Kitas und Schulen müssen offen bleiben - auch bei lokalen Lockdowns

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Kitas und Schulen müssen offen bleiben - auch bei lokalen Lockdowns

UPDATE: Die Petition bleibt aktuell. Auch, wenn die neuesten politischen Beschlüsse beinhalten, dass Kitas und Schulen offen bleiben sollen, zeigen uns zwei bayerische Landkreise, nämlich der Berchtesgadener und Rottal-Inn, dass dies in der Realität schnell anders aussehen kann. Dort waren gerade Kitas und Schulen von der Schließung betroffen.
Wir bleiben deswegen dran, um zu zeigen, dass die Priorität wirklich auf den Kindern liegen muss, schon allein damit sich soziale Ungleichheiten nicht noch weiter vergrößern. Und Kinder brauchen einfach Kinder.
 


Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr schienen sich Politiker*innen aller Parteien einig:
Bei einem erneuten Lockdown dürfen nicht wieder die Kinder und deren Familien durch Schließungen der Einrichtungen darunter leiden. Unter der Federführung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat eine Expert*innengruppe Leitlinien für die Schulen erarbeitet. Auch in diesen ist das Ziel klar formuliert:
 
„Komplette Schulschließungen dürfen nur ein letzter Schritt im Rahmen eines Ausbruchsmanagements sein, wenn es nachweislich zu vermehrten Übertragungen innerhalb der jeweiligen Einrichtung gekommen ist.“
(Zitiert aus den Leitlinien des LGL, S. 37)
 
Es gibt inzwischen eine Reihe von Studien, die zeigen, dass Kinder insbesondere im Kita-  und Grundschulalter nicht die Treiber der Infektionsverbreitung sind. (Siehe dazu die neueste Studie der Charité, die Corona-Kita-Studie des Deutschen Jugendinstituts mit dem RKI und die Stellungnahme des Dachverbands der kinder- und jugendmedizinischen Gesellschaften vom 4.8.2020)
 
Allerdings gibt es eine Reihe von Hinweisen, welche enormen Auswirkungen die Kita- und Schulschließungen während des ersten Shutdowns auf Familien und insbesondere Kinder und Jugendliche in den unterschiedlichen Bereichen wie Bildung, physische und psychische Gesundheit hatten.

Deswegen fordern wir*:
Es darf auch bei lokalen Lockdowns keine Schließungen von Kitas und Schulen geben. Es sei denn, die Schule selbst ist der Hotspot.
Es muss auch Lösungen für Risikopatient*innen innerhalb der Schulfamilie geben - so kann z.B. eine Lehrkraft weiter Online-Unterricht geben, wenn sie gefährdet ist.
 
Wir fordern das Parlament und die Staatsregierung des Freistaats Bayern auf, dafür Sorge zu tragen, dass ihre eigenen Richtlinien umgesetzt werden.
Irland ist uns da gerade Vorbild. Trotz eines rigiden Lockdowns bleiben dort Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen offen.
Premierminister Martin sagt dazu sinngemäß: Wir können und wollen nicht zulassen, dass die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen ein weiteres Opfer dieser Krankheit wird.

Das muss auch für Bayern gelten
 
 
Wer sind "wir":
(zunächst Einzelpersonen in alphabetischer Reihenfolge, dann Organisationen)

Kathrin Buchner, Redakteurin, Teamleiterin Digital PULS, BR
Dr. Jana Heinz, PD, Soziologin 
Prof. Johannes Hübner, Kinder-und Jugendarzt, Infektiologe
Hermann Imhof, MdL a.D.
Wolfgang Krebs, Kabarettist
Prof. Dr. Thomas Lang Vors. VLKKD Bayern
Prof. Dr. Jörg Maywald, Geschäftsführer Deutsche Liga für das Kind
Prof. Holm Putzke, Bezirksvorsitzender des Arbeitskreises Juristen Niederbayern
Gerd Schulte-Körne, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie, LMU
Anna Schweda, Erziehungswissenschaftlerin, DJI e.V.
Reserl Sem, MdL a.D.
Claudia Stamm, Journalistin, MdL a.D.
Prof. Dr. Christian Wieg, 2. Vors. VLKKD Bayern



Organisationen:
 
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Landesverband Bayern e.V. (BVKJ), Vorsitzender Dr. Dominik A. Ewald  
Familien in der Krise, Anna Wildegger
Future for children gGmbH, GF Franz Xaver Hirtreiter
Kinder brauchen Kinder, Sabine Kohwagner
Süddeutsche Gesellschaft für Kinder – und Jugendmedizin e.V.