliche finanzielle Schwierigkeiten bringen. Damit werden wohl unweigerlich viele tolle Angebote, die unser Leben bisher bereichert haben, verloren gehen.

Muss es aber wirklich sein, dass z.B. unverändert fällige Mietzahlungen bei gleichzeitig fehlenden Einnahmen vielen Anbietern "den Rest geben"? Ein Großteil der deutschen Immobilienwirtschaft sollte ausreichend Rücklagen haben, um dieses Jahr ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit den betroffenen Gewerbemietern zu ermöglichen. Laut einer Immobilienscout24-Analyse von >90.000 Angeboten hat sich beispielsweise die Durchschnittsmiete im Berliner Einzelhandel über die letzten 10 Jahre fast verdoppelt und damit den Vermietern und Investoren Rekordeinnahmen beschert.

Mit Blick auf die beschriebene Situation sollte die folgende Forderung an die deutschen Immobilien-Branchenverbände nicht unerfüllbar sein: Bitte empfehlen Sie dringend und nachdrücklich ihren Verbandsmitgliedern, die gewerbliche Immobilien vermieten, die Kaltmieten für derzeit geschlossene Läden und Einrichtungen für das gesamte Jahr 2020 ausnahmsweise zu halbieren! Das hätte das Potenzial, viele derzeit gefährdete Läden und Einrichtungen zu retten. Und das käme nicht nur den Betroffenen sowie deren Kundschaft zugute, sondern auch den Vermietern - als solide Basis für ein gutes Jahr 2021 für uns alle!

Die Politik hat bereits diverse Unterstützungsangebote etabliert oder neu angekündigt - aber das allein wird in vielen Fällen nicht ausreichen. Im Zusammenspiel mit großzügigen Vermietern und natürlich - nach überstandener Corona-Krise - wieder "spendierfreudigen" Kunden könnte jedoch das Durchhaltevermögen der Betroffenen beträchtlich gestärkt werden. Wenn die Händler, Betreiber, Veranstalter, usw. Licht am Ende des Tunnels sehen, dann können sie uns allen später im Jahr dabei helfen, die Stimmung im ganzen Lande schnell wieder aufzubessern. :-)