Wir fordern den Rücktritt der Bildungs- und Forschungsministerin Anja Karliczek

Wir fordern den Rücktritt der Bildungs- und Forschungsministerin Anja Karliczek

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 200.
Bei 200 Unterschriften wird die Petition mit höherer Wahrscheinlichkeit in den Empfehlungen gelistet!
Luisa Ederle hat diese Petition an Anja Karliczek gestartet.

Wir

Wir sind eure zukünftigen Lehrer*innen, Pädagog*innen, Ärzt*innen, Wirtschaftswissenschaftler*innen und Psycholog*innen, die die sich in der Zukunft um euch, eure Kinder, eure Finanzen und eure Gesundheit kümmern.

Wir sind eure Zukunft.

Behandelt uns mit Respekt und ermöglicht uns ein Studium in Würde, auch während einer Krise.

Ich bin Luisa, studiere Kultur- und Medienpädagogik, und fordere, gemeinsam mit allen Unterzeichnenden, den sofortigen Rücktritt unserer Bildungs- und Forschungsministerin Anja Karliczek.

Die letzten Wochen waren wohl für die meisten Menschen extrem belastend, egal ob Bauarbeiter*in, Studierende, Alleinerziehende oder Kleinunternehmer*in. Aber die Belastung und die Existenzangst, die gerade viele Studierende durchstehen müssen, hätte durch ein schnelleres Handeln unserer Bildungsministerin verhindert oder zumindest minimiert werden können.

Man sollte meinen, dass eine Ministerin für Bildung und Forschung für die Interessen der Betroffenen ihres Ressorts einsteht. Leider ist das Gegenteil der Fall.

Aus dem Jahr 2019 sind 900 Millionen Euro Bafög-Hilfen übrig, aufgrund von Minderausgaben.[1]
Die Grünen forderten bereits diese freizugeben und auch das Deutsche Studentenwerk sieht dies als gute Möglichkeit an, um Studierenden möglichst unbürokratisch zu helfen.

Doch Frau Karliczek scheint beratungsresistent und verfolgt ihre eigene Agenda.

Karliczeks politische Maßnahmen

Zunächst wurde entschieden, dass Studierende in systemrelevanten Berufen ihre Nebeneinkünfte nicht mehr auf das Bafög angerechnet bekommen. Das scheint ein  zynischer Scherz zu sein.

Nur 12% aller Studierenden sind überhaupt Bafögbezieher*innen.[2]
Zum Bafög darf man 450€ regulär dazu verdienen, mehr ist zeitlich auch fast nicht machbar. Das Zugeständnis der Bildungsministerin an uns ist also, dass wir neben einem Vollzeitstudium mehr arbeiten dürfen aber auch nur dann, wenn wir in einem sogenannten systemrelevanten Feld tätig sind.

Wir sind dankbar gegenüber alldenjenigen, die sich jeden Tag um Patient*innen kümmern, uns mit der Tram von A nach B bringen und an Supermarktkassen sitzen. Diese Menschen sind jeden Tag einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Studierende durch politische Maßnahmen quasi zwingen zu wollen, sich diesem Risiko auszusetzen, ist ein unglaublicher Affront.

Karliczeks aktuellster Beitrag zur Hilfe für Studierende sind nun unverzinsliche Darlehen. Jedoch scheuen sich viele Studierende zurecht davor ein Darlehen aufzunehmen, möge es auch zinslos sein. Denn jeder Kredit, jedes Darlehen bedeuten Verschuldung und psychische Belastung und führt letztendlich zu dem Zwang, jeden Job annehmen zu müssen, nur um Schulden tilgen zu können.

Die Darlehensregelung bringt uns in eine prekäre Situation und letztendlich werden wieder diejenigen von uns benachteiligt, die sowieso schon unterprivilegiert sind. Massenhafte Studienabbrüche sind nicht nur für die einzelnen Betroffenen eine Katastrophe, sondern für die gesamte Gesellschaft.

Wie erwähnt sind die Mittel vorhanden, um schnell zu helfen. Das bedeutet, dass Anja Karliczek uns in vollem Bewusstsein auf die nächste Krise zusteuert.

Leonie Ackermann, Vorsitzende des bundesweiten studentischen Dachverbands fzs hat das Verhalten der Ministerin kürzlich als „grob fahrlässig“ bezeichnet. Der fzs sowie über 15 weitere studentische Organisationen fordern bereits ihren Rücktritt.[3]

Der fade Beigeschmack

Es scheint fast so, als wäre unsere Bildungs- und Forschungsministerin unfähig, sich in die Lage derjenigen, die tatsächlich forschen und sich bilden, hineinzuversetzen.

Was außerdem eine gelernte Bank- und Hotelfachfrau genau dazu befähigt, dieses Ressort als Ministerin auf Bundesebene zu leiten, entzieht sich uns völlig.

Dass unsere Ministerin für Bildung und Forschung - Begriffe, die für Offenheit und Fortschritt stehen sollten - außerdem gegen die Ehe für Alle gestimmt und Langzeitstudien zum Wohlehrgehen von Kindern aus queeren Familien gefordert hat, steht noch einmal auf einem anderen Blatt.[4]

Wir

Wir sind eure zukünftigen Apotheker*innen, Biolog*innen, Ingenieur*innen, Anwält*innen, Therapeut*innen und Sozialarbeiter*innen. Eure zukünftigen Bildungsbeauftragten und Forschenden.

Eure Zukunft und euer Wohlstand, ist von unserem Studium abhängig.

Ermöglicht es uns.



[1] https://www.jmwiarda.de/2020/04/17/schwarzgr%C3%BCner-vorsto%C3%9F/
[2] https://www.jmwiarda.de/2020/04/12/der-n%C3%A4chste-baf%C3%B6g-befreiungsschlag/
[3] https://www.fzs.de/2020/05/03/pm-studierende-fordern-ruecktritt/
[4] https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-11/cdu-anja-karliczek-ehe-fuer-alle-kritik-opposition

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 200.
Bei 200 Unterschriften wird die Petition mit höherer Wahrscheinlichkeit in den Empfehlungen gelistet!