Für Solidarität, gegen Spaltung in Delmenhorst

Für Solidarität, gegen Spaltung in Delmenhorst

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Hans_Joachim Müller hat diese Petition an Bürgerinnen und Bürger Delmenhorsts gestartet.

Liebe Delmenhorsterinnen, liebe Delmenhorster,

Wir sind in Sorge. Seit Monaten schränkt die Corona-Pandemie unser Leben ein. In den Krankenhäusern der Region arbeiten Mediziner und Pflegepersonal am Limit. Die absolute Mehrheit der Menschen in der Stadt verhält sich vernünftig, solidarisch und empathisch. Restaurants und Einzelhändler, Kulturschaffende und Unternehmer, Vereine und Verbände, Schulen und Kindergärten, Bürgerinnen und Bürger setzen die Regeln um und versuchen, unser Gemeinwesen auch in der Pandemie aufrecht zu erhalten. Dennoch sind Existenzen gefährdet.

Wir übernehmen Verantwortung für unsere Stadt, wir schließen uns zusammen, denn wir sind die Mitte dieser Gesellschaft. Seit Wochen finden die sogenannten Corona-Spaziergänge auch in Delmenhorst statt, organisiert über einschlägige Internet-Dienste. Die Corona-Protestler nutzen die Pandemie als Vorwand, um Verunsicherte mit einfachen Parolen wie „Freiheit“ oder „Widerstand“ auf ihre Seite zu ziehen, die Demokratie in Frage zu stellen und die Gesellschaft zu spalten. Bewusst und offen suchen selbsternannte Corona-Kritiker den Schulterschluss mit der rechtsextremen Szene, instrumentalisiert durch „Freie Niedersachsen“ und andere Gruppen am rechten Rand. Wir können es nicht zulassen, dass diese kleine, viel zu laute Gruppe noch lauter wird. Delmenhorst ist und soll auch fortan kein Aufmarschplatz der Rechtsextremen und Corona-Leugner sein.

Wir sind fassungslos und wollen es nicht weiter hinnehmen, dass die Protestler die Krise durch Egoismus befeuern. Einsamkeit und Isolation bedrücken viele Menschen. Seit Beginn der Pandemie sind allein in Delmenhorst 79 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Wir rufen daher alle Delmenhorsterinnen und Delmenhorster dazu auf, die auf den Spaziergängen geäußerten Falschaussagen nicht zu dulden. Wir stehen hinter den staatlichen Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Corona-Virus. Wir vertrauen auf die Empfehlungen der Mediziner und der Wissenschaft, um größeren Schaden von allen abzuwenden.

Wir freuen uns auf die Normalität des Lebens: auf nicht beeinträchtigte Treffen mit Freunden im Restaurant, Theater-, Kino- und Konzertbesuche, Kindergeburtstage, Sport in den Vereinen und so vieles mehr, was wir gerade vermissen.

Wir ergreifen deshalb jetzt das Wort. Gesellschaft kann nur erfolgreich sein, wenn sie zusammensteht und den Dialog pflegt. Wir möchten, dass aus Delmenhorst die vernünftigen, empathischen und solidarischen wie sachlichen Stimmen zu hören sind. Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo sie die Freiheit des anderen begrenzt. Dieser Punkt ist längst erreicht. Das solidarische Miteinander ist der einzige Weg, möglichst schnell aus der Pandemie herauszukommen.


Wir sind Delmenhorst.

Erstunterzeichner:

Andreas Brüggemann, Dr. Christian Glaß, Dr. Hans-Joachim Müller, Yadigar Polat, Jürgen Schulenberg,
(alle Sprecherrat Bündnis gegen Rechts)

Otto Baumgarten, Manuel Paschke

 

 

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