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Österreich muss den Zivilen Friedensdienst institutionalisieren

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Die österreichische Bundesregierung betonte bereits mehrmals die Wichtigkeit der Entsendung von ExpertInnen aus Nichtregierungsorganisationen (NGO) zu Einsätzen des zivilen Krisenmanagements. Das Modell eines Zivilen Friedensdienstes in Zusammenarbeit von Staat und NGO’s wäre dafür ein geeignetes Instrument. Bis heute wurde dieses Versprechen jedoch nicht in die Tat umgesetzt.

Frieden schaffen mit zivilen Mitteln - Der Zivile Friedensdienst (ZFD)

Die außerordentlichen Beispiele von sozialem Wandel in unserer jüngeren Geschichte zeigen uns, wie entscheidend gewaltloser Widerstand sein kann. Menschen entscheiden sich, auf Konflikte und Ungerechtigkeiten in ihrer Umgebung mit friedlichen Mitteln zu antworten aus der Erkenntnis heraus, dass Gewalt nur Gegengewalt mit sich bringt.

Bis heute finden wir zahlreiche Beispiele rund um den Globus von Menschen und Gemeinschaften, die mit friedlichen Mitteln der Gewalt in ihrem Land entgegenwirken. Diese Menschen sind auf ausländische Hilfe angewiesen, aber nicht im monetären Sinn: es ist die internationale Aufmerksamkeit, die ihnen mehr Schutz verschafft, indem sie als Zeuge ihre Augen auf  mögliche Verbrechen richtet. Und kein Verbrecher möchte enttarnt werden.

Aus diesem Prinzip und der gewaltlosen Arbeitspraxis entstand ein außerordentliches Werkzeug innerhalb der internationalen Konfliktbearbeitung: der Zivile Friedensdienst (ZFD).

Jährlich entsenden österreichische Nichtregierungsorganisationen Frauen und Männer ins Ausland um vor Ort Menschen in schwierigen Lebensbedingungen zur Seite zu stehen. Krisenprävention, Gewaltminderung und langfristige Friedenssicherung sind einige der Ziele des ZFD. Im Vergleich zu militärischen Auslandseinsätzen wird Hilfe nur dort geboten, wo sie auch gewollt wird. Der Erfolg nachhaltiger Veränderung ist nur dann gegeben, wenn sie aus den eigenen Reihen entspringt.

Der Internationale Versöhnungsbund (IFOR) braucht dringend Mittel

Eine Organisation die nach diesem friedenspolitischem Konzept arbeitet ist der österreichische Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes. Unter dem Motto „Kultur der Gewaltfreiheit“ setzt er sich für zivile statt militärische Konfliktbearbeitung ein und entsendet seit über 10 Jahren Friedensbegleiter (ein Fachdienst des Zivilen Friedensdienstes) nach San José de Apartadó, einer Friedensgemeinde in Kolumbien.

Kolumbien ist ein Land reich an Bodenschätzen, um die seit 60 Jahren Guerillagruppierungen, Paramilitärs und das staatliche Militär kämpfen. Unzählige Todesopfer, Verschwundene und die höchste Zahl weltweit von intern vertriebenen Menschen sind nur einige Aspekte in diesem Teufelskreis.

Die Friedensgemeinde San José de Apartadó liegt inmitten einer begehrten Zone und somit auch inmitten der Gewalt. Nach zahlreichen gewalttätigen Übergriffen auf die Dörfer schlossen sich die Bauernfamilien im Jahr 1997 zusammen und wählten aktive Gewaltfreiheit als ihren Lösungsansatz. Bewusst sagen sie Nein zu Waffen, jeglicher Parteinahmeund wenden sich sogar vom Alkohol ab.

Die Friedensbegleiter des IFOR bieten der Gemeinde einen ganzjährigen Begleitschutz, um durch ihre Anwesenheit bewaffnete Gruppen von Menschenrechtsverletzungen abzuhalten. Sie zeigen die Verbrechen auf internationaler Ebene auf und lassen nicht zu, dass Opfer vergessen werden. Die Bewohner von San José de Apartadó sind sich einig: ohne die Friedensbegleiter wären sie heute nicht mehr hier. Doch der Versöhnungsbund muss um seine Friedensbegleiter bangen; das Budget reicht nicht aus um diese eine lebensrettende Person zu entsenden.

Machen wir uns gemeinsam mit friedlichen Mitteln für Frieden stark

Unsere österreichische Regierung verpflichtete sich im Jahr 2007 „dafür [zu] sorgen, dass die notwendigen budgetären Vorkehrungen getroffen werden, um eine rasche Entsendung von ExpertInnen aus Nichtregierungsorganisationen zu Einsätzen des zivilen Krisenmanagement sicherzustellen.“ (Kap. Äußere Sicherheit und Landesverteidigung) 

Bis heute wartet der Versöhnungsbund zusammen mit anderen NGO´s auf die Umsetzung. Hält die Regierung ihr Versprechen nicht, wären die Folgen fatal für Hunderte von Menschen, deren Schutz und Leben von diesen Fachkräften abhängen.

Aus diesem Grund wollen wir so viele Unterschriften wie möglich sammeln. Fordern wir gemeinsam mit dem Internationalen Versöhnungsbund die Regierung auf ihr Versprechen zu halten, um die Zukunft des Zivilen Friedensdienstes zu sichern. Hilf uns dabei einen Beitrag für mehr Frieden zu leisten und setze auch du deine Unterschrift unter die Petition.



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