Schließt alle bayerischen Schulen, um den Kollaps des Gesundheitssystems zu vermeiden!

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Sofortige Schließung aller bayerischen Schulen

Die 7 Tage Inzidenz für München /100.000 Einwohner für den heutigen Mittwoch,  11.11.20 liegt bei 196,1 (Quelle: Robert Koch Institut)

Der derzeitige Umgang der Landesregierung bzgl. Corona an Schulen ist nicht mehr tragbar und wirkt kurzsichtig und verantwortungslos sowie bzgl. der Eindämmung der Pandemie nicht sinnvoll. Der Stufenplan des Ministeriums, der für die längst überall überschrittenen Inzidenzwerte von 35 und 50- Regelungen zutraf, wurde eingestampft. Offenbar soll es leider auch keinen Ersatz geben.

Vielmehr wirkt das derzeitige Vorgehen so, als ob man ob der stark steigenden Fallzahlen sich keinen Rat mehr wisse und nun die vorher umgesetzten, vernünftigen und klar formulierten Handlungsstufen der halbierten Klassen im Präsenzunterricht, abgewechselt von Homeschooling (ab Inzidenzwert von 50) sowie einem Fernunterricht (Online) sowie Homeschooling ab einem inzidenzwert von 100, komplett ad acta gelegt hat.

Beim letzten Corona Schulgipfel erklärte Hr. Söder, es gebe keine fixen Corona-Inzidenzwerte*, bei denen Bildungseinrichtungen geschlossen werden müssten. Entscheidend sei nur, ob es an einer Schule ein Infektionsgeschehen gebe oder nicht. Und er fügte hinzu: „Schule und Kita bleiben in Bayern geöffnet.“ Schon im bisher laufenden Schuljahr waren in Bayern mehr als 40.000 Schülerinnen und Schüler in Corona*-Quarantäne. Die Gründe für die Quarantäne sind unterschiedlich – etwa ein positiver Test oder ein Verdachtsfall.

Als Mitarbeiterin in der Mittagsbetreuung kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass das Tragen der Masken machbar ist und weitestgehend sehr gut funktioniert. Das Abstand halten ist in der Realität aber kaum umsetzbar. Die von der Kultusministerkonferenz geforderte 20-5-20-Regel beim Lüften der Schulräume ist gerade in den kälteren Monaten fern jeder Realität. Alle „Fachleute“, die dieses Modell propagieren haben vermutlich das viel gepriesene Stoßlüften alle 20 Minuten über einen Schulhalbtag hinweg noch nicht am eigenen Leibe erlebt. An einem durchschnittlichen Schulhalbtag von 8 bis 13 Uhr muss mehr als 10-mal der Raum durch 5-minütiges Stoßlüften von gefährlichen infektiösen Aerosolen befreit werden. Findet Hort- bzw. Mittagsbetreuung statt, verdoppelt sich die Zeit des Maskentragens und Stoßlüftens sowie das Sitzen und Lernen im Kalten. Konzentration und Motivation für den Unterricht ist da kaum mehr möglich.

Bei nass-kaltem Wetter im Herbst sinken die Raumtemperaturen so ab, dass sich keiner mehr wohl fühlt, das Lernen schwer fällt. Erkältungen sind an der Tagesordnung. Bei winterlichen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wird der Unterricht zu einer Zumutung. Nicht in allen Schulgebäuden ist das Stoßlüften möglich. Luftreinigungsgeräte wurden schon im April angekündigt und hätten längst angeschafft werden können. Vor Einbruch des Winters gilt es zügig CO2-Ampeln wie auch Profi-Raumluftfilteranlagen anzuschaffen und deren Einsatz zu garantieren.

In ganz Deutschland sollen die Schulen offengehalten werden, völlig unabhängig von Inzidenzwerten!? Dies gelingt nur mit der strikten Umsetzung von festen Stufenplänen, die überlegte Maßnahmen wie Präsenzunterricht, geteilte Klassen bis hin zu Schulschließungen zulassen, so wie es bestimmte Grenzwerte im Frühjahr und Sommer automatisch vorgaben. Bildung kann nur unter Rahmenbedingungen stattfinden, die für alle tragbar sind. Den Fallzahlen entsprechend klar in Stufen aufgeteilt und konsequent umgesetzt. Schüler, deren Familien, Lehrkräfte sowie das Hort- bzw. Mittagsbetreuungspersonal muss bestmöglich geschützt werden. Bis auf wenige Referendare sind die meisten Lehrkräfte und weiteres Schulpersonal im mittleren bis gehobenen Alter. Einige davon gehören zur Risikogruppe. Das Schulpersonal wird bei der derzeit fahrlässigen Umsetzung des Bildungsauftrages einer zu großen Ansteckungsgefahr ausgesetzt!

Mit der Gesundheit der Schüler und des Schulpersonals darf nicht unverantwortlich umgegangen werden! Unsere Schulen dürfen nicht zu Corona-Hotspots werden. Unterricht bei einem regionalen Inzidenzwert von weit über 200 ist sicher nicht mehr verantwortbar! Am vergangenen Mittwoch gab es Gespräche des Präsidiums der Kultusministerkonferenz mit Lehrer-, Eltern- und Schülervertretern über den aus Sicht der Gewerkschaften völlig unzureichenden Gesundheitsschutz in Schulen – nach mittlerweile neun Monaten Pandemie das erste Treffen mit Vertretern der Betroffenen, über deren Köpfe hinweg bislang alle Entscheidungen getroffen wurden.

Zudem gibt es eine hohe Dunkelziffer von Infizierten, die in keiner offiziellen Statistik auftauchen – gerade unter jungen Menschen, die bei Ansteckung mit Covid-19 kaum oder gar keine Symptome entwickeln. Das wissen auch die Kultusminister und behaupten weiterhin, die Schulen seien sicher – Aufgrund deutlich steigender Infektionszahlen unter Schülern und Lehrern sind sie aber keineswegs sicher; das Risiko von Infektionen erscheint den Landesregierungen lediglich hinnehmbar in Abwägung gegenüber den möglichen politischen und wirtschaftlichen Folgen!

Der Lockdown ‚light‘ bringt nicht schnell genug geringere Fallzahlen und stellt das Gesundheitssystem vor bald schwer lösbare Aufgaben. Die Gesundheitsämter sind durch hohe Fallzahlen und viele Testungen schon lange überlastet und die Verfolgbarkeit der Ansteckungswege nicht mehr gewährleistet. Weiterhin klagen die Intensivstationen der Krankenhäuser über die Knappheit an Intensivbetten und vor allem das fehlende, hierfür ausgebildete Intensivpersonal. Leider geht die Zahl der an Covid-19 Gestorbenen wieder auf einen Höchststand, wie er zuletzt im April zu verzeichnen war. Hierzu äußerte sich heute Gesundheitsminister Jens Spahn in einem Interview des Senders ntv Frühstart. Zwei Zahlen machten ihm Sorgen: Die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen, sowie die der Todesfälle, die beide stark angestiegen sind. Es gehe darum, die Zahlen weiter und über längere Zeit runterzubringen, um das Gesundheitssystem zu entlasten.

Hier warnt der RKI-Vizechef: Alle zehn Tage verdoppeln sich die Coronavirusfallzahlen, schon jetzt sind Krankenhäuser und Testlabore an der Belastungsgrenze. Er warnte bei einer Pressekonferenz erneut vor der Dynamik des exponentiellen Wachstums, wenn die Regeln nicht greifen. Das Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland nimmt seit einigen Wochen rasant zu. „Wir müssen verhindern, dass sich das Virus unkontrolliert ausbreiten kann“, betonte RKI-Vizechef Lars Schaade am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Vertretern aus dem Gesundheitswesen. Alle zehn Tage verdoppelten sich derzeit die Fallzahlen. „Wenn das genauso weiterginge, hätten wir an Weihnachten 400.000 täglich gemeldete Neuinfektionen am Tag“, so Schaade.
 

Um der Ausbreitung des tödlichen Virus entgegenzuwirken, bedarf es keiner halbherzigen Entscheidungen. Im Gegenteil: Die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Bevölkerung kann nur durch die Umsetzung effektiver und durchgreifender Maßnahmen gewährleistet werden.
Hiermit appelliere ich an unsere Bundeskanzlerin, Frau Angela Merkel sowie unseren bayrischen Ministerpräsidenten, Herrn Markus Söder: Bitte nehmen Sie die derzeitig äußerst schwierige Lage der Covid-19 Pandemie ernst und verhalten sich ihrer Bevölkerung gegenüber loyal und handeln weiterhin verantwortlich!  

Ein vierwöchiger Lockdown ‚light‘ wird - aller Voraussicht nach - nicht den gewünschten Erfolg bringen und wollen wir Weihnachten tatsächlich im Familienkreis feiern würde einzig ein richtiger Cut und konsequenter Lockdown – inklusive Schulschließungen - von ab jetzt weiteren sechs Wochen, bis zu Beginn der Weihnachtsferien, in einem signifikanten, durchschlagenden Erfolg bzgl. der sinkenden Inzidenzzahlen führen.

Deshalb fordere ich die Regierung von Oberbayern auf, die bayerischen Schulen mit sofortiger Wirkung zu schließen und den Schülern und Schülerinnen via Onlineunterricht sowie durch engen Austausch und Kontakt (Hilfe zu Lehrinhalten und Lernstoff) via Email mit ihren Lehrern, zu ermöglichen.