Petition update

Zaki ist zurück!

Helferkreis M. Zaki KULMBACH

Dec 13, 2020 — 

Liebe Helferinnen und liebe Helfer!

Ich kann es immer noch nicht glauben, seit 3 Tagen bin ich wieder in Deutschland. Ohne eure Hilfe und eure Spenden wäre meine Rückkehr nicht möglich gewesen. Ihr habt mir das Leben gerettet. Das ist wirklich so. Nicht nur, weil ich jetzt wieder hier bin, sondern weil ihr mir in diesen 17 Monaten Hoffnung gegeben habt.

Nie werde ich den Moment vergessen, in dem mich die Polizei festnahm. Sie zeigten mir ein Papier von der ZAB, auf dem stand, dass ich abgeschoben werden soll, weil meine Identität nicht geklärt war. Dabei hatte ich ein paar Tage vorher mit der ZAB telefoniert, und um Zeit gebeten, damit meine Taskira übersetzt werden könne. Fünf Stunden war ich in einer Zelle und dann wurde ich von der Polizei nach Leipzig gebracht. Ich konnte es nicht glauben, dass ich abgeschoben wurde, und hatte große Angst. Ich war vorher nicht in Afghanistan gewesen, und ich hatte auch keine Verwandten dort. Ich fand es nicht fair, dass ich abgeschoben werden sollte. Ich war hoffnungslos, traurig, und habe mich gefragt warum bringen sie mich nicht hier um anstatt mich nach Afghanistan zu schicken. Das wäre für mich aufs Gleiche rausgekommen.

Jetzt bin ich wieder hier. Es ist unglaublich. Ich habe mich 17 Monate verstecken müssen. Dort durfte wirklich niemand wissen, wer ich bin und dass ich aus Deutschland abgeschoben worden war. Ungläubige werden einfach getötet. Dort durfte ich wirklich meine Identität nicht verraten, sondern musste ständig aufpassen. Ich habe gesagt, dass ich aus dem Iran abgeschoben wurde. Aber auch das war gefährlich: viele Afghanen hassen die Iraner und ich bin einmal verprügelt worden. Danach habe ich versucht, den Dialekt der Leute zu sprechen. Um nicht aufzufallen.

Ich hoffe, dass ich mich daran gewöhne, wieder ohne Angst zu leben. In Kabul wusste ich nie, ob ich lebendig zurückkommen würde, wenn ich rausgegangen war. Das weiß man nicht. Es gab Anschläge an Orten, an denen ich kurz vorher, oder kurz danach oder in der Nähe war. Ich finde es schlimm, wenn man sich daran gewöhnen muss, an das, was nach einem Anschlag zu sehen ist.

Das Visum für Deutschland muss man in Indien beantragen und auch dort abholen. Zweimal musste ich deshalb ein Visum für Indien beantragen. Beim ersten Mal wurde es viermal abgelehnt, bis es beim 5. Mal geklappt hat. Beim 2. Mal hat die indische Botschaft Bedingungen gestellt, sie wollte mich nicht nach Indien lassen. Ich war wieder so verzweifelt. Schließlich hat es geklappt.

Ich glaube nicht, dass jemand der abgeschoben ist, es alleine schaffen kann, in Kabul zu überleben. Meine Betreuerinnen haben so viel gemacht. Und es gab andere Menschen, die mit mir im Kontakt geblieben sind. Manchmal hatte ich die Hoffnung verloren und keinen Ausweg mehr gesehen.

Jetzt kann ich die Ausbildung bei der Firma Schwender beginnen. Wegen der Ausbildung bin ich zurückgekommen. Sie bedeutet für mich das LEBEN. Ich muss es unbedingt schaffen.

In der kommenden Woche wird es wieder einen Abschiebeflug nach Kabul geben. Ich kann es nicht verstehen.

Danke allen, die mir geholfen haben.

Euer/ Ihr Mohammad Zaki

 

Auch wir, der Helferkreis, können es kaum fassen, dass Zaki wieder da ist.

Unzählige Hürden mussten überwunden werden, Tausende von Euros gezahlt, Stunden an Arbeit investiert werden.

Bereits 2017 hätte Zaki die Ausbildung beginnen können. Der Antrag auf Erlaubnis zur Aufnahme der Ausbildung wurde jedoch verweigert (wegen ungeklärter Identität) und eine Klage war nicht erfolgreich.

Für Personen ohne Angehörige in Afghanistan ist es unglaublich schwierig, langwierig und teuer eine Tazkira zu erhalten. Manche werden dabei betrogen, manchmal sind die Tazkiras fehlerhaft oder unvollständig, wenn sie ankommen.

Zaki ist nun endlich wieder im sicheren Hafen angekommen und sicher wird es eine Zeit dauern, bis er zur Ruhe kommen kann.

Auch wir wollen hier euch/ Ihnen allen danken, die Zaki moralisch und finanziell unterstützt und die Rückkehr ermöglicht haben.

Die Freude über seine Rückkehr ist jedoch getrübt, weil erneut andere Jungen, Freunde von Zaki, im Visier der ZAB stehen: Trotz geklärter Identität (afghanischer Reisepass liegt vor), nach entgültiger, rechtskräftiger Ablehnung des Antrags auf Asyl, wird die Ausreisepflicht festgesetzt, den jungen Menschen die Arbeitserlaubnis entzogen und in einem Fall die Erlaubnis zur Aufnahme einer Ausbildung zum Altenpflegehelfer verweigert.

Wir sind sehr darüber besorgt, dass weiterhin arbeits-, ausbildungs- und integrationswilligen jungen Menschen jegliche Perspektive versagt wird und fordern endlich das Ende solcher unmenschlichen und sinnlosen Abschiebungen.

DANKE

Der Helferkreis aus Kulmbach


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