Bildung vor Blumen

Bildung vor Blumen

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Jana Rathgeber hat diese Petition an Bayerischer Ministerpräsident Dr. Markus Söder gestartet.

Das Bayerische Ministerkabinett hat am 23.02.2021 Lockerungen des coronabedingten Lockdowns beschlossen. Öffnen dürfen danach Gartenmärkte, Gärtnereien, Baumschulen und Baumärkte, ebenso Frisöre, Maniküre und Gesichtspflege. Mit keinem Wort erwähnt wird, nicht einmal perspektivisch, die weitere Öffnung der Schulen. Dies ist für uns nicht hinnehmbar.

Grundsätzlich besteht großes Einverständnis mit den einschränkenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Was jedoch in keiner Weise erträglich ist, ist die Priorisierung bei der Rücknahme der Einschränkungen. War sich die Politik noch im Sommer aufgrund der alarmierenden Berichte über die Folgen von Schulschließungen und Distanzunterricht auf die Psyche und den Lernerfolg der Kinder einig, dass Schulschließungen nicht wieder erfolgen sollten, erklärte der Bayerische Ministerpräsident Söder noch am 05.11.2020, dass Schulen und Kitas in Bayern geöffnet blieben (https://www.n-tv.de/regionales/bayern/Soeder-Keine-automatische-Klassenteilung-und-Schulschliessung-article22148704.html wurde dann doch die  bayernweite Schulschließung ab dem 16.12.2020 beschlossen (https://www.km.bayern.de/allgemein/meldung/7150/distanzunterricht-bleibt-weiterhin-moeglich.html Seitdem verharren jedenfalls die Schüler der weiterführenden Schulen, die keiner Abschlussklasse angehören, im Distanzunterricht, ohne Aussicht auf eine Rückkehr in die Schule. Dies ist in der gegenwärtigen Situation, in der der strenge Lockdown nicht mehr eingehalten wird und Öffnungen in aus unserer Sicht weit weniger prioritären Bereichen bereits beschlossen sind, nicht hinnehmbar. Wir fordern daher, dass die Schulöffnungen für alle Kinder höchste Priorität haben und vor Lockerungen in Teilen der Wirtschaft erfolgen muss. Distanzunterricht ersetzt den tatsächlichen Schulunterricht nicht. Es ist dringend notwendig, soweit möglich, die Kinder aus ihrer sozialen Verarmung zu befreien und die Familien zu entlasten.

Es geht hier um die junge Generation und deren Zukunft. Ihnen wird ohne Perspektiven keine Chance geboten. Es geht um deren mittel- und langfristige Zukunft.

Die Kinder, welche die Mittelstufe besuchen, sind die Verlier in dieser Pandemie - mit eingeschlossen sind, von der Politik kaum erwähnt, geschweige denn berücksichtigt, die Kinder und Jugendlichen, welche die Mittelschulen, Förder- und Sonderschulen besuchen.

Die Bildungsschere wird immer größer!

Kinder müssen gesellschaftspolitisch betrachtet, um in der politischen Amtssprache zu bleiben, als unsere wichtigsten „Pflänzchen“ betrachtet werden. Diese laufen derzeit höchste Gefahr, vollkommen zu verkümmern.

„Blumen sind verderbliche Ware“ (Zitat von Hr. Söder; https://www.br.de/nachrichten/bayern/soeder-kuendigt-fuer-naechste-woche-weitere-oeffnungen-an,SPjZGd1 Was bitte ist mit unseren Kindern? Deren Nährboden ist sowieso schon beinahe entzogen, Sie wurden und werden immer noch ihren Entwicklungsperspektiven komplett beraubt.

Die Kinder, die Pflänzchen unserer Gesellschaft, sind dabei zu verwelken, bevor sie die Möglichkeit hatten, zu erblühen.

Schulen sind nicht ausschließlich Lerneinrichtungen. Sie sind viel mehr. Der Pausenhof ist unersetzbar. Er bildet das gesellschaftliche Zusammenleben der Kinder und Jugendlichen ab. Soziale Interaktionen werden gefördert, allgemeiner Austausch findet statt, Unerwartetes passiert, Umgang mit Konflikten wird erlernt. „Kinder entwickeln ihre ganzen Fähigkeiten im Grunde genommen doch nicht dadurch, dass man sie unterrichtet, sondern indem sie spielerisch ausprobieren, gemeinsam mit anderen.“ so Gerald Hüther im Deutschlandfunk am 24.01.2021. Ein Jahr hinterlasse im Hirn eines Siebenjährigen so viele Spuren wie zehn Jahre im Hirn eines Siebzigjährigen. Dies lässt sich auf ältere Kinder übertragen. Klare Strukturen und Regeln geben Halt und Sicherheit, die in vielen Familien nicht gegeben sind; teilweise auch deshalb nicht, da die Eltern inzwischen überlastet und am Ende ihrer Kräfte sind.

Viele Kinder und Jugendliche haben sich soweit mit der Situation – bereits im ersten Lockdown – arrangiert und angepasst, dass sie selbst für den Fokus der Politik nicht mehr sichtbar sind. So verkümmern viele Jugendliche sozialisoliert in ihren Kinderzimmern und / oder zeigen Angst und Panikstörungen, haben Suizidgedanken sowie Depressionen (siehe auch Interview mit Dr. Frank Beer, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Klinik Hochried im Merkur vom 19.02.2021).

Kinder und Jugendliche tragen seit zwölf Monaten wesentlich dazu bei, dass die älteren und gefährdeten Generationen geschützt werden. Es ist auch mittlerweile faktisch belegt, dass Kinder keine sogenannten „Superspreader“ sind. Das RKI hat in einer kürzlich veröffentlichten Studie festgestellt, dass Schülerinnen und Schüler eher nicht als Motor eine größere Rolle spielen (sz vom 26.02.2021). Laut dieser Studie seien, wenn in der Umgebung von Schulen hohe Infektionszahlen vorherrschten, am Ende auch die Schulen betroffen, sie seien aber eher nicht die Ursache der höheren Inzidenz. Auch können Infektionsketten innerhalb einer Schulfamilie gut nachverfolgt werden. Dies ist in den nun geöffneten Baumärkten und Gartencentern nicht der Fall.

Wir fordern daher, die Schulöffnungen mit höchster Priorität zu behandeln!

Jeanette Bickar-Wölfle, Jana Rathgeber und Antje Hall

 

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