Ausbildung und sichere Zukunft für Ali Reza

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Wir bitten Euch im Namen des Helferkreises Hegge, der Gemeinde Waltenhofen/ Oberallgäu, um Eure Unterstützung für einen jungen Mann aus Afghanistan, der eine Ausbildungsstelle hat- aber keine Ausbildungsduldung bekommt!

Er ist ein Tropfen auf den heißen Stein unseres Fachkräftemangels! Aber jeder Tropfen zählt!

Ali Reza Haidari lebt seit Juni 2015 in Deutschland. Er hat zuerst in den Wohnkontainern für Asylbewerber hier im Ort gewohnt, anschließend und bis heute lebt er in einer GU hier in Hegge.

Ali Reza hat sich gut in unserer Gemeinde integriert und ist, seit er hier ist, nicht straffällig geworden. Er geht regelmäßig zu der Wushu- Shaolin- Gruppe, die zur Judo-Abteilung des TV Waltenhofen gehört. Durch seine sehr ausgleichende Art, hilft er den ehrenamtlichen Mitgliedern des Helferkreises bei Übersetzungen und bei der Lösung von Konflikten in den örtlichen Unterkünften. Ali Reza wird von allen respektiert und ist allseits beliebt. Er ist immer zur Stelle, wenn man Hilfe braucht!

Ali Reza hat sich von Anfang an bemüht, Deutsch zu lernen. Er hat einen Deutschkurs abgeschlossen und geht weiterhin zu einem pensionierten, ehrenamtlichen Lehrer in unserer Gemeinde, um seine Deutschkenntnisse noch weiter zu verbessern.

Ali Reza ist seiner Ausweispflicht nachgekommen und hat seine Taskira in persisch und in englischer Übersetzung vorgelegt. Sein Pass wurde im Dezember 2018 ebenfalls vom Rathaus über das Landratsamt an die ZAB Schwaben geschickt.

Am 27.01.2019 hat Ali Reza eine GÜB (Grenzübertrittsbescheinigung) von der ZAB Augsburg erhalten. Er hatte einen Monat Zeit, Deutschland zu verlassen. Diese GÜB lies er verfallen, da nicht nur durch die fast täglichen Anschläge mit vielen zivilen Opfern in Afghanistan sein Angst verständlicherweise sehr hoch ist. Ganz konkret drohen ihm in Kabul aufgrund seiner Zugehörigkeit zum Volk der Hazara Verfolgung und Gefängnis.

Derzeit hat Ali Reza keine Ausweismöglichkeit, da sein afghanischer Pass bei der Regierung hinterlegt werden musste.

Der gestellte Asylantrag wurde am 14.10.2017 und Folgeantrag am 07.03.2019 abgelehnt.

Nach Abschluss seines Deutschkurses, hat Ali Reza aktiv und selbständig versucht einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Er hat letzes Jahr zahlreiche Bewerbungen geschrieben, doch leider aufgrund der bis letzten Dezember noch unklaren politischen Situation für Ausbildungsbetriebe, nur Absagen erhalten.

Nun hat er die Zusage bei einem Installations - und Spengler- Betrieb hier in Waltenhofen im September 2019 eine Ausbildung beginnen zu können. Ali Reza war der einzige Bewerber für diese Lehrstelle, hat einige Tage dort hospitiert (was laut Gesetz erlaubt ist) und den Inhaber des Betriebs, sowie die Mitarbeiter für sich gewinnen können. Der Betrieb ist dringend auf ihn als Lehrling und anschließende Fachkraft angewiesen.

Es ist für mich und alle hier unterzeichnenden Bürger nicht nachvollziehbar, dass ein junger und engagierter Mann wie Ali Reza nach Afghanistan deportiert werden soll, wo ihm Verfolgung und Gefängnis, einschließlich Folter und Tod drohen und dies von unseren Behörden, unserer Regierung offensichtlich hingenommen wird.

Auf der anderen Seite stehen laute Rufe nach Auszubildenden in Handwerks- und anderen Betrieben, das Wort Fachkräftemangel ist in aller Munde. Hier haben wir einen motivierten jungen Mann, der nicht vom Sozialstaat abhängig sein möchte, sondern arbeiten will, dem aber die Möglichkeit auf eine sichere Zukunft scheinbar einfach so verwehrt wird.

Schaden wir uns und unserer Gesellschaft nicht selbst, wenn wir nur nüchtern und nach Paragraphen entscheiden?

Wäre es nicht auch gut, christlich und sozial nicht nur im Namen zu tragen, sondern auch danach zu handeln?

Es ist uns sehr wohl bewusst, dass alles seine Richtigkeit haben muss, damit ein sicheres Zusammenleben möglich ist. Wir bitte Euch aber trotzdem und vielleicht auch gerade im Sinne einer guten Gemeinschaft, für Herrn Ali Reza Haidari zu entscheiden. Nach den neuen Vollzugshinweisen des Bayerischen Innenministeriums kann es im Ermessenspielraum der ZAB möglich sein, dies zu tun, damit er in Deutschland bleiben kann und ihm eine Ausbildungserlaubnis erteilt wird.