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Rettet unsere 100-jährige Gartenanlage! Stoppt die Baupläne der Stadt Dortmund!

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Rettet unsere 100-jährige Gartenanlage! Stoppt die Baupläne der Stadt Dortmund! Nicht weit vom ehemaligen Industriegebiet auf Phönix-West in Dortmund liegt direkt über der Emscher die Gartenanlage „An der Kluse“: eine ca. 0,8 Hektar große Anlage mit 26 Parzellen. Das entspricht etwa einem Fußballfeld. Dieses Grundstück möchte die Stadt Dortmund nun für Bauland freigeben. Unsere Gartenanlage blickt auf eine über hundert Jahre alte Geschichte zurück, die eng verknüpft ist mit der Industriegeschichte im Stadtteil Hörde: Anfangs nutzten Arbeiter das Stück Land, um dort ihr Gemüse anzubauen und sich in harten Zeiten selbst zu versorgen. Später wurden die einzelnen Parzellen zum Teil von Generation zu Generation weitergegeben. Auch heute noch sind sie ein sozialer Treffpunkt für Groß und Klein in unserem Quartier. Eine Quasi-Enteignung und Zerstörung der Gärten würde für viele Menschen nicht nur einen tiefen Einschnitt in ihr gesellschaftliches Leben bedeuten, sondern auch so manchen von ihnen in die Isolation treiben. Ein Stück Dortmunder Stadtgeschichte würde unwiederbringlich verloren gehen. Schon deshalb ist diese Gartenanlage unbedingt erhaltenswert! Durch ihren langen gewachsenen Bestand bietet die Gartenanlage zugleich Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tierarten: In Hecke, Staudenbeet, Teich, Wiese usw. finden Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche, verschiedenste Arten von Vögeln und Insekten sowie Kleintiere wie Igel ihre Heimat. Nicht zu vergessen der alte Obstbaumbestand. Erst gerade wurde die benachbarte Emscher mit viel EU-Geldern renaturiert. Ein Projekt, auf das die Stadt Dortmund zu Recht stolz sein darf. Umso weniger ist es vertretbar, wenn jetzt direkt angrenzende, ökologisch wertvolle Gebiete dem Erdboden gleichgemacht werden sollen. Unsere natürlich gewachsene Anlage ist rechtlich als Grabeland ausgezeichnet, Eigentümer ist die Stadt Dortmund. Diese bzw. ihre Vertreterinstitutionen haben in der Vergangenheit bereits mehrere Anläufe unternommen, sie in eine Kleingartenanlage umzuwandeln, die besonderem Schutz unterliegen würde und nicht so einfach umgewandelt werden könnte. Dafür sollten die Pächter bestimmte Bedingungen erfüllen. Erst vor 2 Jahren wurden Neupächter, als einige nach der Emscher-Renaturierung brach liegende Grundstücke neu vergeben wurden, mit der Aussicht auf Kleingartenland dazu ermuntert, das Land wieder „urbar“ zu machen. Ihnen wurde eine für Kleingärten typische Bebauung von 24 m² gestattet – selbst im letzten Sommer noch. Diese Pächter haben viel Geld und Arbeit in ihre Gärten investiert – ebenso wie andere neue Pächter, die die „geerbten“ Lauben auf das gleiche Maß zurückbauen mussten. Das Problem war nur: Die Umwandlung fand nicht statt. Und das Resultat: Die Stadt Dortmund hat nun leichteres Spiel, den Flächennutzungsplan zu ändern und das Grundstück zur Bebauung an Investoren zu verkaufen. Wir Pächter fühlen uns betrogen. Grabeland ist per Definition durch seinen temporären Charakter gekennzeichnet. Und den besitzt unsere Anlage definitiv nicht. Sie ist de facto eine Kleingartenanlage, was sich auch in der Organisation der Pächter in einem eingetragenen Verein mit Vereinshaus und Gemeinschaftsaktionen wiederspiegelt. Die Stadt Dortmund argumentiert mit benötigtem Wohnraum. Das mag stimmen. Aber gerade im Stadtteil Hörde wurde in den letzten Jahren sowieso schon extrem viel gebaut – allein um den neu entstandenen Phönix-See herum (allerdings vorwiegend Luxusbauten!). Und keine 500 Meter Luftlinie von unserer Gartenanlage wartet bereits das nächste große Wohnprojekt auf den Startschuss: auf einem ehemaligen Schulgelände samt zugehörigen Parkplätzen werden ebenfalls neue Wohnungen entstehen - auf einer Fläche, die größer ist als 5 Fußballfelder. Völlig unverständlich also, dass nun auch noch unsere Anlage den kurzsichtigen Bebauungsplänen der Stadt Dortmund, dem Profitstreben von Investoren und der Ignoranz gegenüber Natur und Umwelt zum Opfer fallen soll. Sie ist aufgrund ihrer historischen, sozialen und ökologischen Bedeutung besonders schützenswert und für den sozialen Zusammenhalt unseres Quartiers unersetzlich. Unsere Gartenanlage muss bestehen bleiben. Helfen Sie uns durch Ihre Unterschrift!
This petition was delivered to:
  • Bezirksvertretung Dortmund Hörde,
  • Stadt Dortmund


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