Helft unseren Corona-Helden - und helft damit Euch selbst!

Reasons for signing

See why other supporters are signing, why this petition is important to them, and share your reason for signing (this will mean a lot to the starter of the petition).

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Anette Forschner
Dec 22, 2020
Anette Forschner 69198 Schriesheim Heidelbergerstrasse 43

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Ilka Gabriel
Apr 24, 2020
Vergesst nicht die Physiotherapeuten, die nach wie vor tagtäglich in den Praxen stehen!

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Roswitha Langer
1 year ago

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Yvonne Müller
1 year ago
Die Helden der Corona Krise haben meinen größten Respekt und Anerkennung. Sie sollten dafür auch gut entschädigt werden. Denn es ist nicht selbstverständlich sondern eine Hochleistung damit das nötigste in Deutschland weiter geht. Sie sollten auch dringend entlastet werden. Denn es sind Menschen wie jeder andere auch der Familie und ein Privatleben hat.

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Anita Kanitz
1 year ago
Schon im Januar war allen Virologen und Fachleuten klar, es kommt eine extreme Pandemie auf uns zu. Doch statt sich vorzubereiten, haben die europäischen Regierungen alle mit sehr wenigen Ausnahmen erbärmlich versagt und die warnenden Stimmen als Panikmacher und Feiglinge verhöhnt. Der Schutz von Menschen und energische vorausschauende Maßnahmen sind jetzt für uns alle überlebenswichtig.Damit wir sehen können, was auf uns zukommt und das gilt als sehr wahrscheinlich, folgende Fakten:
Lage unseres Nachbarn Frankreich:
Die Zustände im Elsass sind katastrophal. Patienten, die älter als 80 Jahre alt sind, können nicht mehr beatmet werden. Mediziner müssen weiterarbeiten, obwohl sie selbst mit dem Coronavirus infiziert sind.
Der Kampf gegen die Corona-Epidemie im Elsass nimmt dramatische Ausmaße an. Am Donnerstag sind 20 Patienten in einem medizinisch umgerüsteten Hochgeschwindigkeitszug (TGV) aus Straßburg in verschiedene Krankenhäuser in andere Landesteilen transportiert worden. Die Intensivstationen in der Stadt sind seit Tagen hoffnungslos überfüllt. Das Elsass ist eine der am schwersten betroffenen Regionen Frankreichs. Die Zahl der Todesopfer stieg derweil im ganzen Land auf über 1330. Mehr als 11 500 Menschen seien wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Lage unseres Partners Spanien:
Die Lage in Spanien, vor allem im großen Coronavirus-Ansteckungsherd Madrid, wird immer abstruser und dantesker. Schon vergangene Woche war gemeldet worden, dass 19 alte Menschen in einem Altenheim in Madrid, wo weitere 70 alte Menschen infiziert waren, einfach zum Sterben zurückgelassen worden waren. Dass das kein Einzelfall war, hat sich am Montag auf schreckliche Weise gezeigt. Die Radiokette "Ser" berichtet, dass bei der Desinfektion in verschiedenen Altersheimen Tote gefunden wurden, die im Zimmer mit Lebenden lagen.

"Das Militär hat völlig verlassene alte Menschen, darunter bereits verstorbene, in Betten vorgefunden", bestätigte Verteidigungsministerin Margarita Robles entsprechende Berichte. Sie seien vom Pflegepersonal verlassen worden und hätten unter "extremen Bedingungen und schlechten gesundheitlichen Bedingungen mit Toten" im Zimmer überleben müssen. Die Namen der Institutionen nannte die Ministerin nicht.

Robles kündigte aber an, dass die "ganze Härte des Gesetzes diejenigen treffen wird, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen". Vergangene Woche handelte es sich um das private Pflegeheim Monte Hermoso. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen auf Anzeige des Ombudsmanns Ermittlungen aufgenommen.

Das ist aber nur eine Seite des Horrors, den vor allem die Hauptstadtregion Madrid gerade erlebt, der sich aber auf das gesamte Land auszubreiten droht, da die Regierung noch immer nicht die nötigen Maßnahmen ergreift. Das Gesundheitssystem in der Hauptstadtregion, wo nun etwa alle fünf Minuten ein Mensch am Covid-19 stirbt, kollabiert oder ist schon kollabiert. Dazu gibt es längst viele Berichte.

"Wir halten noch durch, aber es wird jeden Tag schlechter", werden Beschäftigte im Gesundheitssystem vor Ort zitiert. Bilder zeigen Menschen, die auf Bettlaken im Flur gebettet sind, wie im Krankenhaus Severo Ochoa im Madrider Stadtteil Leganés. Sie sprechen eine genauso klare Sprache wie Videos, die zeigen, wie viele Menschen in Madrid in überfüllten Fluren behandelt werden müssen.

Madrid baut derzeit im Messegelände Ifema ein Nothospital auf. 300 Betten stehen dort nun schon bereit, bis zu 5.000 sollen es werden. Warum aber bleiben ganze Krankenhausbereiche in teilprivatisierten Hospitälern in der Region ungenutzt, die zur Behandlung sicher geeigneter sind?

Angeblich sind nun auch die privaten Ressourcen unter öffentliche Verwaltung gestellt. In dem Fall ist dafür allerdings die rechte Regionalregierung zuständig, die von der ultrarechten VOX-Partei gestützt wird. Doch die Rechte, die in der letzten Krise die Axt ans Gesundheitssystem gesetzt hat, unternimmt nichts. Dieses Video hierzeigt ein Krankenhaus, benannt nach der Infantin Sofia, in San Sebastián de los Reyes, in dem keinerlei Aktivität stattfindet.

Beispiele gibt es weitere in Aranjuez, in einem Krankenhaus in Henares, wie die Krankenpflegergewerkschaft AME dokumentiert: "Das Gesundheitsministerium muss in einem Alarmzustand die Regionalregierung Madrids dazu zwingen, alle geschlossenen Ressourcen zu nutzen und adäquat auszustatten." Geschieht nicht schnell etwas, sind diese vorhanden Ressourcen nicht nutzbar, wenn die Pandemie vermutlich in einigen Tagen ihren Höhepunkt erreicht.Man fragt sich aber auch, warum denn nicht endlich ein riesiges voll ausgerüstetes Krankenhaus in Betrieb genommen wird, das angeblich das größte in Europa sein soll. Es verfügt über 1.200 Betten und 100 zur Intensivbetreuung. Es soll ohnehin im Juni eingeweiht werden.

Das Krankenhaus liegt nur etwa 80 Straßenkilometer entfernt vom Zentrum in Madrid in der Nachbarregion Kastilien-La Mancha, die ebenfalls schon stark betroffen ist. In diesem Fall kann die sozialdemokratische Regierung unter Pedro Sánchez nicht mal die Rechte verantwortlich machen, denn dort regieren seine Sozialdemokraten (PSOE).

Als immer größeres Problem stellt sich der Mangel an Personal heraus. Viele Beschäftigte im Gesundheitssystem haben sich wegen noch immer fehlender oder unzureichender Schutzkleidung selbst angesteckt. Auch hier wurde nicht von Anfangsfehlern in China gelernt.
Kaputte Schutzanzüge und ein Leitfaden zur Triage

Zwar habe man nun Schutzanzüge erhalten, doch die seien zum Teil schon kaputt und "dünner als Mülltüten". Am Montag waren schon fast 14% aller festgestellten Infizierten Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen.

Seit der Finanzkrise wurden zudem nicht nur gut 10% der Krankenhausbetten in ganz Spanien eingespart und auch massiv privatisiert (besonders in Madrid), sondern es wurde auch viel Personal eingespart. Allein in der Hauptstadtregion sind heute etwa 1.000 Menschen weniger im Gesundheitssystem beschäftigt als noch vor 10 Jahren.

Somit erfüllt Madrid und die Region um die Hauptstadt herum alle Bedingungen, um zur neuen Lombardei oder Wuhan zu werden. Hier schreitet das Virus am schnellsten voran. Die Region könnte, so vermutet die Zeitung "El Mundo", sogar bald die Lombardei und Wuhan übertreffen. Deshalb bereitet man sich wie in Italien auch in Spanien schon auf die "Triage" vor, also auf die Entscheidung, wer noch behandelt wird und wer nicht.

Die Gesellschaft für Intensivmedizin, Semicyuc, hat nun einen ethischen Leitfaden für die Entscheidungsfindung herausgegeben. Bevorzugt werden sollen die, die mehr gute Lebensjahre vor sich haben. Ein höchst zweifelhaftes Kriterium, wie an dieser Stelle am Beispiel Italien schon diskutiert wurde (Corona-Triage).
Die Zahl der Infizierten und der Toten

Offiziell sind am Dienstag nun allein in der Hauptstadtregion 12.352 Menschen mit dem Virus infiziert, angeblich knapp 40.000 im ganzen Land. Dass Madrid schon 1.535 von insgesamt 2.696 Coronavirus-Toten im ganzen Land registriert, spricht eine klare Sprache. Angesichts dessen, dass man in Italien etwa davon ausgeht, dass auf einen registrierten Infizierten zehn weitere kommen, die aber nicht identifiziert werden, kommen ganz andere Zahlen zustande.

Somit wären es allein in Madrid schon mehr als 130.000 und im ganzen Land etwa 390.000 Infizierte. Manche Forscher gehen allerdings davon aus, dass diese Zahlen noch viel zu niedrig sind. In Spanien müsste die Zahl der Toten mit 200 multipliziert werden, wird von ihnen angemerkt: Dann erhalte man einen Wert, der 15% nach oben und unten von der realen Infektionszahl abweichen könne. Man hätte damit allein in Madrid etwa 300.000 Infizierte und im ganzen Land fast 540.000.

Dass die Dunkelziffer in Spanien, wo wegen fehlender Prävention auch kaum getestet wird, enorm hoch sein muss, dafür spricht die Sterblichkeitsquote. Die liegt in Madrid nach den vorliegenden Daten sogar über 12%. Die Mortalität läge dort also um ein Vielfaches über der, die das Virus real haben soll.

Wieso liegt sie beim gleichen Virus derzeit in Kastilien bei 8,8%, in Valencia bei 5,3%, im Baskenland bei 4,9%, in Katalonien nur bei 3,6%, in Andalusien bei 3,5% und in Murcia sogar nur bei 0,8%? Diese Zahlen zeigen, dass alle Statistiken, die auf der registrierten Zahl der Infizierten basieren, nichts taugen.

Die Zahl der Toten sagt etwas über die Lage aus und bietet einen Vergleich mit anderen Ländern. So sticht heraus, dass in Deutschland nun mit einer ähnlich hohen Zahl von bestätigten Infektionen (30.174) wie in Spanien eben nur 132 das Leben verloren haben.

Das ist eine Sterblichkeitsrate von nur etwa 0,4%. Daher kann man vermuten, dass die Zahlen über Infektionen hier deutlich näher an der Realität liegen als in Spanien. Allein in der spanischen Hauptstadtregion starben in den letzten 24 Stunden doppelt so viele Menschen an dem Virus wie insgesamt in ganz Deutschland. Dabei weist die Region offiziell nur ein Drittel an Infizierten aus.

Allerdings ist die Lage im gesamten spanischen Staat alles andere als rosig, und sie entwickelt sich zunehmend schlechter. Da, wie herausgearbeitet, die Zahl der Infizierten wenig aussagekräftig ist, ist für Vergleiche die Zahl der Toten sinnvoll.

Seit Tagen zeigt sich in den Grafiken, dass die Kurven sowohl bei Infizierten als auch bei registrierten Toten im Vergleich zum bisherigen europäischen Infektionsherd Italien immer steiler ansteigen.
Die Zahlen in Italien

Spanien setzt sich immer deutlicher von Italien ab und das lässt Schlimmes für die nächsten Tage hier erwarten. Während in Spanien die Zahl der Toten täglich steigt, ist sie seit Sonntag in Italien zunächst gefallen. In Spanien wurden am Samstag noch 324 Coronavirus-Opfer ermittelt, am Montag waren es 462 und am Dienstag offiziell schon 514 offiziell, davon 272 allein in Madrid.

In Italien wurde am Samstag der bisherige Höhepunkt von 793 Toten an einem Tag erreicht. Am Sonntag ging die Zahl schon leicht zurück, am Montag waren es noch 602, sie stieg aber am Dienstag wieder deutlich auf 743.

Geht die Entwicklung so weiter, überholt Spanien bald Italien. Es ist auch zu erwarten, dass dann auch in Spanien auch bei der Gesamtzahl der Toten schließlich Italien den Spitzenplatz mit nun 6.820 Toten abnehmen wird. In Italien gibt es damit derzeit schon mehr als doppelt so viele Covid-19-Tote als in China.

Diese Entwicklung war absehbar, denn das Virus war, wie Telepolis schon Ende Februar festgestellt hatte längst außer Kontrolle. Doch statt die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen, wurde auch hier beschwichtigt. Es wurden Fehler wiederholt, die zuvor schon in China und Italien gemacht wurden. Dabei hatten auch ausgewiesene Experten wie Oriol Mitjà schon frühzeitig drastische Maßnahmen gefordert.
Konsequentes Versagen

Der Leiter einer klinischen Studie zur Eindämmung des Corona-Virus hatte längst gefordert, nur noch Aktivitäten zuzulassen, die der Basisversorgung dienen. Zu dieser Maßnahme hat sich - ebenfalls viel zu spät - die italienische Regierung am späten Samstagabend durchgerungen. Nun sind alle "nicht lebensnotwendigen" Unternehmen und Fabriken im Land geschlossen, erklärte Ministerpräsident Giuseppe Conte.

Auch mit Blick auf die Entwicklungen in Italien hatte der katalanische Experte Mitjà deshalb schon frühzeitig erklärt, dass auch Spanien längst auf der "Intensivstation" liege. Wegen des Versagens des Krisenstabs, forderte er auch dessen Rücktritt, weil der unfähig war "eine vermeidbare Epidemie vorherzusagen". Seine Ansicht setzt sich im Land immer breiter durch.Seinen Forderungen haben sich inzwischen in einem offenen Brief am Samstag 69 renommierte Epidemiologen, Molekularbiologen und Wissenschaftler anderer Fachbereiche angeschlossen. Die "totale" Isolierung der Menschen sei nun "unerlässlich". Auch diese Experten fordern, dass nur noch Beschäftigten in Sektoren der Grundversorgung zur Arbeit gehen sollten, ansonsten, so prognostizieren sie, stehe "um den 25. März herum" der Zusammenbruch des Gesundheitssystems bevor.

Gehör finden sie bei der sozialdemokratischen Regierung von Pedro Sánchez aber (noch) nicht. Dass Sánchez erst am vergangenen Samstag, eine ganze Woche nach Ausrufung des "Alarmzustands", angekündigt hat, ein "Expertenteam" zur Beratung zu gründen, zeigt eigentlich die gesamte Unverantwortlichkeit im spanischen Umgang mit der Krise.

Aber schlimmer geht immer in Spanien. Dass in der Truppe drei von sechs Experten die Pandemie lange kleingeredet haben, wie auch die Frankfurter Rundschau (FR) festgestellt hat, spricht für sich. Es lässt kaum erwarten, dass mit diesen Beratern schnell die notwendigen Schritte gegangen werden. "Irren ist tödlich", wird das spanische Vorgehen deshalb in der FR kommentiert.

Richtig wird angemerkt: "Den dreien weiter das Ohr zu leihen ist so klug, wie einem Klimawandel-Skeptiker das Umweltamt zu überlassen." Die Regierung sei der Epidemie bisher immer hinterhergelaufen. "Sie sollte nun wissen, dass es für Beschwichtiger zurzeit nur eine Aufgabe gibt: den Mund zu halten."

Denn, wie auch Telepolis seit Wochen feststellt, wieder einmal war die Regierung zunächst abgetaucht und reagierte dann viel zu spät. Sie versucht nun, sich als zentraler Akteur zu verkaufen und will sogar alle Strippen zentral aus Madrid ziehen. Dabei machen die aufgezeigten Vorgänge ihr konsequentes Versagen deutlich. Statt dem Beispiel Italien zeitnah zu folgen, hat Sánchez am vergangenen Samstag praktisch keine neuen Maßnahmen verkündet.

Er hätte den Stier bei den Hörnern ergreifen müssen, stattdessen schickte er sogar die Menschen in Madrid ab Montag wieder auf die Arbeit. Damit werden die Ansteckungsketten wieder aktiviert. Solange Menschen außerhalb der Grundversorgung sogar in Ansteckungsherden wie Madrid zur Arbeit müssen, wegen fehlender Tests infizierte Personen nicht festgestellt werden, können die Ansteckungsketten nicht unterbrochen werden.Die Bevölkerung in ganz Spanien wird dafür einen tödlichen Preis bezahlen, dass noch immer mit verschiedensten lockeren Begründungen Menschen auch Madrid verlassen können, ohne dass bei ihnen auch nur die Temperatur gemessen würde. Der erste Coronavirus-Fall in Santiago de Compostela (Galicien) wurde zum Beispiel bei einer Studentin festgestellt, die aus Madrid in die Region kam.

Anders als in China oder Italien, wo die Ansteckungsherde Wuhan und Lombardei gesperrt wurden, ist das in Madrid bis heute noch immer nicht der Fall. Hier bleibt Spanien sogar hinter Vorgängen zurück, die erfolgreich waren.

Deshalb konnte und kann sich das Virus auch weiter über das gesamte Land verbreiten. Konnten in China und Italien die große Mehrzahl der Toten auf die Ansteckungsherde begrenzt werden, ist in Spanien längst ein ganz anderer Trend zu beobachten. Die Zahl der Toten und Infizierten nimmt auch außerhalb der Ansteckungsherde zu.
Kurswechsel

Allerdings, das ist wenigstens zu hoffen, wird sich mit steigenden Todeszahlen diese Politik - wie in Italien - nicht lange aufrechterhalten lassen. Inzwischen schwenken auch immer mehr Lokalpräsidenten auf den Kurs des katalanischen Regierungschefs Quim Torra ein, der selbst infiziert und in Quarantäne ist. Er fordert seit langem die Abschottung und die Begrenzung der Produktion auf die Grundversorgung und wurde dafür nicht nur in Spanien angegriffen.

So war in Der Zeit von einem "eigenartigen Streit zwischen der Madrider Regierung und dem katalanischen Regionalpräsidenten" zu lesen, da die "separatistische Regionalregierung um ihre Kompetenzen im Gesundheitswesen" fürchte. Hier wird nicht nur massiv Framing betrieben, sondern ganz real übersehen, dass mit den Krisenmaßnahmen Autonomiekompetenzen erneut ausgehebelt werden.

Nicht zuletzt wurde auch Militär nach Katalonien entsandt, das dort sogar Schutzkleidung beschlagnahmte, die für den Infektionsherd Igualada gedacht war. Der ist, anders als Madrid, allerdings seit langem abgesperrt.

Inzwischen schwenken auch andere Regionen auf den Torra-Kurs ein, die völlig unverdächtig sind, mit "Separatisten" zu sympathisieren. Besonders weit geht bisher Murcia, wo man keinen Import von Infizierten aus Madrid will. Kurz vor der Ausrufung des Alarmzustands hatten sich aus Madrid noch zahlreiche Menschen in ihre Ferienwohnungen an die Küsten abgesetzt.

In Murcia hat die Regionalregierung am Wochenende nun die "totale Abschottung" verkündet. Es dürfen in der Region nur noch Aktivitäten zur Grundversorgung stattfinden. Auch in Andalusien und anderen Regionen denkt man über ähnliche Schritte nach.
Lage unseres Nachbarn Italien:
Wer sich in Deutschland fragt, wie schlimm die Coronavirus-Krise noch werden könnte, muss nicht weit blicken, um eine Antwort zu finden: Es genügt, sich die Situation in Italien anzusehen.

Dort spitzt sich die Situation seit Tagen zu. Von fehlenden Plätzen auf den Intensivstationen ist zu hören, von verzweifelten Ärzten, von Entscheidungen über Leben und Tod, wie sie eigentlich nur im Kriegsfall nötig scheinen.

Aufsehen erregte kürzlich eine Grafik der italienischen Gimbe-Stiftung, die die Todesrate nach Covid-19-Erkrankungen in der Lombardei mit dem Rest Italiens vergleicht. Die Lombardei ist das Zentrum des Coronavirus-Ausbruchs in Italien.In der Lombardei waren Stand Dienstag 5731 Menschen an Covid-19 erkrankt. In der Region beträgt die Letalität den offiziellen Zahlen zufolge 8,1 Prozent. Im Rest Italiens liegt sie bei 3,7 Prozent.

Ähnlich sah es auch noch Donnerstagfrüh aus: In der Lombardei sind aktuell nachweislich 7280 Menschen erkrankt, 617 Menschen starben in der Region an Covid-19. Im gesamten Land sind 12.462 Menschen an Covid-19 erkrankt und 827 Menschen gestorben.

Einer der Gründe für Zahlendifferenz bei der Todesrate: In der Lombardei werden die Betten für die intensivmedizinische Betreuung knapp. 560 Menschen befinden sich Stand Donnerstag in der Region auf Intensivstationen. Platz ist aktuell höchstens für 610 Menschen. In einer Region, in der zehn Millionen Menschen leben.
Coronavirus-Epidemie in Italien: „Aktuell keine Plätze auf den Intensivstationen mehr“

Dieser Fakt war es auch, auf den der Bürgermeister der norditalienischen Stadt Bergamo, Giorgio Gori, anspielte, als er am Dienstag in einem dramatischen Tweet schrieb: “In der Realität gibt es aktuell keine Plätze auf den Intensivstationen mehr (es werden unter großer Mühe gerade neue geschaffen). Patienten, die nicht behandelt werden können, lässt man sterben.”Von vielen Seiten sind aktuell Berichte zu hören, die Italien fast wie ein Kriegsgebiet erscheinen lassen, in dem nicht mehr jeder behandelt werden kann, sondern Entscheidungen über Leben und Tod anhand der verfügbaren medizinischen Mittel getroffen werden müssen.
"Ja, wir müssen Coronavirus-Erkrankte wegschicken"

So sagte der Narkosearzt Christian Salaroli aus Bergamo gegenüber dem „Corriere de la Sera“: „Wenn jemand zwischen 80 und 95 Jahre alt ist und große Atemprobleme hat, führen wir in der Regel die Behandlung nicht fort. Das gleiche gilt, wenn eine mit dem Virus infizierte Person eine Insuffizienz in drei oder mehr lebenswichtigen Organen aufweist. Diese Personen haben statistisch gesehen keine Chancen, das kritische Stadium der Infektion zu überleben. Diese Personen werden bereits als tot angesehen.“Roberto Cosentini, Chefarzt der Notfallmedizin im Krankenhaus "Papst Johannes XXIII." in Bergamo, sagte in einem Interview: "Die Lombardei ist inzwischen das Epizentrum eines Erdbebens, das nicht enden will. Jeden Nachmittag trifft uns eine neue Welle, die Krankenhäuser platzen aus allen Nähten."

Den Erdbebenvergleich erklärt Cosentini so: "Inzwischen erreicht das Fieber nachmittags den Höhepunkt und die Leute kommen schon mit schwerer Lungenentzündung, die Intensivtherapie und Beatmung braucht. Täglich zwischen 16 und 18 Uhr erreicht uns eine massive Welle von Notfällen. So etwas kennt man nur nach Erdbeben, aber wir sind damit in der dritten Woche und es ist kein Ende abzusehen."
"Wir halten unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr lange durch"

Cosentini zufolge ist die Zeit der leichten Infekte vorbei, auch die der Alten mit Vorerkrankungen. Es kommen jetzt auch viele junge Menschen.

"Die ersten, die das Virus befiel, waren alte Menschen mit etlichen Krankheiten. Jetzt greift es auch die Jungen und Gesündesten an, die die es am längsten zu Hause ausgehalten und sich mit den bekannten Arzneien zu kurieren versucht haben. Wir haben es nicht mehr mit leichter Grippe zu tun, wir sind bei schwersten Lungenentzündungen angelangt."

Das Problem für die intensivmedizinische Betreuung: "Bei einer normalen Lungenentzündung ist man nach drei bis vier Tagen fieberfrei. Mit Covid-19 sind wir im Schnitt bei acht bis zehn Tagen. Intensivbetten sind dreimal so lange belegt - eine Situation, die es noch nie gab."

Sein dramatischer Appell: "Wenn wir nicht bald neue Betten schaffen, mehr Krankenpflegepersonal und Ärzte, halten wir unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr lange durch."

So undenkbar wie solch eine Situation in Deutschland auf den Blick erscheint ist sie aber nicht, sagt der Chef-Virologe der Berliner Charité Christian Drosten. Er will "sehr bald" den Schutz, die Testung und die bevorzugte Krankenhausbehandlung von besonders "gefährdeten Gruppen" fokussieren. Damit meint er Ältere und Grunderkrankte. Drosten hatte erst zu Wochenbeginn gesagt, dass er damit rechne, dass die Welle in den warmen Monaten nicht wie ursprünglich erwartet abebben, sondern "durchlaufen" werde.
Ist Covid-19 die Todesursache? „Ich will die Krankenakten sehen“

Während die Mediziner im Alltag also mit einer fast apokalyptischen Situation zu tun haben, tobt unter italienischen Experten auch eine Debatte über die Statistiken zu den Todeszahlen im Zuge der Coronakrise. Der bekannte Virologe Roberto Burioni bezweifelt die Aussagekraft der Statistik. Er schreibt auf Twitter: “Die Sterblichkeit in der Lombardei ist viel mehr als doppelt so hoch wie in anderen Regionen, wenn man 'unter anderem wegen des Coronavirus und nicht nur wegen des Coronavirus' stirbt. Bedeutet das, dass die Lombarden viel kränker sind als die anderen. Für mich macht das keinen Sinn, tut mir leid. Ich will die Krankenakten sehen.”

[Olaf Scholz über Anti-Coronavirus-Maßnahmen: „Es geht um Leben und Tod für uns alle“]
Der Hintergrund: In Italien sind europaweit bisher weitaus am meisten Personen auf das Coronavirus getestet worden – und seit dem Auftreten der ersten Covid-19-Erkrankung am 20. Februar werden auch post-mortem-Tests durchgeführt.

Eine Analyse der ersten 104 Coronavirus-Todesfälle in Italien hat ergeben, dass mehr als zwei Drittel der untersuchten Verstorbenen an mindestens zwei mehr oder weniger lebensbedrohlichen Vorerkrankungen gelitten haben.

Etliche von ihnen hätten auch ohne Infektion durch das Virus nicht mehr lange gelebt – oder sie hätten die Virus-Infektion vermutlich überlebt, wenn sie nicht schon schwer erkrankt und ihr Immunsystem geschwächt gewesen wäre.
Deutschland zählt bei den Corona-Toten anders

Auch diese Todesfälle werden in der italienischen Fallstatistik mitgezählt. In anderen Ländern wären sie schon gar nicht auf das Coronavirus getestet worden.
Mehr Corona-Tote als bekannt Italien und Frankreich prüfen ihre Zahlen!n Italien steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen nach einem leichten Rückgang wieder stärker an. Gleichzeitig wachsen in dem weltweit am schwersten betroffenen Land die Zweifel an den Daten. Auch in Frankreich zählen die Behörden noch einmal neu. Im Elsass werden demnach Patienten über 80 Jahre schon gar nicht mehr beatmet. Obwohl die Opferzahlen auch in Spanien weiter ansteigen, sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals seit langem wieder "ermutigende Zeichen" in Europa. Ein Überblick.

In Italien ist die Zahl der Neuinfektionen nach einem leichten Rückgang wieder leicht angestiegen. Laut jüngsten Daten sind in dem weltweit am schwersten betroffenen Land inzwischen mindestens 80.539 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sind 6153 mehr als am Vortag, wie der Zivilschutz mitteilte. Die Zahl der Toten stieg um 662 Menschen auf 8165. In Deutschland werden 47 italienische Patienten versorgt.

Mittlerweile wachsen allerdings Zweifel an der Verlässlichkeit der italienischen Zahlen. In Norditalien, dem am schlimmsten betroffenen Landesteil, melden sich immer mehr Politiker und Behördenvertreter zu Wort, die die offiziellen Infektions- und Todeszahlen für viel zu niedrig halten. So wurden in Nembro bei Bergamo offiziell nur 31 Todesfälle gemeldet, wie Bürgermeister Claudio Cancelli und der Behördenmitarbeiter Luca Foresti in der Zeitung "Corriere della Sera" schrieben.

"Etwas an dieser Zahl hat uns nicht überzeugt und deshalb haben wir uns die Statistiken zu den durchschnittlichen Sterbefällen in der Gemeinde aus den Vorjahren in der Zeit von Januar bis März angeschaut", schrieben die beiden Männer. "Die Zahl der Sterbefälle müsste unter normalen Umständen bei ungefähr 35 liegen. In diesem Jahr haben wir aber 158 verzeichnet, also 123 mehr als im Durchschnitt." Die Zahl 31 könne also nicht stimmen. Nach Angaben der beiden Männer gibt es ähnliche Auffälligkeiten in anderen Orten der Region.Auch in Spanien ist die Zahl der Menschen, die an dem Coronavirus gestorbenen sind, erneut stark gestiegen. Am Mittwoch habe sie sich auf 4089 im Vergleich zu 3434 am Vortag erhöht, teilten die Behörden mit. Die Zahl der Infizierten stieg von 47.610 auf 56.188. Zahlen für den heutigen Donnerstag liegen noch nicht vor. Spanien ist nach Italien das Land mit den weltweit meisten Todesfällen durch das Coronavirus.n Frankreich sind binnen eines Tages 365 weitere Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Damit liege die Gesamtzahl bei 1696 Toten, teilten die Gesundheitsbehörden mit. In der Statistik werden bislang aber nur Patienten geführt, die in Krankenhäusern gestorben sind, nicht aber diejenigen in Alten- und Pflegeheimen. Diese Daten sollen in Kürze mit aufgenommen werden, wodurch die Gesamtzahl der Todesfälle dann drastisch steigen dürfte.

Die nationale Gesundheitsbehörde Santé Publique France gab außerdem bekannt, Hausärzte hätten in der vergangenen Woche schätzungsweise mehr als 40.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus diagnostiziert. Offiziell liegt die Zahl der bestätigten Infizierten aber nur bei rund 25.000 seit Beginn der Epidemie. Zuletzt war die Zahl der Infizierten binnen 24 Stunden um 16 Prozent auf 29.155 gestiegen.

Deutsche Katastrophenmediziner, die ihre französischen Kollegen an der Universitätsklinik Straßburg unterstützen sollen, berichten zudem über dramatische Zustände im Elsass. Die Mediziner würden auch dann weiter mit Corona-Patienten arbeiten, wenn sie selbst infiziert sind, schreiben die deutschen Experten in einem Bericht an die baden-württembergische Landesregierung. Seit dem Wochenende würden Patienten, die älter sind als 80 Jahre, an der Straßburger Klinik auch nicht mehr beatmet, sondern mit Opiaten und Schlafmitteln beim Sterben begleitet.n Großbritannien müssen sich die Menschen darauf einstellen, dass bestimmte Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis zu sechs Monate in Kraft bleiben. Die Maßnahmen zeigten bereits Wirkung im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, sagte die stellvertretende Chefin der britischen Gesundheitsbehörde, Jenny Harries. "Wir dürfen aber nicht den Fuß vom Pedal nehmen." Zuletzt war die Zahl der Todesopfer allerdings nach Angaben der Regierung um 115 auf 578 gestiegen. Bei 11.658 Menschen wurde das Virus nachgewiesen, am Mittwoch waren es noch 9529.
Europaweit lag die Zahl der Toten laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP bei 15.500. Die meisten Todesopfer gibt es mit weitem Abstand in Italien (8165) und Spanien (4089). Die Zahl der Infektionen stieg demnach auf mehr als 268.000. Damit ist Europa der am stärksten betroffene Kontinent. Bei den Angaben handelt es sich nach Einschätzung von Experten aber nur um einen Bruchteil der tatsächlichen Fälle, weil es in vielen Ländern an Testkapazitäten mangelt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verbreitet dennoch vorsichtig Optimismus. "Während die Lage sehr ernst bleibt, beginnen wir, ein paar ermutigende Zeichen zu sehen", erklärte das WHO-Europa-Büro in Kopenhagen. So sei die Wachstumsrate der Infektionen im besonders stark betroffenen Italien leicht zurückgegangen. Allerdings sei es noch zu früh für die Feststellung, dass die Pandemie in Italien ihren Höhepunkt erreicht habe, hob der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, hervor.
Ich schreibe das, weil immer noch nicht der Ernst der Lage wirklich erkannt wurde. Wir stehen erst am Anfang einer Pandemie und nicht am Ende, d.h. es wird verdammt viel schlimmer werden, das ist Realität und keine Panikmacherei. Wenn nicht Millionen Menschen sterben sollen, denn irgendwann werden die Ärzte und Kliniken kollabieren, das ist nur eine Frage der Zeit, muss schnellstens gehandelt werden. Dieser Virus mutiert aus meiner Sicht und könnte zu einer Art Pandemie wie die Pest oder Spanische Grippe werden. Diese beiden Pandemien haben damals Millionen Menschenleben gekostet. Wir werden immer mit Immunität und bevorstehenden Impfungen getröstet, aber das ist Augenwischerei, wenn nicht schnellstens Ausgangssperren und die Aufrüstung von Pandemie-Stationen unternommen werden, wenn nicht schnellstens alle Schutzmaßnahmen wie ausreichend Schutzhandschuhe, Masken, Desinfektionsmittel, Beatmungsgeräte, geschultes Personal zur Verfügung gestellt werden, dann haben wir ein verdammt großes Problem und es werden nicht nur die alten Menschen sterben, zu denen ich übrigens auch gehöre, sondern auch viel jüngere, das hat bisher jede Pandemie gezeigt.