Petition update

Fracking-Gefahr droht auch durch TTIP

Sonja Schuhmacher
Weiden, Germany

Aug 25, 2014 — Liebe Fracking-Gegner,
bitte unterstützen Sie auch unsere Petition gegen Freihandelsabkommen, die Fracking-Konzerne begünstigen! Stoppt TTIP! Stoppt Fracking!
http://www.change.org/p/bayerischer-landtag-stoppt-ttip-stoppt-fracking
Hier noch ein Rückblick auf den Info-Abend
des Bündnisses gegen Fracking im Weidener Beckens
Weiden 21. August 2014

Ober sticht Unter

"Dies ist nicht steuerbar, auch nicht unter Aufsicht der Landesbergämter!" warnt Volker Fritz von der der Initiative "Gegen Gasbohren" (www.gegen-gasbohren.de). Der Referent spricht auf Einladung von „Abgefrackt - Bündnis gegen Fracking im Weidener Becken“ über die Risiken des Fracking. So kann Lagerstättenwasser aus Urzeitseen, die mit Metallen und Kohlenwasserstoffen belastet sind, an die Oberfläche treten. Beispiele aus den USA zeigen, dass zudem gewaltige Abfallwassermengen zur Entsorgung im Untergrund verpresst werden, wandern und unkontrolliert wieder austreten.

Zu der Veranstaltung am 20. August fanden sich rund 50 Interessierte im Gasthof Post in Weiden ein, Der Experte Volker Fritz aus dem Braunschweiger Land gratuliert dem Anti-Fracking-Bündnis, das sich von der Oberpfalz über den Raum Bayreuth bis in den Landkreis Kulmbach erstreckt, zum Beitritt zu dem Dachverband „Gegen Gasbohren“, dem „Abgefrackt“ nun als 70. Initiative angehört. Volker Fritz, der bis zu seiner Rente als Ingenieur im Exportgeschäft tätig war und sich seit Jahren mit dem Thema „Fracking“ auseinandersetzt, konnte der Zuhörerschaft keine Entwarnung geben. „Der Vorstoß des Bayerischen Umweltministers Huber, durch Anweisung an die Wasserwirtschaftsämter Fracking in unkonventionellen Lagerstätten in Bayern zu unterbinden, wird gegen das Bergrecht, ein preußisches Relikt, leider nichts ausrichten können."

In seinen Ausführungen erläuterte der Referent die unterschiedlichen Fracking-Methoden. Zum Einsatz kommen stets giftige Chemikalien, die methanfressende Bakterien im Untergrund vernichten sollen. Diese Bakterien bilden einen verhärteten Schleim, der Bohrungen verhindern würde. Die Gifte, die als „Betriebsgeheimnis“ der Fracking-Firmen gelten, sind natürlich auch für Mensch und Tier hochgefährlich. Ein Fracking „ohne Chemie“ kann es also per se nicht geben. Und solange die Firmen die Zutaten ihres Giftcocktails nicht preisgeben müssen, wird sich auch jeder Kläger schwer tun, der durch die Chemikalien erkrankt ist.

Erfahrungen zeigen, dass durch die beim Fracking geschaffenen feinen Ritzen im Gestein große Mengen an Methan unkontrolliert entweichen können. Methan ist als stark klimaschädliches Gas bekannt!

Wozu werden all diese Risiken eingegangen? Herr Fritz führt am Beispiel der USA aus, wie Meldungen sich in Luft auflösen, wenn man hinter die Kulissen blickt. Behauptung Nr. 1 „Versorgungssicherheit“: Der Förderfluss lässt derart schnell nach, dass sehr viele Bohrungen erforderlich sind, um die erwartete Menge zu erhalten. Eigentlich machen die Gasunternehmen Verluste, aber durch Gasexporte wird das Angebot künstlich gesenkt und der heimische Gaspreis steigt. Der Aufwand für die Gaskonzerne lohnt sich also nur bei künstlich hoch gehaltenen Preisen.
Behauptung Nr. 2 „Unabhängigkeit von Gasimporten“: Jedes Land ist finanziell klamm, daher werden Förderlizenzen gegen Gebühren vergeben, aber der Output gehört einzig und allein der Förderfirma. Und ob sie das Gas an uns verkaufen oder über die Verteilernetze (die inzwischen Gazprom gehören!) ins Ausland transportieren, ist ihnen überlassen. 12,5 Milliarden cbm Erdgas werden jährlich aus deutschem Boden gefördert und über die (ausländischen) Konzerne verkauft – exakt dieselbe Menge wurde im gleichen Zeitraum exportiert.

Leider resignieren viele Politiker, die von den Konzernen mit Argumenten wie Sicherheit und Unabhängigkeit eingelullt werden und sich fachlich kaum mit der komplexen Thematik beschäftigen können. Daher bündelt Herr Fritz Informationen speziell von kritischen amerikanischen Webseiten und bereitet diese für unsere Entscheidungsträger auf: “Diese Informationen bieten eine gesicherte Seriosität, weil sie von zig amerikanischen Juristen geprüft werden, die sich auf Fehlaussagen im Internet spezialisiert haben.“

Aber aus Übersee drohen uns weitere Gefahren durch rechtstaatliche Fallstricke in Freihandelsabkommen wie TTIP, TISA, CETA. "Dann sticht wieder der Ober den Unter, denn nur die dort verhandelten Übereinkommen sind rechtlich bindend, nationale Gesetze werden ausgehebelt ", erläutert Volker Fritz.

Dem Bündnis Weidener Becken gegen Fracking gab Herr Dipl. Ing. Fritz gleich mehrere Empfehlungen: “Hinterfragen Sie, ob Rose Petroleum die fachlich geforderten Sicherheitsleistungen erbringen kann und nicht nur eine`Briefkastenfirma` ist, die Subunternehmer für sich fracken lässt. Erkundigen Sie sich bei beim Bergamt und den Wasserwirtschaftsämtern nach dem Generalplan Ihrer Gegend. Lassen Sie Wasservorhalte-, Wasserschutz-, Naherholungs- und Erdbebengebiete, Gebiete Natura 2000, Grundwasserseen u. ä. eintragen und/oder neu definieren, so dass sie für das Bergamt im Regionalplan leicht ersichtlich sind und berücksichtigt werden können. Ermitteln Sie wassergeologische Strömungen, denn Wasser macht bekanntlich nicht an den Grenzen zum Erkundungsgebiet halt.“

Das Bündnis Weidener Becken gegen Fracking, so Pressesprecherin Sonja Schuhmacher, „sieht sich durch die Ausführungen von Herrn Fritz bestätigt, weiter für eine Änderung des Bergrechts einzutreten. Denn hier liegt das Grundübel.“

Mit freundlichen Grüßen

Sonja Schuhmacher
Abgefrackt – Bündnis Weidener Becken gegen Fracking


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