Wien braucht keine Autobahn in der Donaustadt: NEIN zur „Stadtstraße“ Aspern

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 2.500.


Wien soll auch in Zukunft lebenswert bleiben. Das geht nur mit zukunftsfähiger Verkehrspolitik.

Auch wenn der Name versucht, die Dimensionen des Projekts zu verbergen: Die Stadt Wien will in den nächsten Jahren in der Donaustadt eine Straße errichten, die einer Autobahn gleicht.

Dass in einer wachsenden Stadt auch neue Straßen gebaut werden müssen ist logisch, aber die aktuellen Pläne schießen komplett übers Ziel hinaus. Für die Verbesserung der verkehrlichen Erschließung der Donaustadt gäbe es bessere und günstigere Varianten.

Nach aktuellen Medienberichten kostet dieses Projekt nämlich insgesamt 460 Millionen Euro, die Mittel dafür wurden am 15. April 2021 im Mobilitätsausschuss des Wiener Gemeinderats freigegeben. Darüber hinaus sind gravierende Nachteile für die lokale Bevölkerung zu erwarten (höhere Abgaswerte, Zerschneidung der Siedlungsstruktur, Zunahme des Verkehrs, etc.)

Angesehene Wissenschaftler:innen verschiedenster Disziplinen sehen das Projekt im krassen Widerspruch zu den verkehrs- und klimapolitischen Zielen der Stadt und zur Lebensqualität der Bevölkerung und haben sich deshalb öffentlich gegen das Vorhaben ausgesprochen (Link).

Auch der Klimarat Wien, ein von der Stadt selbst einberufenes Fachgremium, kam im November 2020 zum Schluss, dass das Projekt auf Kompatibilität mit den CO2-Zielen geprüft werden müsse (Link).

Unsere Initiative fordert deshalb die sofortige Unterbrechung des Projekts und eine unabhängige Prüfung.

Laut dem Koalitionsabkommen der neuen rot-pinken Regierung will Wien nicht nur Umweltmusterstadt sondern auch Klimamusterstadt sein - das Projekt „Stadtstraße“ wird diesem Anspruch nicht gerecht. Konkret sind in den Strategiepapieren der Stadt folgende Zielsetzungen zu lesen:

  • Klimaneutralität bis 2040
  • Senkung des Endenergieverbrauch des Verkehrssektors pro Kopf um 40% bis 2030
  • Senkung der CO2-Emissionen des Verkehrssektors pro Kopf um 50% bis 2030

Das Projekt in der vorgeschlagenen Variante steht zu diesen Zielsetzungen in direktem Widerspruch, worüber stillschweigend hinweggetäuscht wird.

Wir fordern deshalb, dass das Projekt zurück an den Start gesetzt werden muss. Es bedarf einer seriösen Prüfung der Klimaverträglichkeit und einer aufrichtigen Beteiligung der Bürger:innen, vor Ort in der Donaustadt und in ganz Wien.

Wer sich Fortschrittskoalition nennt, darf keine Verkehrspolitik von gestern machen.