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Rettet das Weilheimer Tagblattgebäude - für ein lebenswertes Stadtbild

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Das vor dem Abbruch stehende, stadtbildprägende Weilheimer Tagblattgebäude (Münchner Merkur) wurde vom Landesamt für Denkmalpflege mehrfach ignoriert und soll nun einem klotzigen Medien-Kaufhaus weichen. Es ist nach Meinung führender Architekturhistoriker und Kunsthistoriker ein einmaliges Gemeinschaftswerk des Münchner Architekten Eduard Herbert, Büro Prof. O.O.Kurz & Herbert, mit Fresken des berühmten Werdenfelser Fresken-Malers Heinrich Bickel unter dem Einfluss des hervorragenden Weilheimer Stadtbaumeisters Moritz Glück. Am 26. März 2015 wurde daher der Denkmalantrag an den Bayerischen Generalkonservator Mathias Pfeil gestellt.

Der Architekt Eduard Herbert betrieb seit 1908 zusammen mit  Professor Otho Orlando Kurz  eines der bedeutendsten Münchner Architekturbüros der 20iger Jahre. Sie waren Werksarchitekten von BMW,  Baumeister des Knorr-Geländes, des Amerikablocks und vieler Kirchenbauten in Bayern. Die Fresken und Wandmalereien auf den Fassaden und in der Zeitungs-Verkaufshalle sind umfangreich, von höchster Qualität und wurden vom bedeutenden Werdenfelser Fresken-Maler Heinrich Bickel gemalt. Es steht an einer städtebaulich hochsensiblen Schlüsselposition am ehemaligen Schmidtor, gegenüber der Heilig-Geist Spitalkirche, an der Kreuzung Münchner Straße zur Fußgängerzone. Das noch aus dem 19en Jahrhundert stammende ältere Hauptgebäude wurde durch starke, gekonnte Eingriffe und Umbauten von Eduard Herbert zusammen mit dem bedeutenden langjährigen Weilheimer Stadtbaumeister Moritz Glück sensibel und vorbildlich in die umgebende historische Bebauung eingebettet. Die für die Glück-Ära typische Umwandlung des Satteldaches in das heutige Walmdach, das Schleifen des Mittelrisalits, einiger Gesimse, Verzierungen und des Sockels vereinfachten, streckten und modernisierten den Baukörper maßgeblich. Bemerkenswert ist auch die bewusste Teilung des Gebäudes in das historisierenden Hauptgebäude im Heimatstil zur Altstadt und den modernen Flachdach-Verbindungsbau mit der reich bemalten Zeitungs-Verkaufshalle und den großen umrahmten Schaufenstern im Stil der neuen Sachlichkeit.

Das Verlagshaus Weilheimer Tagblatts ist daher ein bedeutendes Sinnbild der Münchner Architekturschule zwischen Tradition und früher Moderne.

Bilder im Denkmalnetz Bayern: 

http://denkmalnetzbayern.de/index.php/menueeintrag/index/id/10/seite_id/1450

Münchner Prof. O.O. Kurz & Herbert bei architekten-portrait.de:

http://architekten-portrait.de/otho_orlando_kurz/index.html

Der Immobilien-Ersatzbau:

http://www.merkur-online.de/lokales/weilheim/weilheim/weilheim-alles-beim-tagblatt-4526508.html



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