Petition geschlossen.

Für den Erhalt des Kinderladens Sieglindestraße 8! Verdrängung von Kinderläden stoppen!

Diese Petition hat 524 Unterschriften erreicht


Petition #kilableibt 27.02. 2017

Verdrängung von Kinderläden stoppen! Kindereinrichtungen besser schützen, neue Anreize schaffen!

Der Kinderladen in der Sieglindestraße 8 in Friedenau muss im Sommer 2017 nach 38 Jahren Mietverhältnis aus seinen Räumen. Die neuen Eigentümer haben das Mietverhältnis gekündigt und die Miet- und Kaufangebote des Elterninitiativ-Kinderladens abgelehnt. 17 Kinder zwischen 2 und 6 Jahren und 3 Erzieher stehen ab Sommer 2017 auf der Straße. Die Suche nach neuen Räumen blieb bisher erfolglos.

Kinderladen Sieglindestraße erhalten!

Jetzt bitten wir um politische Initiativen, um das Mietverhältnis fortzusetzen. Alternativ bitten wir um Unterstützung bei der Suche und Anmietung neuer Räume. Ideal wären ca. 100 qm 4 bis 5 Zimmer in Friedenau. Wir wünschen uns eine unbürokratische Unterstützung bei der Anerkennung neuer Räume als Kindereinrichtung.

Es geht nicht nur um uns.

Mieten und Kaufpreise für Immobilien sind in den letzten Jahren in Berlin exorbitant gestiegen. Neben vielen Einzelschicksalen ist es der Eingriff in die Kiezinfrastruktur, der nicht mehr einfach hingenommen wird und gegen den sich viele wenden. Wir auch! Auch wenn wir neue Räume finden oder sich unsere Vermieter doch noch anders entscheiden und unser Mietverhältnis verlängern, wir treten jetzt auch für alle anderen Kinderläden und Bildungseinrichtungen ein, die von Verdrängung betroffen sind oder sein werden.

Es geht um unseren Kiez.

Ein Kinderladen ist kein Gewerbe wie jedes andere. Wir gehören zum Kiez, prägen die Umgebung, tun etwas für eine lebenswerte und vitale Kiez-Infrastruktur. Wir haben mehr als hundert Kindern schon in ihrer frühkindlichen Entwicklung den Friedenauer Kiez näher gebracht, wir machen die Sieglindestraße seit Jahrzehnten bunter und werten die Straße auf, wir sind im ganzen Kiez bekannt und viele erfreuen sich unserer fröhlichen Kinder. Wir sind Friedenau! Es geht um die Frage, in welchem Kiez wir in Friedenau, in welchen Kiezen wir Berlin leben wollen. Hochsanierte Viertel, die keinen Platz für Kinder und Dinge des Alltäglichen haben? Oder legen wir, legt Berlin wert auf Vielfalt, schätzt Traditionen und erhält Kieze für einen lebenswerten Mittelpunkt, für Jedermann, Familien mit Kindern und mit Einrichtungen des täglichen Bedarfs? 

 Es geht um Bildungsvielfalt.

Der Kinderladen Sieglindestraße gehört zu den Begründern der Kinderladeneinrichtungen, die unsere Art und Weise Kinder zu betreuen, mit verändert hat. Als kleine Einrichtungen bieten wir ein Bildungsangebot, das die großen Einrichtungen ergänzt. Große Einrichtungen bieten andere Vorteile als kleine, familiäre Einrichtungen. Beides zusammen bedeutet Vielfalt bei der Kinderbetreuung. Wir gehören zur Bildungskultur!

 Es geht um den Ort für Kinder in unserer Stadt.

Vermieter ziehen sich hinter Verträge und das Gewerbemietrecht zurück. Auch unsere Eigentümer tun das. Wir hätten ja wissen müssen, dass das Mietverhältnis endet, heißt es. Es geht aber eben nicht so einfach. Wir haben über 50 Läden angefragt. Die Antworten sind immer die gleichen: zu teuer, nicht geeignet oder bitte keine Kinder! Hier stellt sich dann auch die Frage, wo Kinder Platz in unserer Gesellschaft finden. Abgedrängt am Stadtrand oder in unserer Mitte? Die Antwort sollten aus unserer Sicht nicht einzelne Vermieter geben dürfen. Das ist eine öffentliche Angelegenheit und gehört auf die politische Agenda!

Gewerbemietrecht reformieren und Anreize für die Vermietung an Kindereinrichtungen schaffen!

Im Gegensatz zum Mietrecht für Privatpersonen gibt es so gut wie keinen Schutz für Gewerbemieter. Jedes Gewerbe wird gleich behandelt, ob Burgerkette, Wettbüro oder eben ein Kinderladen. Das geht nicht! Wir fordern eine Anpassung des Mietrechts. Insbesondere kleine Bildungseinrichtungen brauchen einen besonderen Schutz vor persönlichen Befindlichkeiten der Vermieter oder ortsunüblichen Mietsteigerungen. Gleichzeitig brauchen wir z.B. steuerliche Anreize für Eigentümer bei der Vermietung an kleine Kindereinrichtungen.

Milieu- und Bestandsschutz für kleine Kindereinrichtungen einführen!

Berlin hat angefangen, einzelne Kieze unter Milieuschutz zu stellen, um sozialer Verdrängung entgegenzuwirken. Wir fordern einen berlinweiten Milieuschutz auch für kleine Bildungseinrichtungen, die zum Kiez seit Jahrzehnten gehören. Kinderläden, die sich bewährt haben und stets positiv evaluiert worden sind, sollten ihren Bestandsschutz auch auf neue Räumlichkeiten übertragen können. 

Unbürokratische Regelungen für kleine Kindereinrichtungen durchsetzen!

Die Raumsuche wird zusätzlich erschwert durch die hohen gesetzlichen Anforderungen, die ein Kinderladen zu erfüllen hat. So brauchen zum Beispiel 15 Kinder im Bad 9 qm für ein Klo und ein Waschbecken. Oder für die kleinen Jacken der Kinder müssen wir pro Kind 0,4 qm plus 30 cm Sitzfläche an der Garderobe vorhalten. Räume müssen mindestens 2,50 Meter hoch sein usw. Die Regelungen sind für große Einrichtungen sinnvoll. Für kleine Einrichtrungen gehören sie auf den Prüfstand!

Unterstützung auch hier: www.facebook.com/kilableibt und www.kita-friendenau.de



Heute: Joachim verlässt sich auf Sie

Joachim Bühler benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Berliner Senat: Für den Erhalt des Kinderladens Sieglindestraße 8! Verdrängung von Kinderläden stoppen!”. Jetzt machen Sie Joachim und 523 Unterstützer/innen mit.