Wir wollen einfach nur " HEIM" Tausende von Jugendlichen sitzen in der Welt fest!

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Wie einer meiner Söhne, sitzen gerade überall auf der Welt Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus Deutschland fest (und natürlich auch massenhaft ganz normale Touristen — die einzigen, die bei der Regierung momentan im Fokus zu stehen scheinen). Trotz aller Mühen, Anstrengungen und finanziellen Investitionen können sie nicht nach Hause kommen. Sie erhalten, wie Samuel nun von seiner Work-and-Travel-Organisation in Neuseeland, die Aufforderung, das Land schnellstmöglich zu verlassen. Arbeiten dürfen sie ohnehin nicht mehr. Sie begeben sich also zum nächsten Flughafen, sie verkaufen ihr Auto — um dann am Airport zu stranden, weil es keine Flüge mehr gibt. Sie verbringen Tage damit, einen der wenigen, teuren Flüge mit zahlreichen Zwischenstopps zu buchen, die überhaupt noch zu bekommen sind. Sie geben ihr letztes Geld für ein Ticket aus, ohne zu wissen, ob der Flug tatsächlich startet, sie beobachten, wie auch die bereits zugesagten Flüge gecancelt werden oder sie müssen (wie Samuel und ein Freund im Moment), entscheiden, ob sie trotz neuestem Durchgangsreiseverbot in Australien und anderen Ländern, den Flug dennoch antreten, auf die Gefahr hin, dann in Australien zu scheitern. Oder aber sie müssen es (wie in Samuels Fall) erst von Neuseeland nach Australien und dann von Australien nach Tokio schaffen, wo er versuchen will, einen der letzten Lufthansaflüge zu ergattern — mit dem Risiko, dass dann in Tokio endgültig nichts mehr geht, weil die Lufthansa, wie angekündigt, den Verkehr ganz einstellt.
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> So wie ihm, geht es unendlich vielen Travellern und Praktikanten in Neuseeland. Die Praktikumsorganisationen (wie Work and Travel, bei der ein Rückflug bereits bezahlt war), streicht einfach die Segel: Sie finden schlicht keine Lösung, um ihre Kunden nach Hause zu bringen, gestehen all ihre Hilfslosigkeit ein und leiten die Betroffenen ans Auswärtige Amt weiter, auch wenn Neuseeland noch überhaupt ins Rückholerprogramm aufgenommen wurde. Sich dort schonmal für alle Fälle in die Liste derer einzutragen, wie ausgeflogen werden müssen, ist aber ein schieres Ding der Unmöglichkeit: Die Website (sie stammt übrigens von 2012, wie kann das sein?) ist gnadenlos überlastet und bricht über Stunden und Tage hinweg zusammen, sobald man sich registrieren will. Die Botschaften sind nicht erreichbar, die Konsulate auch nicht. Und in solch einer Situation erpresst nun die Lufthansa — quasi mit allen auf der Welt festsitzenden Urlaubern, Ehrenamtlichen, Praktikanten und Travellern als Geiseln — die Regierung damit, ihre Flotte einfach nicht mehr einzusetzen, bevor nicht mehr Geld fließt.
> Wir wissen natürlich: Niemand ist im Moment ohne Probleme. Wir wissen auch: Alle sind heillos überfordert, keiner kann die Dimensionen dieser Krise abschätzen und niemand kennt eine Lösung, wie sie sich bewältigen lässt. Trotzdem: Das geht so nicht! Man kann nicht kategorisch das Reisen verbieten, ohne dass jemand die Verantwortung für all die jungen Leute übernimmt, die dabei auf der Strecke bleiben.
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> Uns ist schon klar, dass das ökonomische Problem dahinter ein anderes, unendlich viel komplexeres ist und dass einzelne Betroffene hier wenig zählen. Aber alle Verhandlungen und guten Willenserklärungen der Bundesregierung nützen denen nichts, die nun nicht wissen wie es weitergehen soll. Wir wissen nicht, wie viele Saarländer das augenblicklich betrifft, aber alleine wir wissen bereits von einer Vielzahl.
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> Habt Ihr eine Idee, wie man die Verantwortlichen zum Handeln bringen kann? An wen man sich noch wenden kann? Welcher Weg der vernünftigste und effektivste wäre? Ob es was nutzt, das noch mehr publik zu machen? Wo genau? Wir sind für jeden Tipp, jede Unterstützung und jede Möglichkeit dankbar, diese nervenzerrende Situation an die Öffentlichkeit zu bringen. Vielleicht hört es dann jemand, der oder die etwas bewirken kann.