Öffnung der Fitnessstudios und Anerkennung der Fitnessstudios als systemrelevant

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Guten Tag,

mein Name ist Dean Joeres, ich bin 20 Jahre alt und arbeite und trainiere, wie so viele andere Bürger der Bundesrepublik Deutschland, in einem Fitnessstudio.

Bei der Telefonkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder, am 28. Oktober 2020, wurde ein erneuter Lockdown, beginnend am 02. November 2020 bis zum Ende des Monats, entschieden. Von diesem Lockdown sind auch diverse Fitnessstudios betroffen.

Neben meiner Anstellung in einem Fitnessstudio, studiere ich auch Jura. Im Jura Studium wird gelehrt, dass jede behördliche Maßnahme angemessen sein muss. Grob erklärt bedeutet dies, dass eine Maßnahme einen Zweck erfüllen muss und dieser zu erfüllende Zweck im Verhältnis zu den Einschränkungen stehen muss, welche durch die Maßnahme entstehen.

Die Frage ist nun, ob das Mittel der Schließung der Fitnessstudios zielführend ist für den Zweck, die Bekämpfung der Verbreitung der SARS-Cov2-Pandemie.

Zunächst einmal sei gesagt, dass Fitnessstudios momentan unter enormen Auflagen agieren. Dazu gehören Masken- und Desinfektionspflichten, Einhaltung der Abstände zwischen Trainierenden und Geräten, und diverse weitere Maßnahmen. Studios haben seit März 2020 Hygienekonzepte entwickelt und diese erfolgreich umgesetzt. Es gibt keine nachvollziehbaren Infektionsketten in Fitnessstudios und demnach scheint es fraglich, ob die Schließung von Fitnessstudios überhaupt einen positiven Effekt auf die momentane Pandemie haben wird.

Des Weiteren dürfen die positiven Effekte auf die körperliche und mentale Gesundheit der Trainierenden nicht außer Acht gelassen werden. Diverse Studien belegen, dass sich regelmäßiges Trainieren positiv auf das körperliche Wohlbefinden und das Immunsystem auswirkt. Zudem wirkt Trainieren stresslindernd und verhindert psychische Erkrankungen.

Während im ersten Lockdown noch damit argumentiert wurde, dass ja im Freien Sport getrieben werden könne, wird das in der momentanen Jahreszeit zunehmend schwerer.

Sport ist im 21. Jahrhundert ein unverzichtbarer Bestandteil für ein gesundes und ausgeglichenes Leben. Nichts desto Trotz wird das Fitnessstudio, welches ein kontrolliertes und hygienisch sicheres Umfeld darstellt, mit Kneipen, Diskotheken und Ähnlichem gleich gesetzt.

Durch die Schließung der Fitnessstudios werden verantwortungsbewusste und ihre Pflicht erfüllende Studiobetreiber und über 12 Millionen Trainierende zu Unrecht bestraft. Es werden diverse Unternehmen und unzählige Arbeitsplätze in Gefahr gebracht. Und dabei handelt es sich um eine heterogene Gruppe, wie es sie in der deutschen Gesellschaft wohl selten gibt.

Ich spreche wahrscheinlich für einen Großteil der deutschen Bevölkerung, wenn ich sage, dass ich froh bin über die Maßnahmen der Regierung, und wie konsequent und besonnen agiert wurde. Schaut man sich andere, unter anderem europäische, Länder an, so geht es uns wirklich gut. Und trotzdem ist es ein Zeichen von Größe und Kompetenz, auch bereits getroffene Entscheidungen nochmal zu überdenken und eventuell zu revidieren.

Mein Apell und meine Bitte an die Regierung, an Frau Merkel, Herrn Spahn und die Minister der Länder: Überdenken Sie bitte, bei Ihrer erneuten Telefonkonferenz Mitte November, Ihre Entscheidung zur Schließung der Fitnessstudios. Wägen Sie die Angemessenheit und die Verhältnismäßigkeit nochmal ab. Erkennen Sie die funktionierenden Hygienekonzepte und die positiven gesundheitlichen Effekte der Fitnessstudios an. Fitnessstudios sind bei Weitem keine Nische für Pumper, Bodybuilder und Leistungssportler mehr, sondern systemrelevant für ein gesundes Leben!