Offener Brief an die ARD-Redaktion

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Am 22.03.2020 wurde von dem Herrn Demian von Osten (ARD Studio Moskau) ein Beitrag mit dem namen „Georgien: Corona in Osteuropa“ über die Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 durch die ARD veröffentlicht. Die Herangehensweise der osteuropäischen Länder, Georgiens, der Ukraine und Russlands wird erläutert. Während die Maßnahmen in der Ukraine und in Russland relativ ausführlich beleuchtet und die verantwortlichen Behörden zur Situation befragt werden, sieht man in der knapp 1-minütigen Darstellung Georgiens Priester auf Trucks, die die Straßen mit Weihwasser besprühen. Im Hintergrund ist ein christliches Lied zu hören. Ein ironischer Ton ist erkennbar. Dem Zuschauer wird vermittelt, dass Georgien im Kampf gegen die Corona-Krise auf christliche Rituale setzt. Es wird versucht, Georgien als ein rückständiges Land darzustellen, das in religiösem Fanatismus verfällt. Dem ist nicht so. Georgien macht sicherlich nicht alles richtig, aber die Zahlen sprechen für sich. Stand 24.03: 67 Infizierte, davon 9 geheilt, 4055 unter Quarantäne, bisher keine Todesfälle. Ein gutes Ergebnis für ein Land mit über 7 Millionen Touristen pro Jahr. Schon früh wurde das öffentliche Leben stark eingeschränkt, der Ausnahmezustand ausgerufen und der öffentliche Verkehr teilweise oder ganz eingestellt. Georgien wurde von der WHO mehrfach für seine rechtzeitigen und wirksamen Maßnahmen gegen die Corona Ausbreitung gelobt. Auch die Nachrichtenagentur Eurasia.net berichtet über das effektive und zügige Eingreifen Georgiens gegen die Verbreitung des Corona-Virus. Es ist besonders bedrückend, einen so einseitigen und manipulativen Bericht durch einen öffentlichen Sender präsentiert zu bekommen. Unser Verein "Georgian Youth in Germany" bedauert sehr, dass über den öffentlich-rechtlichen Sender ARD versucht wird ein verzerrtes Bild von Georgien zu Präsentieren. Wir sind uns sicher, dass dies nicht etwa die Politik des Senders ist, sondern die tendenziöse Sichtweise des Berichterstatters widerspiegelt. Es ist nicht das erste Mal, dass einzelne Journalisten versuchen, dem Publikum ihr eigenes Weltbild aufzuzwingen, indem sie die Fakten einseitig, unvollständig und manipulativ präsentieren. Deshalb wenden wir uns an die ARD-Redaktion mit der Bitte, jetzt und auch in Zukunft darauf zu achten, dass einzelne Journalisten wie der Herr Demian von Osten nicht eine Verzerrung der Realität betreiben, vor allem wenn der Versuch bereits mehrfach vom selben Autor unternommen wurde. Als georgische Jugend in Deutschland wissen wir die Bedeutung und Rolle eines objektiven öffentlichen Rundfunks zu schätzen und hoffen sehr auf eine angemessene Reaktion.

-Vertretung der „Georgian Youth in Germany”