Böllerverbot auf allen Gebieten mit Weidetierhaltung ausweiten!

Recent news

DAS MACHT EINE EINZIGE SILVESTERNACHT MIT UNSEREN TIEREN

Tödliche Gefahr für Vögel
Viele wissen es nicht, aber es klingt eigentlich logisch. Das ist die Story: Die Vögel, die im Winter nicht ins Warme ziehen, werden von den Explosionen von Böllern und Raketen aufgeschreckt und flüchten in teils ungewöhnliche Höhen. Die Wetterradarmessungen der niederländischen Station De Bilt stellte fest, dass Enten vor Panik bis zu 1000m in die Höhe flogen. Normalerweise fliegen sie ca. 100m hoch. Bei dieser Flucht in die Höhe wird ein Teil der im Winter sowieso schon knappen Energiereserven verbraucht. Die Nebelschwaden und Raketen mit ihren Lichtblitzen am Himmel lassen die Vögel desorientiert zurück; so finden sie teilweise ihre Nistplätze nicht mehr. Die ganzen Vögel brauchen Wochen, um sich von diesem Schock zu erholen. Solche Störfaktoren können Kettenreaktionen auslösen, wie wir sie bei anderen Eingriffen des Menschen in die Natur sehen können – beispielsweise bei den Bienen.

Haustiere leiden stark
Für die vielen Hunde und Katzen ist Silvester ein Albtraum. Explosionen, grelle Blitze, berstende Flaschen, viele Menschen zur nachtaktiven Zeit und der beißende Gestank. Das mag kein Tier. Deswegen am besten die Haustiere an dem Tag zu Hause lassen, Fenster schließen und möglichst nicht all zu lange alleine lassen. Nicht jedes Tier ist so sensibel, aber es gibt schon Gründe, warum sich die Tiere verkriechen.

Immenser Stress für Tiere in Zoos und Tierparks
Für Wildtiere, die in so einer Inferno-Umgebung wohl am ehesten Flüchten würden, aber in ihren Käfigen verharren müssen, ist das ein besonders großer Stress. „Silvester sehen wir jedes Jahr mit Schrecken entgegen“, sagte der Direktor des Landauer Zoos, Jens-Ove Heckel, der Nachrichtenagentur dpa. Er sei jedes Mal froh und erleichtert, wenn er am Neujahrsmorgen in den Zoo komme und kein Tier Schaden genommen habe.

Sonstige Probleme an Silvester
Auf Verletzungen durch unsachgemäße Behandlung von Feuerwerkskörpern, Hörschäden, Bleigießen (kann übrigens ganz einfach durch Wachsgießen ersetzt werden) besorgte Mütter und andere Punkte bin ich nicht eingegangen. Aber die Krankenhäuser sind in der Nacht voll. Viele bleiben mit dauerhaften Hörschäden zurück und die Sachschäden in der Nacht sind auch nicht unerheblich.

Was ist wichtiger – Tradition oder Ökosystem?
Silvester ist die Zeit, in der wir das Jahr Revue passieren lassen. Was war toll? Was nicht so? Was kann ich besser machen? Und dann ist man schnell bei Vorsätzen. Vorsätze werden aber oft aufgeschoben, denn sie werden in die Zukunft geplant. Um das Hier und Jetzt geht es dabei weniger. Aber was wäre, wenn man genau an Silvester ein Zeichen setzen könnte – und dabei auch noch Geld spart und etwas Gutes tut? In Zeiten der Plastikflut, der Massentierhaltung und allgemein der Zeit des unnachhaltigen Konsums passen Böller so gar nicht mehr in die Neuzeit. Ja, es ist vielleicht Tradition. Aber auch Traditionen können irgendwann überholt sein. Früher, als wir noch nicht so viele Menschen waren, war das vielleicht kein großes Problem. Jetzt summiert sich alles und es belastet unser System – also uns und unsere Lebensgrundlage.

Feinstaub: 5.000 Tonnen in einer Nacht – einmal im Jahr geht doch? Diese Menge entspricht in etwa 17 % der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge – in einer einzigen Nacht. Nicht alle Menschen böllern – im Gegenteil. Das macht um so deutlicher, dass einige Wenige für diese Menge an Feinstaub verantwortlich sind. Eine Nacht im Jahr reicht also aus, um immense Mengen an Schadstoffen freizusetzen und damit das Ökosystem zu schädigen. Feinstaub kann bei Asthmatikern zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen führen. Und jetzt verdichten sich die Hinweise, dass Luftverschmutzung auch zu mehr tödlichen Verläufen der vom neuen Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 führt.

Einfache Regelung könnte viele Probleme auf einmal beseitigen
Der Staat könnte eine gesetzliche Regelung auf den Weg bringen, die es nur noch geschultem Fachpersonal erlaubt, Feuerwerkskörper zu zünden. Die Feuerwerke könnten abgelegen veranstaltet werden. Jeder spart Geld. Die Umgebung bleibt sauber. Die Tiere bekommen keinen Schock.

Fazit
Man kann an Silvester auch Spaß haben, ohne der Umwelt zu schaden. Gemäß einer repräsentativen GfK-Umfrage sprachen sich 58,2 % der Befragten dafür aus, dass lautes, knallendes Feuerwerk aufgrund der großen Belastung für Tiere, Menschen und die Umwelt untersagt werden sollte. Nur 36,9 % halten laute Feuerwerke für unproblematisch. Es spricht also nichts gegen eine Wende hinsichtlich des Zündens von Feuerwerkskörper in der Silvesternacht.

Wie ist deine Meinung zu Feuerwerkskörpern an Silvester?
Sollte das Zünden von Feuerwerkskörpern für Privatpersonen verboten werden oder willst du weiter böllern? Schreib es uns in die Kommentare oder noch besser auch einen Leserbrief an Deine (Lokal-) Zeitung oder an Deine (Lokal-) Politiker

 

  • Vielen Dank an Stefan Roth für den tollen Cartoon! Hier können Sie die Nutzungsrechte für dieses Bild anfragen oder auch ein eigenes beauftragen. roth-cartoons.de

Anja & Marco
22 hours ago