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Soforthilfe gegen Hungerkatastrophe in Ostafrika

Diese Petition hat 86 Unterschriften erreicht


Sehr geehrter Frau Bundeskanzlerin!

Sehr geehrter Herr Bundesaußenminister!

Sehr geehrter Herr Bundesentwicklungsminister!

 

In Ostafrika kostet eine massive Hungersnot täglich hunderten Menschen das Leben. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen und viele NGOs haben längst Alarm geschlagen: Die „größte humanitäre Katastrophe seit dem 2. Weltkrieg“ (UN-Nothilfekoordinator Stephen O’Brien) zeichnet sich in Ländern wie Jemen, Nigeria, Äthiopien und Kenia, vor allem aber in Somalia und dem Südsudan ab. In den kommenden Wochen müssen über 20 Millionen Menschen von Hilfsorganisationen mit Lebensmitteln versorgt werden. Ohne Notversorgung droht ein beispielloses Massensterben.

Wir wissen, dass diese Katastrophe zum großen Teil menschengemacht ist. Sie beruht nicht nur auf Wetterbedingungen wie dem El Niño, sondern auch auf anthropogenen Dürreperioden. Auch auf politische und ökonomische Faktoren wie Terrormilizen, Bürgerkrieg, mangelhafte Landwirtschaft, Korruption und schlechte Führung ist sie zurückzuführen. Die Europäer sind zwar nicht schuld am Fehlverhalten von Machthabern in den betroffenen Ländern; für Kooperation mit ihnen, unfaire Handelsbeziehungen, mangelnde Investitionen, für Auswirkungen des Klimawandelns u.a.m. sind wir jedoch mitverantwortlich.

In jedem Fall tragen wir aufgrund UNSERER MÖGLICHKEITEN FÜR EINE KURZFRISTIGE VERMEIDUNG DER KATASTROPHE politische Verantwortung. Denn wir können, ohne unsere Haushalte zu gefährden, die nötigen finanziellen Ressourcen bereitstellen, um Krankheit und Tod von Millionen und die langfristige Zerstörung von Entwicklungsmöglichkeiten sowie Errungenschaften in Wirtschaft und Bildung in der Region vorerst abzuwenden. Damit werden auch die sogenannten Fluchtursachen und die Voraussetzungen für Terror bekämpft.

Lassen wir uns von den Nachrichten aus Ostafrika und dem Jemen erschüttern! Und lassen Sie uns aus der Erschütterung heraus handeln! 

Wir fordern Sie hiermit auf, UMGEHEND unsere europäischen Freunde und internationalen Partner mit höchstem diplomatischem Engagement von einer Aufstockung der Hilfsmittel für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zu überzeugen. Auch China und die Golfstaaten müssen in die humanitäre Pflicht genommen werden. In den kommenden Wochen hat die internationale Gemeinschaft die 4,12 Milliarden Euro an Soforthilfe zu bewilligen – nur etwa 20 Prozent davon sind bis Mitte April bei den Vereinten Nationen angekommen. Deutschland hat sich mit 300 Millionen Euro Beitrag, der Anfang April beschlossen wurde, sowie auch die Kampagne „EINEWelt ohne Hunger“ des Bundesentwicklungsministeriums hilfsbereit gezeigt. Das genügt aber nicht. Es sei daran erinnert, dass die Bundesregierung sich zur Umsetzung aller Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen verpflichtet hat. Das zweite Ziel lautet: „Ernährung sichern – den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern“. Wir dürfen jetzt nicht zögern.

Sollten unsere Partner nicht ausreichend geben wollen, dann muss unser reiches Land mit einem guten Beispiel vorangehen. Zeigen Sie Großmut und garantieren Sie, dass die Vereinten Nationen und andere Hilfsprogramme bis Ende Mai die Summe von mindestens 4,12 Milliarden Euro erhalten. Zur Not finanziere unser Land, das allein im letzten Jahr einen Steuerüberschuss im Bundeshaushalt von 6,2 Milliarden Euro erwirtschaftet hat, die verbleibende Differenz.

Zwischen Herbst 2010 und Frühjahr 2012 starben etwa 260.000 Menschen aufgrund einer Hungersnot in Somalia. Tun wir etwas, bevor es zu spät ist und sich diese Katastrophe in viel größerem Ausmaß wiederholt.

Zudem muss alles daran gesetzt werden, dass sich solche Lagen nicht wiederholen und die Potenziale der betroffenen Länder nachhaltig von den Menschen vor Ort entwickelt werden können und ihnen zugutekommen. Dafür ist der im Frühjahr vorgestellte „Marshallplan mit Afrika“ sicher ein sinnvoller, aber nicht ausreichender, vor allem zu einseitiger Schritt. Afrikanische Akteure sind umfassender in die internationale Zusammenarbeit einzubeziehen; beim Thema Rechtstaatlichkeit und Good Governance sind Regierungen stärker in die Pflicht zu nehmen; zudem müssen strukturell kontraproduktive Entwicklungshilfemaßnahmen, die Handelsbeziehungen der EU mit afrikanischen Ländern, die international unzureichende Bekämpfung von Steueroasen und Gewinnverlagerungen und die teilweise noch kolonial geprägten Bedingungen westlicher Investitionen auf den Prüfstand kommen. Vor allem aber müssen die desaströsen Kriege beendet werden – Friedenspolitik werde unsere erste Priorität!

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Müller, Sie haben Anfang April in Addis Abeba zurecht gesagt, dass es eine Schande sei, „wie die Weltgemeinschaft mit ansieht, wie hier gestorben und gelitten wird." Frau Merkel und Herr Gabriel, wir glauben, Sie werden Ihrem Kabinettskollegen zustimmen und mit ihm zusammen handeln.

Wir, die diesen Aufruf unterschreiben, wollen nicht, dass 2017 als weiteres Jahr der Schande in der Geschichte politischen Versagens eingeht und durch unterlassene Hilfeleistung viele Hundertausende sterben! Geben Sie ein politisch schönes Beispiel dafür, dass Menschenleben nicht weniger wichtig sind als Bankenrettung oder Haushaltskonsolidierung im reichen Norden!

 

 Links zum Hintergrund:

Hungersnot:

http://de.wfp.org/hungersnot

https://www.wfp.org/news/news-releases

https://www.rescue.org/article/5-things-you-think-you-know-about-famine-and-actual-facts?amp

http://www.deutschlandfunk.de/krise-in-ostafrika-menschengemachte-hungersnot.724.de.html?dram:article_id=383366

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-04/entwicklungshilfe-gerd-mueller-aethiopien-duerre-finanzielle-hilfen-afrika

https://www.tagesschau.de/ausland/hungerkrise-101.html

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.hungerkatastrophe-in-ostafrika-deutschland-verdreifacht-seine-hilfe.a8d428f1-7b4e-46f6-abc4-11daa5fa6e5e.html

https://www.dailymaverick.co.za/article/2017-03-24-famine-crisis-massive-funding-shortfall-threatens-un-relief-for-africas-starving/#.WPPLx_mGO6I

http://www.independent.co.uk/news/world/africa/africa-yemen-mass-starvation-drought-united-nations-refugee-agency-un-warns-nigeria-somalia-south-a7679016.html

Sustainable Development Goals

https://sustainabledevelopment.un.org/topics/sustainabledevelopmentgoals

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/StatischeSeiten/Breg/Nachhaltigkeit/0-Buehne/2015-08-13-milleniumziele.html

„Marshallplan mit Afrika“

http://www.bmz.de/de/laender_regionen/marshallplan_mit_afrika/

https://www.freitag.de/autoren/rainergi/ein-marshallplan-fuer-afrika

„EINEWelt ohne Hunger“

http://www.bmz.de/de/mediathek/publikationen/reihen/infobroschueren_flyer/infobroschueren/Materialie274_ernaehrung.pdf

http://www.welthungerhilfe.de/blog/einewelt-ohne-hunger-unsere-verantwortung/

 

 



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