Abschaffung der kostenfreien Zwangsabgabe von Medienwerken an die Nationalbibliothek

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Wir bitten um Unterstützung bei unserer Petition zur Reform der Zwangsabgabe von Medienwerken an die Deutsche Nationalbibliothek. 

Kunst und Kultur hat einen Wert und ist nicht kostenlos! 

Der Sammelauftrag der Deutschen Nationalbibliothek umfasst alle Publikationen in Schrift, Bild und Ton, die seit 1913 in Deutschland, in deutscher Sprache, als Übersetzung aus der deutschen Sprache oder über Deutschland veröffentlicht wurden.
Als Grundlagen dienen das Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek (DNBG) und die Pflichtablieferungsverordnung (PflAV). Die Ablieferungspflichtigen haben Medienwerke in körperlicher Form nach § 2 Nr. 1 Buchstabe a in zweifacher Ausfertigung gemäß § 16 Satz 1 abzuliefern.

Wir fordern das uralte Gesetz der Moderne anzupassen und die kostenfreie Zwangsabgabe abzuschaffen.

Kunst und Kultur ist eines der höchsten Güter die in einer Demokratie frei ausgelebt werden können. 

Der Ansatz der Deutschen Nationalbibliothek, Kulturgut welches in Deutschland veröffentlicht wird, für spätere Generationen zu sammeln, ist gewiss ein ehrenhafter Vorsatz den es zu Unterstützen gilt. Die Umsetzung Bedarf einer grundlegenden Reform.

Ein Nicht-Unterscheiden von Kleinstlabeln und so genannten Major-Plattenfirmen hat fatale Folgen für kleine, in Eigenverantwortung tätige Einzelunternehmen.
Die veröffentlichte Stückzahl pro Medienwerk unterscheidet sich erheblich. Bei einer veröffentlichten Stückzahl von 50 - 300 Einheiten, ist eine kostenfreie Abgabe von zwei Exemplaren unverhältnismäßig. 

Das bloße archivieren von Kulturgut, ohne jegliche Wertschätzung, kann so nicht hingenommen werden.

Tonzonen Records ist ein kleines Independent-Label, welches sich um höchstmögliche Qualität seiner veröffentlichten Produkte bemüht. 
Viele dieser Veröffentlichungen sind speziell für Sammler produziert. Die Herstellungskosten liegen dabei oftmals nahe an der Mischkalkulation. 
Viele in der Subkultur tätige Label haben den gleichen Qualitätsanspruch und arbeiten dabei Hand in Hand mit den Künstlern und Produktionsfirmen. 

Der Weg zur Herstellung einer Schallplatte / CD Bedarf oftmals monatelanger Arbeit. Angefangen vom Künstler, der für die Aufnahmen zuständig ist, über die Gestaltung der Grafik, bis hin zum Abmischen und Mastern des bestmöglichen Sounds. 
Viele Arbeitsschritte und unzählige Stunden benötigt es, bis ein fertiges Album ein Gesamtkunstwerk ergibt, welches Künstler, Label und schlussendlich den Kunden zufrieden stellt. 

Zu verlangen, dass wir unsere Kunst unentgeltlich und Portofrei einer Institution zur Verfügung stellen, die rein gar nichts mit dem Produkt zu tun hat, nur um es zu archivieren, empfinden wir als Affront. 
Kunst und Kultur hat einen Wert. Dieser Wert bemisst sich nicht nur aus dem Applaus des Publikums, sondern auch im Preis. Ohne Einnahmen keine Kultur. 

Es sollte das Mindeste sein, dass die Deutsche Nationalbibliothek die gewünschten Medienwerke zum Herstellungspreis beim Label / Künstler einkauft. Wir sprechen hier lediglich vom Herstellungspreis, ein Gewinn um weitere Kultur zu verwirklichen, hat das Label / der Künstler in dem Moment nicht. 
Wir fordern ein Umdenken in der Politik der Deutschen Nationalbibliothek und der zuständigen Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. 

Die Deutsche Nationalbibliothek muss sich im Klaren sein, dass eine Komplettierung ihrer Sammlung nicht möglich ist. Dafür gibt es in Deutschland eine zu hohe Anzahl an kleinen Veröffentlichungen, sei es von Firmen oder direkt von Künstlern. 
Was vor 50 bis 70 Jahren vielleicht noch möglich war zu kontrollieren, ist in der heutigen Zeit nicht machbar. Die Deutsche Nationalbibliothek muss sich neu Strukturieren und gezielt die Kultur durch Einkauf von Medienwerken fördern und nicht bei jeder kleinen Veröffentlichung zwei kostenfreie Exemplare einfordern. 

Das die Deutsche Nationalbibliothek verlangt, dass Produkte, die nicht mehr auf Lager sind, bei Fremdfirmen eingekauft werden, um diese schlussendlich unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. 
Wenn Medienwerke nicht auf Lager sind, dann sollte dieser Umstand akzeptiert werden und nicht die Plattenfirma / der Künstler bewusst finanziell geschädigt werden. Diese Vorgehensweise trägt dazu bei, Kunst ad absurdum zu führen. 

Diese Petition richtet sich an alle, die eine lebendige Subkultur erhalten möchten. 
Das Ganze soll in Zusammenarbeit mit der Deutschen Nationalbibliothek geschehen. Eine Zusammenarbeit die Künstler und Plattenfirmen fördert und nicht als reines Produkt ansieht, welches archiviert werden muss. 

Wir verlangen eine Wertschätzung unserer Kunst! 

Angesprochen sind die Deutsche Nationalblibliothek und Monika Grütters als Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. 

Eine mögliche und faire Reform könnte wie folgt aussehen:

- eine Zwangsabgabe von zwei Exemplaren pro Medienwerk wird gestoppt

- die Deutsche Nationalbibliothek entscheidet mit welchen Plattenfirmen und Künstlern sie zusammenarbeiten möchte und welche Werke sammelwürdig sind

- daraufhin muss eine Einigung zwischen beiden Parteien hergestellt werden:
a. die Plattenfirma / der Künstler entscheidet sich für eine kostenfreie Abgabe von ein bis zwei Exemplaren des Medienwerks an die Deutsche Nationalbibliothek als Spende.
b. die Deutsche Nationalbibliothek zahlt den Herstellungspreis plus Versandkosten für die zur Verfügung gestellten ein bis zwei Medienwerke an die Plattenfirma / den Künstler.
c. Medienwerke mit einer Herstellungszahl von 100 Stück und weniger sind von der Regelung ausgenommen und müssen nicht der Deutschen Nationalbibliothek zur Verfügung gestellt werden. Eine anders lautende Einigung zwischen beiden Parteien kann hierbei individuell getroffen werden. 
 

Wer mit uns konform geht möge die Petition bitte unterzeichnen und so weit wie möglich Streuen. Nur eine große Verbreitung in der Kunst- & Kulturszene kann einen Erfolg der Petition bewirken. Danke!
 

 



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Dirk Raupach benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien : Keine kostenfreie Zwangsabgabe für Kleinstlabel / Künstler an die Nationalbibliothek”. Jetzt machen Sie Dirk und 389 Unterstützer*innen mit.