Für den Erhalt des Baumbestandes vor dem Dominikanerkloster

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Dr. Steffen Grüner
Dr. Steffen Grüner hat diese Petition unterschrieben.

Die Osnabrücker Verwaltung will am Dominikanerkloster eine Freifläche bebauen, auf der sich mehr als zwei Dutzend alte Großbäume befinden. Die Fläche steht am Vormittag nur städtischen Mitarbeitern, nachmittags auch als öffentlicher Parkplatz zur Verfügung. Die Fläche hat bislang den Charakter eines kleinen Stadtparks und erfüllt mit den Bäumen eine wichtige klimatische Funktion.

Wenn wir es mit dem Klimaschutz wirklich ernst meinen, dann müssen Bäume erhalten bleiben, denn deren wichtige Funktion für das Stadtklima werden durch Thermographiebilder eindrucksvoll belegt. In der anliegenden Visualisierung der ermittelten Wärmeverteilung ist deutlich die kühlende Wirkung der durch die Innenstadt fließenden Hase (blau), des ebenfalls kühlende Einfluss des Bürgerparks auf das Stadtklima zu erkennen. Das kühlende Grün bepflanzter Hinterhöfe in den heißen Sommermonaten ist ebenfalls deutlich in rot dargestellt und wird von den Anwohnern ausdrücklich bestätigt. (Quelle:Heatmap Dominikaner Quelle: Nasa). Auch die Verwaltung schätzt den Großbaumbestand im ehemaligen  Klostergarten „als wertvoll und erhaltenswert" ein. Obwohl gerade erst ein Verwaltungsgebäude für fast 6,6 Millionen € gekauft worden ist, soll jetzt in einem 150.000 Euro teuren Architektenwettbewerb die Auswirkungen einer möglichen Bebauung der Fläche „auch aus stadtklimatischer Sicht" näher geprüft werden, mit dem Ziel, einen Hochbauwettbewerb als Realisierungswettbewerb vorzubereiten. Es ist zu befürchten, dass dadurch die Weichen für die konkreten Pläne für ein "Stadthauses 3" gestellt werden sollen, zumal weitere Kosten drohen: Alleine das Denkmalschutzgutachten wird vorab 300.000€ kosten, weitere Kosten sind nicht ausgeschlossen. Wir setzen uns daher mit dieser Petition für den Erhalt der Bäume am Dominikanerkloster ein und regen statt einer Bebauung einen Stadtpark an dieser Stelle an.

Viele Fragen bleiben offen und sollten vor einer Bauentscheidung geklärt werden:

  1. Die Kapazitäten städtischer Immobilien wurden durch die vor kurzem gekaufte Konzernzentrale der Paracelsus Kliniken eindrucksvoll erweitert – warum bedarf es überhaupt eines neuen Stadthauses in einem grünen Finger/Kaltluftzone ?
  2. Besteht wirklich ein Bedarf nach mehr Bürofläche im Zeitalter der Digitalisierung und dem nahenden Ruhestand vieler städtischer Mitarbeiter? Wie wurde dieser Mehrbedarf evaluiert und wo kann man die Daten einsehen?
  3. Das fünfstöckige Bürogebäude „Stadthaus 3“ soll inmitten historischer Gebäude errichtet werden – gibt es eine Äußerung der Denkmalpflege dazu? Direkten Anwohnern an der Klingenbergstraße soll eine Aufstockung auf 3 Stockwerke mit dem Hinweis auf das Altstadtbild untersagt worden sein.
  4. Es wurden bereits 180.000 € für ein für die Stadt Osnabrück entwickeltes Konzept „Urbaner Freiraum im (Klima-)Wandel“ ausgegeben, welches sich mit der Bebauung städtischer Räume in Zeiten des Klimawandels beschäftigt hat - warum werden die Ergebnisse hier nicht berücksichtigt ? Warum sollen hier erneut 150.000€ ausgegeben werden ?
  5. In welchem Verhältnis stehen die Kosten eines Abrisses/Neubaus an der Stelle des Finanzamtes Osnabrück-Land zu einem Neubau am Dominikanerkloster?
  6. Wäre es für das Stadtklima nicht besser, auf eine Bebauung der Fläche zu verzichten, vielleicht sogar in einen richtigen Park umzuwandeln, um so für weitere Klimaresilenz zu sorgen?

Wichtig: Diese Petition ist unverbindlich und ersetzt kein Bürgerbegehren - es wird überlegt, dies separat zu stellen, hierfür muss erneut unterschrieben werden !

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