Keine weitere Flächenversiegelung in Krefeld auf Kosten der Umwelt

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Die 1. Änderung des Regionalplans der Bezirksregierung Düsseldorf sieht vor, dass in Krefeld ca. 71 ha zusätzliches Wohnungsbauland ausgewiesen werden soll. Aus Umweltschutzgründen ist der NABU Bezirksverband Krefeld/Viersen e.V.gegen eine Erweiterung der Bauflächen in Krefeld. Aber auch städtebauliche Aspekte sprechen dagegen. Im Einzelnen erheben wir die folgenden Einwände:
 
1.    Allgemeiner Klimaschutz
Angesichts der sich verschärfenden Umwelt- und Klimakrise lehnen wir eine zusätzliche Versiegelung von Naturflächen strikt ab, denn eine Bebauung bedeutet eine weitere und irreversible Zerstörung der für uns lebensnotwendigen Natur.
 
2.  Insbesondere die ausgewiesenen Gebiete sind schutzwürdig und daher für eine Bebauung ungeeignet. Insgesamt umfasst das neu zu erschließende Bauland die folgenden 6 Flächen:
 
     KR_01 Am Obergplatz/Ottostraße
     KR_02 Kliedbruch
     KR_03 Elfrath
     KR_07 Hülser Bruch
     KR_11 Kliedbruchstraße
     KR_12 Oppum-Süd
 
Diese Areale liegen überwiegend in Landschaftsschutzgebieten oder enthalten schutzwürdige Biotope, die unverzichtbar für uns Menschen sind. Unter Anderem bilden sie wichtige Rückzugsgebiete für unsere akut gefährdeten Insekten. Die Fläche KR_01 beispielsweise beherbergt den bekannten und beliebten Mitmachbauernhof „Mallewupp“, das Kleingewässer „Holthausens Kull“ sowie die Kleingartensiedlung Uhlenhorst und liegt teilweise im Landschaftsschutzgebiet. Durch eine Bebauung würde dem Bauernhof seine Existenzgrundlage entzogen und das Landschaftsschutzgebiet gefährdet.
 
3.    Die Erschließung von zusätzlichem Bauland geht am Bedarf vorbei
Nach aktuellen Prognosen werden in Krefeld die Einwohnerzahlen in den nächsten Jahren weiter zurückgehen. Daher finden wir die Ausweisung zusätzlicher Baugebiete absurd, besonders wo bereits neue Baugebiete in Planung sind, denn zur Zeit werden in Krefeld 10 Bebauungspläne für eine Fläche von insgesamt 42 ha entwickelt. Dazu zählt das 16 ha große, ehemalige Kasernengelände an der Kempener Allee, das ca. 12 ha große Wiesenhofgelände in Traar und ein erster 7,8 ha großer Teilabschnitt des Neubaugebietes Fischeln Südwest, welches noch einmal um 2x 8 ha vergrößert werden kann. Darüber hinaus wird die Bebauung an vielen Stellen in der Stadt und in den Stadtteilen durch Lückenschließungen und Innenhofbebauungen verdichtet.
 
4.    Weitere Bebauung in den Randbezirken schwächt die Krefelder Innenstadt zusätzlich
Bei einem Rundgang durch die Krefelder Innenstadt und durch angrenzende Stadtteile fällt auf, dass viele Häuser und Wohnungen leer stehen. Nach Angaben des Vereins„Haus und Grund Krefeld“ wurden Anfang des Jahres 2019etwa 4.500 Wohneinheiten in Krefeld nicht genutzt („Krefeld baut falsche Wohnungen“, Westdeutsche Zeitung, 24.02.2019).
 
Aus den genannten Gründen lehnen wir die Ausweisung zusätzliche Baugebiete auf Krefelder Stadtgebiet ab. Die Natur als unsere Lebensgrundlage muss geschützt werden, damit Krefeld auch für nachfolgende Generationen lebenswert bleibt, und eine Instandsetzung verfallender Wohnungen und Häuser muss Vorrang vor der Versiegelung neuer Flächen erhalten.
 
Weitere Informationen finden Sie hier:
https://nabu-krefeld-viersen.de/detail/news/1-aenderung-des-regionalplans-duesseldorf/ 

Ihre Stimme zählt – für ein lebenswertes Krefeld!
 
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

NABU Naturschutzbund Deutschland 
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