Klimanotstand auch in Erfurt ausrufen!

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Anita Kanitz
2 years ago
All die Leute, die sich um die Lösung der Klimakrise kümmern sollten, tun es nicht. Sie haben es 30 Jahre lang nicht getan und werden es auch in den nächsten 30 Jahren nicht tun. Die einzigen Menschen, die wirklich etwas unternehmen werden, das seid ihr selbst.
Roger Hallam, Extinction Rebellion, September 2019

Wir können diese Verantwortung nicht auf den Schultern der Kinder und Jugendlichen ruhen lassen, die seit Monaten das Thema auf der Tagesordnung halten.
Carola Rackete, Kapitänin des Seenotrettungsschiffs "Sea-Watch" und Aktivistin bei Extinction Rebellion, 22. September 2019

Angela Merkel erfand das sogenannte "Klimakabinett" und gab die Losung aus: "Schluss mit Pillepalle" – was eine interessante Diagnose über die deutsche Klimapolitik darstellt.
Michael Brüggemann, Professor an der Universität Hamburg, September 2019

Menschen leiden. Menschen leider und sterben. Ganze Ökosysteme brechen zusammen. Wir stehen am Beginn eines Massenaussterbens. Und alles, wovon ihr reden könnt, ist euer Geld, sind eure Märchen vom ewigen Wirtschaftswachstum. Wie könnt ihr es wagen!
Greta Thunberg, Rede vor dem UN Climate Action summit in New York, September 2019

Eindeutige Fakten, verheerende Aussichten!Es ist ein alarmierendes Bild, das der Weltklimarat IPCC zeichnet: Beim Klimawandel hat sich nichts zum Positiven geändert. Nun muss vor allem die Politik reagieren.Bilder von abbrechenden Eismassen in den Polarregionen, hungernde Eisbären, die sich durch tauende Landschaften schleppen: Wenn es um den Klimawandel geht, werden sie immer wieder als Beispiele gezeigt. Doch wie steht es wirklich um den Einfluss des Klimawandels auf Meeres- und Eisregionen? "Die Eisfelder in Grönland und der Antarktis verlieren immer schneller an Masse", berichtete die Klimaforscherin und Mitautorin für Fragen der Eisvorkommen Valérie Masson-Delmotte und prognostizierte:

"Während des 20. Jahrhunderts ist der weltweite Meeresspiegel um etwa 15 Zentimeter gestiegen. Aktuell steigt er doppelt so schnell. Und die Geschwindigkeit wird zunehmen."

Die Meere als vollgesogener Schwamm

"Ein Ozean, der wärmer und saurer wird und Sauerstoff verliert, hat Auswirkungen - auf das Meeresleben, seine Ausbreitung und Produktivität. Das hat das weltweite Fischfangpotenzial bereits reduziert", folgerte Hans-Otto Pörtner, Meeresbiologe in Bremerhaven und Mitautor für Auswirkungen des Klimawandels auf die Weltmeere.

"Die Weltmeere haben wie ein Schwamm CO2 und Hitze aufgefangen, um unsere Temperatur zu regulieren. Aber sie können das nicht weiter so tun", sagte Ko Barrett, Vizevorsitzende des Weltklimarates.
Weniger Arten, mehr Überschwemmungen:
schmelzende Eisschilde und Gletscher, ein Meeresspiegel, der bis zum Ende des Jahrhunderts um mehr als einen Meter steigen könnte, der Verlust von Arten und Lebensräumen. Auch immer häufigere und heftigere Unwetter und Überschwemmungen gelten demnach als wahrscheinlich. Und das ist erstmals in dieser Form auch wissenschaftlich belegt.
Der Klimawandel betrifft nicht nur die Eisbären in der Arktis. Er findet auch vor unserer eigenen Haustür statt. Beispiel:Im gesamten Jahresdurchschnitt sind die Temperaturen in Bayern bereits um fast anderthalb Grad gestiegen - verglichen mit den langjährigen Durchschnittstemperaturen vor Beginn dieses Jahrtausends: Über das gesamte 20. Jahrhundert gerechnet lag Bayerns Durchschnittstemperatur bei 7,5 Grad, in diesem Jahrzehnt schon bei 8,9 Grad. Und das Jahr 2018 legte sogar noch ein ganzes Grad obendrauf: Mit 9,9 Grad Temperatur im Jahresdurchschnitt war es das heißeste, das je bei uns gemessen wurde. Die globale Erwärmung ist längst in Bayern angekommen. Und sie fällt nicht immer so aus, wie es sich manch Sonnenhungriger erträumt hat. Bayerns Gletscher, Tiere und Pflanzen bekommen die Folgen der Erwärmung zu spüren. Wir selbst auch.
Das Jahr 2018 wird voraussichtlich als das viertheißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet werden. So steht es im vorläufigen Bericht zum Stand des Klimas, den die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am 29. Dezember 2018 in Genf vorlegte.
Der WMO-Bericht verweist auf eine Vielzahl von Wetterextremen im ablaufenden Jahr. So habe es in der gesamten Nordhalbkugel 2018 deutlich mehr Tropenstürme gegeben als üblich. Bis zum 20. November wurden demnach 70 solcher Unwetter gemeldet, der langfristige Mittelwert liegt bei 53. Auch auf die ungewöhnlich ausgeprägte Hitzewelle diesen Sommer in Europa verwies die WMO. Von der Trockenheit seien insbesondere Deutschland und seine Nachbarländer betroffen gewesen.
Für 2019 sieht es schon jetzt nicht gut aus: Die WMO schätzt die Chance, dass in den nächsten drei Monaten das Wetterphänomen El Niño beginnt, auf 75 bis 80 Prozent. Das alle paar Jahre auftretende Klimaphänomen führt zu Dürren in den Tropen und reduziert unter anderem die Kapazität von Wäldern, CO2 aufzunehmen. "Wenn sich El Niño entwickelt, dürfte 2019 noch wärmer werden", so die WMO.Höhere Temperaturen bedeuten aber nicht schöneres Wetter, im Gegenteil: Durch erhöhte Lufttemperaturen verdunstet mehr Wasser. Mancherorts häufen sich dadurch Dürreperioden, wie sie der Norden Bayerns immer häufiger erlebt. Zugleich kann eine wärmere Atmosphäre auch immer mehr Wasserdampf aufnehmen: Mit jedem Grad Erwärmung kann die Atmosphäre sieben Prozent mehr Wasser speichern - und als Niederschlag wieder abgeben. Zugleich vergrößern höhere Lufttemperaturen auch das Gewitterrisiko. Extreme Wetterereignisse nehmen dadurch zu. Also: Extremregen: Überschwemmung einer Straße in Benevento, Italien 15. Oktober 2015 | Bild: picture-alliance/dpa zum Video mit Informationen Extremwetter durch Klimawandel Mehr Hitzewellen, Dürren, Starkregen und Orkane !
Klimawandel macht Tieren und Pflanzen zu schaffen!
Beispiel:Bayerns Tier- und Pflanzenwelt reagiert längst auf das veränderte Klima. So ist zum Beispiel die Wespenspinne heute in manchen Gebieten des Allgäus die am häufigsten vorkommende Großspinne. Sie ist aus dem Mittelmeerraum zugewandert. Flora und Fauna in den Alpen sind besonders vom Klimawandel betroffen. Auch am Verhalten mancher Vögel lassen sich die Folgen des Klimawandels beobachten: Der einst klassische Zugvogel Mönchsgrasmücke bricht im Herbst schon lange nicht mehr gen Süden auf. An Land- und Forstwirten gehen die Veränderungen ebenfalls nicht vorbei: Während wärmeliebende Pflanzen wie Mais und Zuckerrüben besser wachsen und sich die Bauern über höhere Erträge freuen, nehmen auf der anderen Seite Schädlinge wie der Borkenkäfer zu. Bei warmen Temperaturen vermehrt er sich explosionsartig.Die stetig steigenden Temperaturen in Bayern betreffen aber nicht nur einzelne Tier- und Pflanzenarten, sondern ganze Ökosysteme - etwa Wälder, Seen oder Graslandschaften. Um den Anforderungen des Klimawandels begegnen zu können, erforschen Wissenschaftler nicht nur, welche Auswirkungen die Klimaerwärmung in Bayern schon hat und zukünftig haben wird, sondern auch, wie bayerische Ökosysteme und die heimische Artenvielfalt geschützt werden können.
Dürren beeinträchtigen das Wachstum der Bäume. Daher werden Fichten an gefährdeten Standorten durch Laubbäume wie Buchen und Eichen ersetzt. Doch statt auf Monokultur mit der relativ robusten Rotbuche zu setzen, raten Forscher dazu, die genetische Vielfalt zu erhalten und Eichen-Mischwälder mit Hainbuche, Linde, Elsbeere oder Esskastanie zu fördern.

Der Klimawandel steht zu Recht auf der Agenda der wichtigsten politischen Diskussionen und Konferenzen – egal ob in Deutschland oder auf internationaler Ebene. Während ihn in Europa bisher vor allem die Landwirte durch Ernteeinbußen spüren, verlieren Millionen Menschen im Süden ihre Lebensgrundlage. Die Folgen der Erderwärmung sind massiv und vielfältig: Wetterextreme, Hunger, Flüchtlingsströme und Konflikte. Sie bedrohen das Zusammenleben und die Existenz der zukünftigen Generationen. Dabei ist das Thema des sich wandelnden Klimas keinesfalls neu: Schon im Jahr 1965 warnten uns Forscher vor einer möglichen Erderwärmung und die Berichte des Weltklimarates zeigen deutlich, was passiert, wenn die Temperaturen weiter steigen.
Der Klimawandel findet statt - jetzt und hier

Heute stecken wir mittendrin: Wir stecken in einer Klimakrise, die wir nicht mehr beenden, sondern nur noch eindämmen können. Die Temperaturen sind weltweit nachweislich gestiegen und die Folgen schon jetzt in vielen Teilen der Erde zu spüren: Der Klimawandel trifft vor allem die Ärmsten und ist weltweit eine der zentralen Ursachen für Hunger und Armut. Es besteht akuter Handlungsbedarf - ohne schnelle und effektive Lösungen kann unser Ziel, den Hunger bis 2030 zu beenden, nur schwer erreicht werden.

Die Welthungerhilfe spürt die Auswirkungen des Klimawandels täglich in ihren Projekten und unterstützt betroffene Menschen weltweit mit unterschiedlichen Maßnahmen. Gleichzeitig fordern wir schnelles und entschiedenes Handeln in der Klimapolitik.
Der anthropogene Klimawandel

Genau an dieser Stelle kommt der Mensch ins Spiel: Seit dem Beginn der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert ist die Menschheit verantwortlich für einen erhöhten Ausstoß an Treibhausgasen.


Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht Kohlenstoffdioxid (CO2), das sich in der Atmosphäre anreichert. Mehr als die Hälfte des anthropogenen Klimawandels geht auf CO2-Emissionen zurück - die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist heute um etwa 40 Prozent höher als zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Auch die Rodung großer Waldflächen trägt zu dieser Entwicklung bei: Besonders die imposanten Regenwälder absorbieren große Mengen des Kohlenstoffdioxids - aktuell nehmen sie 30 Prozent der weltweiten Emissionen auf und regulieren so unser Klima. Je mehr Bäume also verschwinden, desto mehr CO2 gelangt in die Atmosphäre - eine fatale Entwicklung.

Weitere entscheidende Faktoren sind die Massentierhaltung und der Agrarsektor. Beispielsweise erzeugen Rinder beim Wiederkäuen große Mengen Methan in ihren Mägen. Dieses Gas ist zu rund 19 Prozent verantwortlich für den menschengemachten Klimawandel. Auch die Verwendung von stickstoffhaltigen Düngern sorgt für erhöhte Emissionen.

Lange Zeit waren sich Expertinnen und Experten uneinig darüber, ob der Klimawandel existiert und welche Rolle der Mensch dabei spielt. Mittlerweile ist man sich bis auf wenige Ausnahmen sicher: Der Planet wird wärmer und der Mensch trägt dazu entscheidend bei.
Folgen des Klimawandels

Dass die Lage ernst ist, wissen wir nicht erst seit heute. Schon lange warnt der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change – IPCC) vor den Folgen des Temperaturanstieges. Das IPCC ist ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium und zwischenstaatlicher Ausschuss, das die naturwissenschaftlichen Grundlagen, Folgen und Risiken des Klimawandels in sogenannten Sachstandberichten zusammenträgt und bewertet. Gleichzeitig zeigt das Gremium auch Möglichkeiten auf, wie die Menschheit den Klimawandel mindern kann.

Viele der vorhergesagten Folgen sind heute schon zu sehen. Theorien und Modelle haben außerdem gezeigt, dass Veränderungen des Klimasystems abrupt und nichtlinear sein können (IPCC, Vierter Sachstandbericht, 2007). Werden kritische Schwellen überschritten, kann es zu plötzlichen und drastischen Klimaänderungen kommen. Das heißt, dass der Klimawandel nicht kontinuierlich verläuft, sondern sogenannte „Kipp-Punkte“ Kettenreaktionen auslösen, die das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen bringen können. Wissenschaftler/innen forschen daran, solche Kipp-Punkte zu identifizieren und frühzeitig zu erkennen.

Fakt ist: Der menschengemachte Klimawandel sorgt dafür, dass sich das Klimasystem unsere Erde nachweislich verändert und die Lebensräume vieler Lebewesen, auch den der Menschen, gefährdet.
Das Eis der Erde schmilzt

Ob Eisschilde, Gletscher oder Permafrost: überall auf der Erde gehen die Eismassen zurück. Das Nordpolarmeer hat in den letzten 30 Jahren etwa die Hälfte seiner Eisdecke eingebüßt. Schon im Jahr 2050 könnte das Meer im Sommer frei von Eis sein. Ähnliches passiert mit den Eisschilden in Grönland und der Antarktis.

Viele kleine Gletscher sind weltweit bereits verschwunden. Die größeren, wie beispielsweise die Alpengletscher, haben seit der Industrialisierung im Schnitt knapp die Hälfte ihrer Masse verloren.

Einer der größten Risikofaktoren für das Schmelzen der Eismassen schlummert im arktischen Permafrostboden: Dort sind rund 1,8 Billionen Tonnen Kohlenstoff eingeschlossen. Taut der Boden, wird dieser in Form von Methan freigesetzt. Da Methan etwas 34 mal so wirkungsvoll wie Kohlendioxid ist, wäre eine enorme Verstärkung des Treibhauseffektes die katastrophale Folge: Die Temperaturen würden weiter in die Höhe schießen.

Die hohen Temperaturen der Atmosphäre erwärmen den Ozean zusätzlich, wodurch er weniger CO2 aufnehmen kann. Das führt wiederum dazu, dass die Erwärmung der Atmosphäre verstärkt wird. Diesen Prozess nennt man positive Rückkopplung.

Durch wärmere Meere wird außerdem der Jetstream, bzw. Strahlstrom, ein Starkwind, der rund um den Globus weht, verlangsamt. Das begünstigt die Entstehung von unerwünschten Wetterextremen wie wochenlange Hitzewellen.
Der Meeresspiegel steigt

Eine unmittelbare Folge des schmelzenden Eises ist der Anstieg des Meeresspiegels - nicht nur durch Schmelzwasser, sondern auch durch die Tatsache, dass Wasser sich ausdehnt wenn es erwärmt wird. Beides hat zur Folge, dass der Meeresspiegel seit 1880 um ganze 20 Zentimeter gestiegen ist. Aktuell steigt er mit einer Geschwindigkeit von 3,2 Zentimetern pro 10 Jahre. Für die Menschen in küstennahen Regionen bedeutet das eine akute Bedrohung: Ihre Heimat könnten überflutet und dauerhaft unbewohnbar werden. Stiege der Meeresspiegel noch weiter an, dränge das Wasser sogar bis zu Orten vor, die weiter im Landesinneren liegen.
Wetterextreme nehmen zu

Die Erderwärmung hat vielerorts extreme Wetterereignisse zur Folge. Auf der einen Seite sind Regionen von extremen Dürren betroffen, die zu Wassermangel, Ernteausfällen und Waldbränden führen. Andererseits folgen auf heftige Niederschläge vermehrt Jahrhundertfluten, die teilweise massiven Zerstörungen nach sich ziehen.



Die Folgen des Klimawandels treffen weltweit am stärksten die Bevölkerungsgruppen, die am wenigsten dafür verantwortlich sind.
Marlehn Thieme
Präsidentin der Welthungerhilfe

Ökosysteme werden geschädigt

Verändert sich die Temperatur, verändert sich auch der Lebensraum: Viele Arten kommen mit der rapiden Entwicklung nicht zurecht und können sich nur anpassen, indem sie abwandern. Aufgrund der Erderwärmung sind bereits nachweislich Arten, wie z. B. die Goldkröte, ausgestorben.

Die Folgen des Klimawandels für Ökosysteme lassen sich mitunter am besten an den Korallenriffen im Meer ablesen. Korallen können ihren Standort nicht ändern und sind Temperaturschwankungen so ausgeliefert. Überschreitet die Temperatur einen kritischen Wert, stößt die Koralle die in ihr lebenden, symbiontischen Algen ab. Das führt dazu, dass sie ausbleicht - und letztendlich abstirbt.
Klimawandel und Hunger

Größtenteils verantwortlich für den globalen Klimawandel sind große Industrienationen, die viele Emissionen produzieren. Betroffen von den Folgen sind allerdings mehrheitlich arme Länder, die sowieso schon mit einer Reihe an Problemen zu kämpfen haben.

Allen voran: Hunger. Jeder neunte Mensch auf der Welt leidet darunter. Ganze 98 Prozent dieser Menschen leben in Entwicklungsländern. Die meisten von ihnen arbeiten dort in der Landwirtschaft; viele produzieren nur für die eigene Versorgung. Die Ernährungssituation dieser Menschen ist hochgradig labil und äußerst anfällig für kleinste Schwankungen. Es fehlt vielerorts noch an Geld, Wissen und Vorräten, um im Notfall handeln und Engpässe ausgleichen zu können.
Der Klimawandel verschärft die kritische Lage in vielen Regionen noch weiter: Wetterextreme setzen der Landwirtschaft zu und bedrohen die Ernährungssicherheit. Langanhaltende Dürren und Hitzewellen sorgen dafür, dass auf den Feldern nichts mehr wächst. Die Ernten bleiben aus; Böden erodieren. Aufgrund der schwierigen Anbauverhältnisse steigen Nahrungsmittelpreise in die Höhe, für viele Menschen wird es dadurch zunehmen schwieriger, sich zu ernähren. Darüber hinaus wird auch das Wasser für viele Menschen immer knapper. Während es auf der einen Seite an Wasser fehlt, kommt es auf der anderen zu massiven Niederschlägen und reißenden Fluten, die Felder und wichtige Infrastruktur zerstören. So verlieren die Menschen nicht nur ihre Erträge, sondern oftmals ihre gesamte Existenz.

Auch wirtschaftlich richten die extremen Wetterereignisse massiven Schaden an. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in den ärmsten Ländern der Welt durch klimabedingte Katastrophen ab 2020 jährlich um etwa 3 Prozent zurückgehen wird. Schon jetzt müssen diese Länder horrende Summen für die Folgen von Katastrophen aufbringen.

Den Menschen in vielen Ländern könnte es bereits besser gehen; jedoch bremst der Klimawandel die Fortschritte der wirtschaftlichen Entwicklung zusehends aus. Forscherinnen und Forscher haben ermittelt, dass die Kluft zwischen armen und reichen Ländern heute um ca. 25 Prozent größer ist, als sie es ohne die Erderwärmung wäre. Der Klimawandel sorgt also auch für die Verschärfung der globalen Ungleichheit.

Ihr habt meine Träume und meine Kindheit mit euren leeren Worten gestohlen.
Greta Thunberg, Rede vor dem UN Climate Action summit in New York, September 2019

Ihr sagt, ihr "hört" uns und ihr versteht die Dringlichkeit. Aber egal wie traurig und wütend ich bin, ich möchte das nicht glauben. Denn wenn ihr die Situation vollständig verstanden und immer noch nicht gehandelt hättet, wärt ihr böse. Und ich weigere mich, das zu glauben.
Greta Thunberg, Rede vor dem UN Climate Action summit in New York, September 2019

Unsere PolitikerInnen gehen wie immer mit sehr schlechtem Beispiel voran:
Klimaschädlich verteilt auf mehrere Maschinen flogen Kanzlerin und Minister am 22.09.19 zum UN-Gipfel. Dabei ging unter, wie wichtig die Konferenz eigentlich ist.

Folgendes lief ab:Im teils heftig als unzureichend kritisierten Klimapaket der Bundesregierung ist ausdrücklich vorgesehen, die Billigfliegerei unter anderem über eine Erhöhung der Ticketpreise einzudämmen, weil die vielen Jets am Himmel dem Klima nicht guttun (mehr zum Inhalt ). Da macht es keinen guten Eindruck, wenn ausgerechnet zum Klimagipfel die Bundesregierung keine Flugscham kennt: Fast zeitgleich hoben in Berlin am Sonntagnachmittag zwei große deutsche Regierungsmaschinen mit dem Ziel der UN-Generalversammlung in New York ab.

An Bord des Airbus 340 mit der schwarz-rot-goldenen Banderole: Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller samt großem Begleittross auf dem Weg zum UN-Klimagipfel. Im grauen Luftwaffen-Airbus dahinter: CDU-Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die mit ihrem amerikanischen Kollegen Mark Esper in New York verabredet war. SPD-Umweltministerin Svenja Schulze flog bereits unauffällig in einer Linienmaschine wegen früherer Termine voraus. Am Dienstag bringt die Flugbereitschaft dann auch noch SPD-Außenminister Heiko Maas nach New York, der dort die Kanzlerin ablöst.

Tatsächlich war geplant, dass auch CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer im Kanzlerjet mitfliegen sollte. Doch wie aus Regierungskreisen zu hören war, hatte es aus dem Kanzleramt die Auflage gegeben, die ohnehin kleine Delegation Kramp-Karrenbauers für den Antrittsbesuch in den USA deutlich zusammenzustreichen. Deshalb wurde noch einmal neu geplant: Klimapolitischer Imageschaden war perfekt, als dann noch beide Maschinen in Sichtweite auf dem Flughafen Tegel zeitgleich abgefertigt wurden. Tatsächlich haben die von der Flugbereitschaft durch Pannenleid geplagten Regierungsbeamten seit der internationalen Blamage, als Merkel fast den gesamten ersten Gipfeltag beim G20-Gipfel in Buenos Aires verpasst hatte, wenig Skrupel, lieber eine Maschine zu viel als zu wenig in petto zu haben: Bei ihrer Reise zum G20-Gipfel in Osaka beispielsweise ließen die Verantwortlichen einen zweiten Regierungsflieger leer mitfliegen.Der Flug wurde dem Vernehmen nach als Übungsflug deklariert. Hintergrund war aber die Angst, dass erneut ein Regierungsflieger eine Panne hat und Merkel nicht pünktlich zum G20 erscheint. Das Flugzeug landete damals in Tokio und wartete dort.

Unverschämter und zynischer geht es kaum noch!

immer mehr Menschen leiden unter dem Klimawandel mit verheerenden Folgen.!Bevölkerung in Afrika durch Naturkatastrophen besonders bedroht

Am stärksten betroffen sind die Menschen in den armen Ländern des Südens. „Sie haben wenig zu der Klimakrise beigetragen, sie sind aber oft die ersten Opfer“, betont UN-Generalsekretär Guterres. „Sie leben an den Frontlinien der globalen Klimakrise.“ Der Weltrisikoindex stuft Afrika als Kontinent mit der höchsten „gesellschaftlichen Verwundbarkeit“ durch Naturkatastrophen ein, dahinter folgen Asien und Amerika. Europa hingegen habe das niedrigste Katastrophenrisiko weltweit.

Dass der Süden besonders viel durchmachen muss, zeigte sich in den ersten sechs Monaten 2019. Stürme und Fluten verheerten große Gebiete in Indien, Bangladesch, auf den Philippinen, im Iran, Äthiopien, Mosambik und anderen Ländern. Viele der Unwetter lassen sich auf die Erderwärmung zurückführen, erklären die Fachleute der Weltwetterorganisation. Sieben Millionen Menschen mussten im ersten Halbjahr 2019 vor den Gewalten der Natur fliehen. Niemals waren es nach Angaben des Genfer Beobachtungszentrums für Vertreibungen mehr. Das Zentrum befürchtet, dass die Zahl der Umweltflüchtlinge bis zum Jahresende auf 22 Millionen steigen werde. Nach bisherigen Trends steigern sich die Unwetter jeweils in der zweiten Jahreshälfte. „Massenflucht vor extremen Wettersituationen wird die Norm“, erklärt Zentrums-Direktorin Alexandra Bilak.

Zudem wird sich nach Prognosen des Roten Kreuzes die Zahl der Umweltopfer verdoppeln. Heute sind schon 108 Millionen Menschen, die von Stürmen, Dürren und Fluten heimgesucht wurden, auf Lebensmittellieferungen und andere Hilfen angewiesen. Zur Mitte des Jahrhunderts könnten es bereits doppelt so viele sein. Dieses „eskalierende Leiden“ werde zu „immer größeren humanitären Kosten“ führen, warnt der Präsident des Internationalen Roten Kreuzes, Francesco Rocca.

Der Klimawandel untergräbt auch den langfristigen Kampf der Weltgemeinschaft gegen Armut und Hunger, wie der Politikchef der UN-Abteilung für Wirtschaft und Soziales, Shantanu Mukherjee, erklärt. „Die Lage ist trist.“ So vernichten etwa Feuersbrünste, Trockenheit, Stürme und Überschwemmungen die ökonomischen Lebensgrundlagen vieler Erdenbewohner. Auch deshalb steigt seit Mitte des laufenden Jahrzehnts die Zahl der hungernden Menschen wieder an: Mehr als 820 Millionen Kinder, Frauen und Männer sind es.

Man könnte die Situation mit einem leckgeschlagenen Schiff auf hoher See vergleichen. Natürlich gibt es auch neben dieser Havarie Probleme: Das Essen in der dritten Klasse ist miserabel, die Matrosen werden ausgebeutet, die Musikkapelle spielt deutsche Schlager, aber wenn das Schiff untergeht, ist all das irrelevant. Wenn wir den Klimawandel nicht in den Griff bekommen, wenn wir das Schiff nicht über Wasser halten können, brauchen wir über Einkommensverteilung, Rassismus und guten Geschmack nicht mehr nachzudenken.
Hans Joachim Schellnhuber, Interview Süddeutsche Zeitung, Mai 2018

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Benjamin Zeising
2 years ago
Seit 6 Monaten gehen in Erfurt unsere Kinder unermüdlich jede Woche auf die Straße - die Ausrufung des Notstandes ist immer wieder eine zentrale Forderung von ihnen! In meinem gesamten Bekanntenkreis nimmt trotz der weltweiten Proteste kaum eine*r die Faktenlage ernst. Wer hat auch Zeit dafür bei einer 40h Arbeitswoche?! Der Notstand wäre ein so wichtiges Signal, Herr Bausewein!

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Corinna Lambertz
2 years ago

Thüringen: http://chng.it/rPDMLMbJMG

Erfurt: http://chng.it/qRGgFDz4FM

Weimar: http://chng.it/fx2NxzTMMR

Jena: http://chng.it/xGxf4Sgpcm

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Christine Pfaffe
2 years ago
Ich unterschreibe, weil sofortige Maßnahmen gegen den Klimawandel notwendig sind!

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Johannes Wollbold
2 years ago
finanzmittel müssen frei werden, um lokale maßnahmen zu finanzieren, wie dezentrale versorgung mit regenerativer energie. z.b. durch kündigung des irren, von der aggressiven militärmacht usa geforderten geforderten 2%-ziels für "verteidigungs"ausgaben, das akk letzte woche nochmal betont hat:
https://secure.avaaz.org/de/community_petitions/a._tillmann_2prozentziel_fuer_ruestungsausgaben_kuendigen_mehr_investitionen_in_klimaschutz/?tmgvimb

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Sven Michael
2 years ago
Es ist Zeit zum Tun.

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Annett Molle
2 years ago
Mir die Zukunft unserer Kinder und unseres Planeten nicht egal ist und ich fridays for future sehr begrüße.

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Florian Molle
2 years ago
Wir jetzt was für unser Klima tun müssen

Thanks for adding your voice.

René Sternke
2 years ago
Unterschreiben Sie bitte auch die Petition "Retten Sie den Rotmilan und andere von der Ausrottung bedrohte Arten!" Das Klima darf nicht durch Ausrottung geschützter Arten gerettet werden!

Thanks for adding your voice.

Marion Gerhardt
2 years ago
Ich mir bewusst bin, dass nur ein konsequenter Klimawandel für die Nachwelt zwingend notwendig ist.