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Stoppen Sie die sinnlose Wasserverschwendung! Fördern Sie weiterhin Regenwasseranlagen und Zisternen (Regenwasser) für die Brauchwassernutzung!

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Zisternen wurden bereits in der Stein- und Bronzezeit sowie in der Antike verwendet. Bis weit in das vergangene Jahrhundert hinein, wurden auf die Art auch Wasserspeicher neu errichtet. Leider scheint dies heutzutage nicht nur in Vergessenheit geraten zu sein. Es wird auch aktiv durch Verordnungen und Satzungen der Länder, Städte und Gemeinden dem Bürger und Steuerzahler strikt untersagt Zisternen in Betrieb zu nehmen. Es herrscht für alle öffentlich errichteten Anlagen der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Anschluss- und Benutzungszwang. Jeder Eigentümer muss daher mitwirken, nutzen und verbrauchen.

Es besteht für den Bürger keine Möglichkeit sich dem zu entziehen.

Der Bürger ist somit in seiner eigenen Wasserversorgung eingeschränkt und abhängig.

Die Rechtsprechung hat unter anderem mit dem Argument der Versorgungssicherheit und der Notwendigkeit der Erschließung von Bauland, das Vorgehen des Gesetzgebers über Jahrzehnte bestätigt. Auch wenn die Satzungen und Urteile der Gerichte bereits uralt sind. macht daher aus juristischer Sicht kaum Sinn, gegen Satzungen und Bescheide vorzugehen. Die Auffassung der Rechtsprechung wird sich nicht ändern.

An dieser Stelle sind Politiker und der Gesetzgeber gefragt, um bestehendes Recht zu verändern.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die staatliche KfW-Bank im früheren Förderprogramm „Wohnraum modernisieren“ explizit „Anlagen zur Regenwassernutzung“ ausdrücklich noch bis 2009 gefördert hat!


Unserer Auffassung nach wurde diese Förderung aus dem Markt genommen, weil zu viele Bauherrn diese nutzten und die Gemeinden bzw. Wasserversorger weniger Geld verdienten.


Es hat in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten Schule gemacht, dass sich Gemeinden zusammengeschlossen haben, um gemeinsam die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zu betreiben. Nun gibt es große Versorgungsgebiete und Anlagen, die refinanziert, unterhalten und auch saniert werden müssen. Es gibt bereits als strukturschwach bezeichnete Gebiete, mit einem stetigen Bevölkerungsrückgang, die Überkapazitäten aufgebaut haben. Die Folge sind trotz allgemeinen Wassersparens immer höhere Gebühren.
Dieser Widerspruch allein rechtfertigt eine klare Gesetzesänderung bzw. Änderung der gemeindlichen Satzungen und/oder Verordnungen.

Wie erklärt man heute den Kindern, dass wir reines Trinkwasser, welches mit erheblichem technischem und finanziellem Aufwand bereit gestellt wird, bei jeder Toilettenspülung und Waschmaschinenreinigung in den Abwasserkanal verschwenden und im Gegenzug in aller Welt das Wasserproblem größer wird? Trinkwasser ist ein Lebensmittel und sollte nur zu diesem Zweck dienen.

Nicht nur ökologische Aspekte sprechen deshalb für die Regenwassernutzung – auch in finanzieller Hinsicht kann sie sich lohnen.

Technisch ist es heute machbar, zwei Wasserkreisläufe (Trinkwasser und Brauchwasser) im Haus zu installieren. Die Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit solcher Systeme wird seit den 1980 ziger Jahren diskutiert. Die Diskussion ist in Politik, Wirtschaft und Verwaltung bekannt. Durch die Trennung der beiden Systeme können Hygiene- und Qualitätsbedenken nicht mehr ernsthaft und nachhaltig erhoben werden. Auch ist durch umfangreiche Umweltschutzmaßnahmen die Qualität von Regenwasser in Laufe der letzten Jahrzehnte gestiegen und die Belastung des Wassers mit Schadenstoffen ist gefallen.

Über entstehende Kosten und mögliche Alternativen sollte sich der Bauherr deshalb bereits während der Planungsphase Gedanken machen. Doch auch wenn Regenwasser sprichwörtlich vom Himmel fällt – seine Nutzung ist keinesfalls gratis. Neben Abwassergebühren fallen auch Kosten für die Anschaffung der Anlage sowie für Erdarbeiten im Garten an, sofern die Tanks unterirdisch angebracht werden sollen.

Wann und wofür ist eine Betriebswassernutzung sinnvoll ?
Regenwasser in einer Zisterne zu sammeln ist in mehrfacher Sicht sinnvoll; neben der Umwelt kommt es auch dem Geldbeutel zugute, wenn für die Gartenbewässerung sog. Betriebswasser verwendet wird.
Besonders bei einem großen Grundstück mit einem Garten, der viel bewässert werden soll, macht sich die Investition in eine entsprechende Anlage langfristig bezahlt. Die gesparten Kosten lassen sich recht einfach berechnen: Für die Rasenbewässerung sind ca. 15-20 Liter pro m² nötig; je nach Bodenart sollte ein- bis dreimal wöchentlich in der trockenen und sonnigen Jahreszeit gewässert werden. Abhängig vom Anbieter liegt der Preis für einen Kubikmeter (1.000 Liter) Wasser bei etwa 2,00 Euro. Hinzu kommen entsprechende Abwasserkosten, die in der Regel etwas höher liegen und von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ausfallen. Wird zum Bewässern Regenwasser verwendet, sind diese bereits in der Niederschlagswassergebühr enthalten, die aus der Fläche von Grundstück, Dach und versiegeltem Grund berechnet wird.

Welche Kosten ergeben sich dabei ?
Erdtanks für Zisternen haben ein Volumen ab 5 m³, die Einstiegspreise liegen bei knapp 1.000 Euro. Zusätzlich werden entsprechende Förderanlagen benötigt: Am günstigsten ist eine manuelle Vorrichtung, die ab 150,- Euro zu haben ist. Bei einer elektrischen Lösung fällt die Entscheidung zwischen einem Hauswasserwerk und einer Tauchpumpe; für ein System von guter Qualität müssen ca. 500,- Euro veranschlagt werden.
Ab einer Größe von 50 m³ wird zusätzlich eine bauaufsichtliche Genehmigung nötig. Zusätzlich muss der jeweilige Wasserversorger benachrichtigt werden, sofern die Brauchwasser-Nutzungsanlage auch für die Trinkwassernachspeisung bei WC oder Waschmaschine verwendet wird.

Technische Umsetzung u. Kombinationsmöglichkeiten:


Wird auf eine elektrische Wasserpumpe gesetzt, so ist beispielsweise die Kombination mit einer Beregnungsanlage für Rasen, Beete und Hecken denkbar. Zur Brauchwassernutzung für WC und Waschmaschine wiederum ist eine Erweiterung der Auffanganlage notwendig, da das Wasser einem höheren Standard genügen muss als bei der reinen Gartenbewässerung. Dieser wird beispielsweise durch die zusätzliche Anbringung von Fallrohrfiltern erzielt.
Eine ideale Kombination für Verbraucher und Umwelt stellt übrigens die Verbindung von Regenwassernutzung und Versickerung dar, die so auch zum Hochwasserschutz in der Region beitragen kann. Wird zusätzlich auf eine Trinkwassernachspeisung gesetzt, so leistet der Hauseigentümer einen großen Beitrag zum regionalen Umwelt- und Wasserschutz.

Nachteile und Alternativen:


Trotz aller Vorteile der Regenwassernutzung sollen auch Nachteile und mögliche Alternativen angesprochen werden: Am einfachsten lässt sich der Garten über einen Außenwasserhahn bewässern. Seine Vorteile liegen darin, dass die Wasserkosten auf herkömmliche Weise abgerechnet werden und keine zusätzlichen Anschaffungskosten anfallen. Aus ökologischer Sicht ist dies jedoch die ungünstigste Lösung, da aufbereitetes Trinkwasser aus dem Hahn für Zwecke verschwendet wird, für die Regenwasser völlig ausreichen würde.
Bei der erwähnten Trinkwassernachspeisung gelangt mehr Abwasser in die Kanalisation als tatsächlich vom Versorger bezogen wird, deshalb höhere Abwassergebühren anfallen.

Dem Verbraucher bieten sich jedoch unterschiedliche Einsparmöglichkeiten:
Ab einem Verbrauch von rund 15 Kubikmetern pro Jahr lohnt sich der Einbau von Wasseruhren. Ein entsprechender Rückerstattungsantrag an den Entsorgungsbetrieb ist jährlich zu stellen.
Zusätzlich lassen sich Niederschlagswasser-Gebühren sparen, wenn bebaute bzw. versiegelte Flächen von der Kanalisation getrennt werden. Dies ist bei Versickerung, Ableitung in benachbarte Gewässer oder Nutzung des Regenwassers der Fall. Auch hier muss der Versorger informiert werden; Rechnungen und Fotos dienen als Belege bei der Entscheidung über die Reduzierung der Abwassergebühren. Im Streitfall, kann eine Abwassermesseinrichtung installiert werden, die die Durchlaufmenge misst.

Regenwassernutzung: Kosten


Je teurer die kommunalen Wassergebühren, desto günstiger die Regenwasseranlage-Kosten.
Wie teuer eine Regenwassernutzungsanlage wird, bestimmen maßgeblich folgende Faktoren:
1. Außentank Erdspeicher (teurer) oder Innentank
2. Komplettmodul für Trinkwassernachspeisung oder konventionelle Nachspeisung
3. Art der Rückstausicherung
4. Art der Trink- und Abwassergebühren der Gemeinde
5. Bezuschusst die Gemeinde die Regenwassernutzungsanlage? (Auskunft beim Bau- bzw. Umweltamt)
6. Einbau direkt oder nachträglich (teurer)

Anschaffungskosten (Kalkulation)
• Neubau mit Erdspeicher & konventioneller Nachspeisung inklusive fachgerechter Installation: 4.500,00 €
• Neubau mit Erdspeicher & Komplettmodul inklusive fachgerechter Installation: 5.200,00 €
• Nachträglicher Einbau mit Innentank & konventioneller Nachspeisung inklusive fachgerechter Installation: 5.100,00 €
• Nachträglicher Einbau mit Innentank & Komplettmodul inklusive fachgerechter Installation: 6.000,00 €
Für die qualitativ beste Rückstausicherung müssen jeweils 2.000,00 € aufgeschlagen werden. Jährliche Wartungskosten liegen jeweils bei 100,00 €.
Ein etwaiger Zuschuss der Gemeinde ist nicht eingerechnet.

 
Wasserkosten p.a. mit/ohne Regenwasseranlage

Kostenart                 Keine Regenwasseranlage    Regenwasseranlage
Trinkwasser                                     340 €                   150 € bis 230 €
Abwasser                                        240 €                   100 € bis 150 €
Regenwasserentsorgung                 60 €                     20 €
Stromkosten für Anlage                    10 €                     10 €
Summe                                             650 €                   280 € bis 410 €
Einsparung                                            0 €                  370 € bis 240 €
Hinweis zur Berechnung: Die Gemeinde im Beispiel berechnet über eine zusätzliche Regenwasseruhr 1 € pro Kubikmeter Regen-Abwasser.

Es lassen sich also folgende klare Vorteile belegen

• Regenwasser deckt bis zu 50% des Wasserbedarfs einer Familie ab. Je nach Dachgröße, Regenspende, Wasserverbrauch und Wasserpreisen spart das bis zu 370 € oder mehr Wasserkosten im Jahr.


• Wetterschwankungen sind kein Problem: Geht das Regenwasser im Tank zu Neige, wird automatisch auf Trinkwasserbetrieb umgeschaltet.


• Viele Gemeinden erlassen den Besitzern einer Regenwassernutzungsanlage örtliche Gebühren für Dachniederschlagswasser oder andere versiegelte Flächen.


• Regenwasser besitzt eine höhere Reinigungskraft als Leitungswasser, weil es keinen Kalk enthält. Das schont die Waschmaschine und spart Wasch- und Reinigungsmittel.


• Zimmerpflanzen gedeihen mit Regenwasser besser.


• Die Stromkosten einer Regenwassernutzungsanlage belaufen sich auf nur 10 € jährlich.


Aktiver Trinkwasserschutz:
• Durch Regenwassernutzung steigt der Grundwasserspiegel: Erstens wird weniger Grundwasser entnommen. Zweitens lassen viele Anlagen Regenwasser versickern, statt es in die Kanalisation zu leiten. Folge: Natur und Landwirtschaft überstehen Trockenperioden besser.
• Die Überschwemmungsgefahr bei Flächenversiegelung sinkt. Regenwasser wird nicht in die Kanalisation und dann in Bäche und Kanäle geleitet, die bei Starkregen überlaufen. Es wird aufgefangen und versickert ggf. ins Grundwasser.

Schon gewusst?
In Deutschland fallen jährlich durchschnittlich 710 mm Regen pro Quadratmeter und Jahr. Grob gerechnet kann eine durchschnittliche Dachfläche von 100 Quadratmetern also 71.000 l Wasser im Jahr „ernten“. Das ist rund eineinhalbmal so viel wie der jährliche Trinkwasserbedarf einer vierköpfigen Familie.

Ist die Anlage erst einmal installiert, spart sie 50-90 % kostbares Trinkwasser ein.

Bleiben wir bei dem Beispiel einer vierköpfigen Familie:
Eine vierköpfige Familie verbraucht täglich 508 l Trinkwasser – aber nur 12 l davon zum Trinken und Kochen! Neben der Körperpflege ist der Haushaltsbetrieb der größte Wasserschlucker.
Sämtliches Betriebswasser (außer zum Geschirrspülen) kann Regenwasser sein. Am größten ist die Ersparnis bei der Regenwassernutzung der Toilette: Bei vier Personen spart sie 136 l Trinkwasser täglich ein! Wer zusätzlich die Waschmaschine mit Regenwasser betreibt, spart noch weit mehr. Siehe folgende Aufzählung:
Trinkwasser-Ersparnis vier Personen pro Tag:
• Regenwasser-Toilette: 136 l
• Regenwasser-Waschmaschine: 60 l
• Regenwasser: Auto & Haushalt Reinigen: 28 l
• Regenwasser-Garten-Pflege: 16 l

Wir fordern die Regierung und den Landtag auf, die staatliche Förderung der Regenwasseranlagen wieder zu aktivieren und für Bauherrn den Zisternenbau (Regenwasser) für Brauchwasser grundsätzlich zu genehmigen.

Thomas H. Garthe (Sachverständiger für Immobilienbewertungen)

Constantin Freiherr von Stockmar - von Wangenheim (Rechtsanwalt)

 



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